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Accessoires für den Wein : Für Weinflaschen gibt’s jetzt auch Kondome

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Flasche geleert, LED-Element rein: Schon ist die neue Leuchte fertig. Bild: Gerald Franz

Ein Korkenersatz, ein Schaffell, das kühlt und Geräte zur Weinbelüftung – unser Autor hat sich auf der Messe ProWein umgeschaut und einige Accessoires entdeckt, die durchaus nützlich sein können.

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          Perfekt temperierten Wein auch zu Hause genießen zu können wird wichtiger. Schließlich haben viele Menschen sich während der Restaurantschließungen daran gewöhnt, Genuss in den eigenen vier Wänden zu zelebrieren. Der Außenküchentrend tut ein Übriges, schließlich möchte auch auf der Terrasse niemand auf die richtige Trinktemperatur verzichten. Die Nachfrage spiegelt sich in der Anzahl der Aussteller, die sich dem Thema Tischweinkühler widmen.

          Wer es möglichst genau, schick und praktisch möchte, findet mehrere Hersteller von elektrischen Geräten. Auf die traditionelle Form des Weinkühlers, mit oder ohne Fuß, setzt der Hersteller PrioVino. Mit der Beschaffung von Eiswürfeln, tropfenden Flaschen und zu kalten Weinen muss man sich dabei aber nicht beschäftigen. Gekühlt wird elektrisch, entweder mit Netzteil oder mit Akku, und die Temperatur ist von fünf bis 20 Grad einstellbar. Das günstigste Gerät kostet etwa 390 Euro.

          Weniger Auswahl, aber vom klassischen Weinkühler losgelöste, eckige Optik bietet das Gerät von Caso. Hier steht die Flasche leicht schräg, die zwischen fünf und 18 Grad eingestellte Temperatur ist gut sichtbar. Eine Steckdose muss hier aber unbedingt in der Nähe sein (etwa 120 Euro). Bei beiden Herstellern sollte die Flasche allerdings vorgekühlt eingelegt werden, das Halten der Temperatur ist das Hauptziel. Werfen Sie Ihren klassischen Eiswasserkübel also nicht weg: Wenn doch mal schnell und drastisch runtergekühlt werden muss, ist dieser wieder gefragt.

          Wer den Stromverbrauch reduzieren möchte, kann seinen Wein jedoch auch mit einem der ältesten Isolierungsstoffe der Welt kühl halten: Schafsfell. „Keep it cool with wool“ lautet der Slogan; etwa vier Stunden lang sollen die tierischen Behälter den Wein ohne größere Abweichung kühlen, sagt die niederländische Gründerin von Kywie, die in ihrem früheren Leben Rechtsanwältin war. Hübsch sehen die Ummantelungen auf jeden Fall aus. Die Ausführung für eine Standardflasche kostet etwa 70 Euro, die Preise variieren je nach Fellart, Design und Größe. Bei Rotwein sollte man vielleicht dem Flaschenhals einen Tropfenfänger umbinden, damit das Fell keine Flecken abbekommt.

          Frisch halten

          Kühlung ist auch die beste Art, eine angebrochene Flasche Wein möglichst lange trinkbar zu halten. Also verschließen und ab in den Kühlschrank. Wer den Korken verlegt hat, die Flasche tropffrei liegend verstauen oder einfach für Aufsehen sorgen möchte, kann dabei auf ein „Wein-Kondom“ zurückgreifen. Die Anwendung erklärt sich bei dem Namen von selbst. 12 Stück sollen 5,99 Euro kosten.

          Um die Trinkbarkeit von nicht geleerten Flaschen noch weiter zu verlängern, muss der restliche Inhalt vor Oxidation geschützt werden. Weinluft heißt paradoxerweise das Produkt, mit dem die Luft vom Wein abgeschirmt werden soll. Dazu drückt man eine Sekunde auf eine Spraydose: Durch einen Gummischlauch wird das Edelgas Argon in die angebrochene Flasche geleitet. Dieses ist schwerer als Luft und legt sich auf den Wein. Argon selbst ist reaktionsträge, sodass der Wein laut Hersteller noch nach Wochen genießbar sein soll. Um die Weinoberfläche nicht zu vergrößern, empfiehlt sich hier eine aufrechte Aufbewahrung. 6,99 Euro soll eine Spraydose kosten, 15 Anwendungen damit möglich sein. Bei gereiften Weinen wie zehn Jahre altem Riesling soll die Sprühflasche nicht angewendet werden, heißt es. Zu überlegen ist auch, ob man das Spray etwa bei jungen Rotweinen benutzen sollte, die gerade durch den Kontakt mit Sauerstoff manches Mal am zweiten Tag viel besser schmecken.

          Belüften

          Weinfans wissen, dass Dekantieren eigentlich das Trennen von Wein und Ablagerungen vom Flaschenboden ist. Geht es beim Umfüllen nur um die Zufuhr von Sauerstoff, spricht man von Karaffieren. Luft in den Wein soll auch ein Gerät namens Vinaera bringen, und zwar auf Knopfdruck. Das Gerät wird dafür auf den Flaschenhals gesteckt, der Wein per Teleskopröhrchen angesaugt, mit Sauerstoff angereichert und in das untergestellte Glas gepumpt. Das soll etwa eine Stunde Belüftungsvorsprung bringen, bei der Pro-Ausführung für etwa 129 Euro ist die Luftzufuhr einstellbar. Das Gerät arbeitet mit handelsüblichen Batterien. Gereinigt wird es, indem man es auf einer Wasserflasche benutzt. Tipp: Wer lieber einfach eine Karaffe benutzen und den Wein schnell mit viel Sauerstoff versorgen will, kann diesen mit einem Trichter zurück in die Flasche füllen und dann noch einmal karaffieren.

          Belüften kann auch ein Gerät namens D-Vine, zusätzlich stellt es die für den jeweiligen Weintyp passende Temperatur ein. Die nötigen Informationen bezieht es durch einen NFC-Chip, der an den nur für diese Maschine hergestellten Weingebinden angebracht ist. Diese Zylinder fassen 100 Milliliter und werden in das Gerät eingelassen. Also eine Möglichkeit für Menschen, die gerne gut, aber wenig trinken. Die D-Vine kostet je nach Ausstattung ab etwa 900 Euro. Manche Ausführungen verfügen über einen Touchscreen, der noch weitere Informationen zu dem Wein anzeigt. Beachten muss man natürlich, dass man auf das Weinportfolio des französischen Herstellers angewiesen ist, das einen deutlichen Frankreichschwerpunkt aufweist. Naheliegenderweise kostet die kleine Sonderfüllung proportional mehr als eine ganze Flasche des gleichen Weins.

          Aufbewahren

          Wer lieber auf richtige Weinflaschen setzt, muss diese gleichwohl irgendwo lagern. Das Regalsystem von Rack-art hat den Reiz, dass man es leicht zusammenstecken und beliebig erweitern kann. Außerdem kann es auch um die Ecke weitergebaut werden und bringt die Flaschen recht gut zur Geltung. Wer das System lieber nicht mit überraschend wenigen Dübeln an die Wand montieren möchte (für sechs Flaschen etwa 23,90 Euro), der kann auch auf eine vormontierte Version für 48 Flaschen setzen, die über einen Fuß und eine darüber angebrachte kleine Tischplatte verfügt: ein schmucker Verkostungstisch, den es für ungefähr 690 Euro gibt. Da die Flaschenhalterungen aus Polycarbonat sind, ist anders als bei Ton das Verkratzen von Etiketten sicher kein Thema. Licht kommt bei dieser Kon­struktion allerdings durchaus an den Wein, was dessen Lagerfähigkeit beeinträchtigen kann.

          Verschönern

          Wer eine besondere, aber ausgetrunkene Flasche in Szene setzen möchte, kann sie zur Lichtquelle umgestalten. Durch einen aufgesteckten Schirm von Sompex für etwa 69 Euro wird eine Lampe daraus. Der Akku für die LED-Beleuchtung wird einfach über USB aufgeladen, das Licht ist dimmbar.

          Nicht zum Fuß, sondern zum Leuchtkörper selbst wird die Flasche bei der Bottlelight Company. Das zylindrische LED-Leuchtelement wird einfach in der aufrechten Flasche versenkt. Das gibt es dimmbar in Weiß oder in einstellbarem farbigen Licht für etwa 30 beziehungsweise 43 Euro. Wer die Idee gut findet, die Etiketten aber nicht rückstandslos abbekommt, kann auch einfach mit dem Sandstrahlverfahren verschönerte Flaschen beim Hersteller kaufen. Das Modell „Eisblume“ kostet etwa 60 Euro.

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