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„Hans Sarpeis Fußballküche“ : Siege gehen durch den Magen

Vorsprung durch Gemüse: Hans Sarpei zeigt dem Fußball-Nachwuchs die Früchte guter Ernährung. Bild: Jörg Lehmann

Essen und Trinken beeinflussen die körperliche Leistungsfähigkeit und können den entscheidenden Vorsprung verschaffen. Der ehemaliger Fußballspieler Hans Sarpei will dieses Wissen dem Nachwuchs näherbringen.

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          Milchreisflocken-Porridge mit Birnenkompott, One-Pot-Spinat-Quinoa mit Ei, Hirse-Mandarinen-Trinkmüsli oder Reisbällchen mit Gurke: Wer vor 20 Jahren versucht hätte, solche Gerichte dem Fußball-Nachwuchs schmackhaft zu machen, wäre wohl auf erhebliche Vorbehalte gestoßen – vorsichtig gesagt. Heute ist das Thema Ernährung ein wichtiger Faktor für den sportlichen Erfolg. Auch in der Fußballbranche.

          Bernd Steinle
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Stefan Pappert hat das am eigenen Leib erlebt. Er hat bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 und bei der WM 2010 in Südafrika gekocht, inzwischen ist er unter anderem Chefkoch beim englischen Spitzenklub FC Arsenal. „Das Thema Ernährung hat sich mit den Jahren fast so stark gewandelt wie der Fußball selbst. Früher war es so, dass die Spieler vor dem Spiel ein Schnitzel und eine Portion Spätzle aßen. Heute sind die physischen Anforderungen so viel höher, dass sie sich zwangsläufig mit dem Thema Essen beschäftigen und aufgeklärter sind.“ So beschreibt Pappert die Entwicklung im Buch „Hans Sarpeis Fußballküche“, mit dem der ehemalige Fußballprofi Sarpei die Bedeutung der Ernährung jungen Fußballspielern nahebringen möchte.

          Sarpei war unter anderem für den VfL Wolfsburg und den FC Schalke 04 aktiv, er gewann mit Schalke 2011 den DFB-Pokal, nahm 2010 mit Ghana an der Weltmeisterschaft teil und erwarb 2015 die A-Lizenz als Fußballtrainer. Wenn er heute noch mal 20 Jahre alt wäre, würde er anders auf Ernährung achten, schreibt er. „Damals war es nicht so, da hat kein Mensch darüber gesprochen.“ Diese Leerstelle will er für den Nachwuchs von heute füllen. Dafür hat er prominente und  fachkundige Unterstützung gewonnen, wie die einstigen Nationalspieler Per Mertesacker und Arne Friedrich sowie die Ernährungswissenschaftlerin Claudia Osterkamp-Baerens.

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          Sarpei geht es konsequent um junge Leser: Er erklärt Grundlagen, beschränkt sich auf die wichtigsten Punkte, formuliert eingängig, präsentiert anschaulich. Zuallererst begründet er, warum die Beschäftigung mit Ernährung überhaupt lohnend sein kann für Fußballspieler: weil Essen und Trinken die körperliche Leistungsfähigkeit beeinflussen, weil sie den entscheidenden Vorsprung verschaffen können gegenüber Konkurrenten, und weil es jeder Spieler selbst in der Hand hat, diesen Vorsprung zu nutzen – unabhängig von Trainern, Lehrern, Eltern.

          Schnell und für jeden nachzukochen

          Es folgen Essens-Tipps für Frühstück, Mittag- und Abendessen, für die Stunden vor dem Training, für den Spieltag und die Zeit der Regeneration. Die Rezepte überfordern nicht durch raffinierte Feinheiten, sie sind schnell und für jeden nachzukochen. Und die Speisekarte beschränkt sich nicht auf Porridge, Hirse und Quinoa – sie bietet auch Lahmacun, Steak-Burger, Rührei-Wrap oder Bananenbrot. Ergänzend wird erklärt, warum es wichtig ist, genug zu trinken beim Sport, wieso der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln gefährlich sein kann und wie zwiespältig die Rolle des Zuckers auch für Sportler ist.

          Wie die extrovertierte Persönlichkeit des einstigen „Let’s-Dance“-Siegers Sarpei das nahelegt, ist das Buch kein schlecht gelaunter Verbotskatalog, der mit düsteren Schreckensszenarien droht, sollten nicht täglich Haferflocken und Sojamilch eingenommen werden. „Hans Sarpeis Fußballküche“ ist ein an jugendlichen Sportlerbedürfnissen und ihren Möglichkeiten und Vorlieben orientierter Ratgeber, der Appetit darauf macht, die Vorteile gesunder Ernährung zu nutzen, um das eigene Leistungsvermögen zu steigern – ohne sich bei der Essensauswahl kasteien zu müssen. Schließlich geht es vor allem darum herauszufinden, was für einen selbst am besten funktioniert. Und sich damit wohlzufühlen.

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