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Die Leiden eines Allergikers : Wenn jede Mahlzeit zum Risiko wird

  • -Aktualisiert am

Bild: Illustration Nina Simon, Foto Dieter Rüchel (2), ddp, Stefan Finger, imageBroker

Unser Autor ist Allergiker, bestimmte Lebensmittel sind für ihn gefährlich. Restaurantbesuche und Einkäufe werden für ihn deshalb regelmäßig zum Spießrutenlauf – denn oftmals werden Allergene nicht richtig gekennzeichnet.

          5 Min.

          Es ist eine Situation, wie ich sie nie wieder erleben will. 2010, in der Berliner Charité, bemerke ich plötzlich, wie sich mein Hals zuschnürt, meine Atmung pfeift und ich Hautausschlag bekomme. Ich bin hier, um herauszufinden, wie sich meine Nahrungsmittelallergien auswirken. Die Ärzte sind auf meine Reaktion vorbereitet, sie helfen mir, der Versuch hat keine schlimmen Folgen für mich. Doch spätestens seit diesem Moment weiß ich, wie gefährlich bestimmte Lebensmittel für mich sein können.

          Aber wie schlimm Allergien sind, scheint längst nicht überall bekannt zu sein. Letzten Sommer in einem Allgäuer Restaurant. Weil die Speisekarte keine Allergene ausweist, lasse ich mir die Allergikerkarte bringen. Sie steckt in einem vergilbten Plastikumschlag, ist leicht verstaubt und nicht beschriftet. Nur ein Datum steht darauf: 2016. Ich bin skeptisch und entscheide mich, weil ich allergisch gegen Eier, Schalenfrüchte und Erdnüsse bin, für eine einfache Salami-Pizza, die laut Karte keine dieser Allergene enthalten soll. Der Kellner versichert auf Nachfrage ebenfalls, dass die Pizza „clean“ ist. Doch nach ein paar Minuten kommt er zurück an unseren Tisch und erklärt, dass seit Kurzem alle Pizzen Ei enthielten. Meinen Hinweis, dann doch bitte die Allergikerkarte zu aktualisieren, nimmt er gelangweilt entgegen. Er denkt wahrscheinlich: Lohnt sich nicht, für die paar Allergiker.

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