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Köche, Winzer, Weine : Unsere Lieblinge des Jahres 2016

  • -Aktualisiert am

Winzer des Jahres

Karsten Peter (rechts im Bild), Gut Hermannsberg, Niederhausen/Nahe

www.gut-hermannsberg.de

Die bewegende Vorgeschichte des Pfälzers Karsten Peter und der 1901 gegründeten ehemaligen preußischen Weinbaudomäne in Niederhausen an der Nahe lässt sich eigentlich nicht auf ein oder zwei Absätze reduzieren. Man kann sie in der Chronik des Gutes und diversen Weinbüchern nachlesen. Um aber zu verstehen, warum den beiden, Winzer und Gut, diese Auszeichnung hier gebührt, muss man zum Beispiel die großartigen Riesling-Weine des Hauses aus dem Jahrgang 2015 verkosten. Sicherlich werden sie manchen Lesern zu intensiv und/oder anstrengend erscheinen; das ist deren gutes Recht. Doch besteht das Ziel dieser Auszeichnung nicht darin, gefällige und standardisierte Gewächse zu bejubeln. Vielmehr geht es darum, Winzer herauszustellen, die eine bestimmte Art von Wein perfektionieren.

Seit er 2010 vom neuen Besitzer Jens Reidel zum Kellermeister und Verwalter des Gutes ernannt wurde, hat Peter unnachgiebig an einer zeitgemäßen Interpretation der großen Tradition der ehemaligen preußischen Domäne gearbeitet. Bereits der erste Jahrgang (beileibe kein einfacher) war sehr gelungen, aber in den folgenden Jahren wurden die Weine sprunghaft besser. Der 2015er „Vom Schiefer“ (aus Niederhäuser Weinbergslagen, die etwas sanftere Variante) und der 2015er „Vom Vulkan“ (aus Schlossböckelheimer Weinbergslagen, ausgesprochen markant; beide 14,50 Euro ab Hof) demonstrieren, was „rassig“ und „mineralisch“ bei trockenem Riesling bedeuten können. Sie bieten extrem viel Eigenart, vielleicht sogar etwas Genialität (zu freundlichen Preisen). Der Riesling „Steinterrassen“ (19,90 Euro ab Hof) und die „Großen Gewächse“ (ab 26 Euro) aus den letzten Jahrgängen steigern das noch. Sie verdienen und verlangen sehr viel Aufmerksamkeit.

Zu Recht würde Karsten Peter, der gerade 40 Jahre alt geworden ist, jetzt auf die herausragenden Weinbergslagen (vor allem die Monopollage Hermannsberg und die Kupfergrube, die mehrheitlich im Besitz des Hauses ist) als Quelle dieser Eigenart deuten. Er ist es jedoch, der den Lagen diesen Ausdruck entlockt und zum Strahlen bringt, und dafür wird er hier zum Winzer des Jahres ernannt.

Winzer-Entdeckung des Jahres

Walter Bibo, Bibo & Runge Wein, Hallgarten/Rheingau

www.bibo-runge-wein.de

Walter Bibo wurde erstmals Anfang der neunziger Jahre als Kellermeister des berühmten Weinguts Dr. Heger im Kaiserstuhl/Baden bekannt. Später lockte ihn das ebenfalls bekannte Weingut Schloss Reinhartshausen ins Rheingau. Das heißt: Er ist alles andere als ein Jungwinzer! 2013 gründete er zusammen mit seinem Geschäftspartner Kai Runge einen eigenen Betrieb in Hallgarten/Rheingau und zeigte mit den sehr gelungenen trockenen und feinherben Riesling-Weinen aus den Jahrgängen 2014 und 2015 sein Können als Winzer.

Bibo & Runge hat das Potential, sich einen Platz in der ersten Liga der Rheingau-Weingüter zu erarbeiten. Hier gibt es keine Modeweine und keine gemachten Weine, sondern wahre Rheingau-Klassiker, die durch ihre feinwürzige Art und ein elegantes Frucht-Säure-Spiel bestechen. Obwohl bereits die einfachsten Weine des Hauses wirklich gut sind, bringt der trockene und feinherbe „Hargardun“ (16 Euro ab Hof) aus beiden Jahrgängen das so richtig auf den Punkt.

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