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Jüngste Sterneköchin : Champagner mag sie jetzt nicht mehr

  • -Aktualisiert am

Gastfreundschaft wird bei ihr großgeschrieben

Trotzdem sorgt Komp in den mehr als 500 Jahre alten Gemäuern des Schlosses, in dem Pächter Thomas Bellefontaine 1992 das Restaurant eröffnete, für frischen Wind. Vor allem mit Einflüssen aus dem Orient: Tunesien ist die zweite Heimat der Köchin, die mit drei Jahren dort zum ersten Mal mit ihren Eltern Urlaub machte. Die verblichene Henna-Tätowierung auf der Hand ist ein Andenken an eine Hochzeitsfeier. „Ich bin dort sehr integriert und habe viele Freunde im Land“, sagt Komp.

Hauptgang: Salzwiesenlamm, Fenchel, Granatapfel und Pistazien-Ganache.

„In Tunesien werde ich an hohen Feiertagen oft eingeladen, zum Opferfest zum Beispiel.“ In Deutschland gehöre eine solch große Gastfreundschaft nicht unbedingt zur Tradition. „Ich weiß nicht, wie viele Deutsche zum Beispiel Flüchtlinge an Weihnachten zum Essen eingeladen haben.“ Komp jedenfalls hat im Advent 100 Menschen aus einem nahegelegenen Flüchtlingsheim aufs Schloss in ihre Sterneküche eingeladen. Typisch deutsch war das Mahl dann allerdings nicht. „Wir mussten etwas finden, was die meisten essen.“ Es gab Chili con Carne, Churros und Zuckerwatte.

Gewürze-Großeinkauf im Orient

Für die Sterneköchin muss es beim Essen nicht immer das Feinste vom Feinen sein. „Für mich selbst mache ich höchstens einen Salat und ein Spiegelei, ich kaufe mir auch schon mal gerne einen Döner“, erklärt sie. „Wenn ich im Urlaub bin, esse ich an den billigsten Buden mit dem meisten Andrang. Dort lasse ich mich am liebsten von den traditionellen Gerichten der Hausfrauen vor Ort inspirieren.“ Reisen ist ihre zweite Leidenschaft, nach dem Kochen. Lieblingsziel: natürlich der Orient. Neben Tunesien war sie schon in Marokko, Algerien, Libyen, Dubai und Qatar unterwegs. „Wenn ich im Orient über einen Markt streife, ist das für mich das Größte“, sagt sie. „All diese großartigen Gewürze. Ich komme immer mit einem Koffer voller Lebensmittel zurück.“

Deswegen gehört „Julia’s special oriental mix“, wie es auf einer der Gewürzdosen in der Küche heißt, auch zu den wichtigsten Zutaten ihrer „leichten französischen Küche mit orientalischen und asiatischen Einflüssen“. Auch durch Asien reist sie häufig, hat ein paar Monate in Malaysia und Singapur gekocht. „Ich habe schon Fernweh und könnte jederzeit losfliegen.“

Erstklassig - auch im Feiern

Das braucht sie auch als Ausgleich zum aufreibenden Job. „Ich verbringe mehr Zeit in der Küche als mit meiner Familie, meinen Freunden und meinem Bett zusammen“, so Komp. „Deswegen halte ich eine gute Stimmung im Team auch für extrem wichtig. Wir machen in der Mittagspause oft zusammen Sport, essen immer gemeinsam, waren sogar schon zweimal zusammen im Urlaub und gehen häufig samstags, wenn die letzten Gäste gegangen sind, noch feiern.“

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