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Wandel im Rheingau : Der Weinadel dankt ab

Teure Immobilie: Allein vom Weinbau lassen sich alteingesessene Güter wie Schloss Johannisberg im Rheingau oft nicht mehr finanzieren. Bild: Marcus Kaufhold

Die Zahl der alteingesessenen Adelsfamilien, die sich von ihren renommierten Weingüter trennen, steigt. Die Gründe für den Niedergang sind vielfältig, und die Corona-Pandemie beschleunigt die Veränderung.

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          Erbacher Marcobrunn. Nur wenige Weinberge in der Welt haben einen ähnlich klangvollen Namen wie der im zwölften Jahrhundert angelegte Wingert. Schon 1726 zierte der Name eine Weinflasche. Thomas Jefferson machte dem Marcobrunn bei einer Europareise im Frühjahr 1788 seine Aufwartung. Johann Wolfgang von Goethe und Theodor Fontane schwärmten von ihm als einem der edelsten deutschen Weine. Kein Wunder, dass der sieben Hektar große Weinberg zwischen Erbach und Hattenheim fast immer im Besitz eines halben Dutzends adeliger Weingüter war. Doch das ist Vergangenheit.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Der Wandel, den der Rheingau als eines der renommiertesten Anbaugebiete der Welt durchlebt, macht nicht einmal vor seinen Ikonen halt. Am Marcobrunn lässt sich diese Facette am deutlichsten ablesen: Der Weinadel dankt ab, teils jahrhundertealte Traditionen gehen zu Ende.

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