https://www.faz.net/-hs0-aasbd

Gericht entscheidet : Schweizer Dorf Champagne darf seinen Namen nicht für Weine nutzen

  • Aktualisiert am

Verwechslungsgefahr mit dem berühmten Schaumwein? Das Schweizer Dorf „Champagne“ darf den Namen jedenfalls nicht mehr für seine Weine verwenden. Bild: AFP

„Gemeinde Champagne“ darf künftig nicht mehr auf den Weinen stehen, die das gleichnamige Schweizer Dorf dort produziert. Das hat ein Schweizer Gericht entschieden.

          1 Min.

          Das kleine Schweizer Dorf Champagne darf künftig nicht mehr „Gemeinde Champagne“ auf die dort produzierten Weine schreiben. Dies entschied das Verfassungsgericht des Kantons Waadt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur SDA vom Samstag zugunsten des französischen Wirtschaftsverbands der Champagner-Produzenten. Die Schaffung einer geschützten Herkunftsbezeichnung (AOC) durch die Kantonsbehörden verstoße gegen bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und der EU.

          Das Dorf Champagne hatte erst am 13. Januar nach jahrelangem Streit das Recht erhalten, seinen Namen auf seine Produkte zu schreiben. Die Kantonsbehörden sahen laut ihrer Entscheidung keine Gefahr, dass die Weißweine von den rund 28 Hektar Weinbergen nahe dem Neuenburgersee in der Westschweiz mit dem weltbekannten französischen Schaumwein verwechselt werden könnten.

          Der französische Interessenverband der Champagner-Hersteller, die zusammen rund 34.000 Hektar Weinberge bewirtschaften, hatte jedoch Klage eingereicht und bekam nun Recht. In der Entscheidung des Verfassungsgerichtes des Kantons Waadt heißt es, der französische Begriff „champagne“ genieße durch das bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und der EU einen exklusiven Schutz. Dieser verbiete „jede Verwendung des Namens für Weine, die nicht aus der französischen Champagne kommen“.

          Weitere Themen

          Der Weinadel dankt ab

          FAZ Plus Artikel: Wandel im Rheingau : Der Weinadel dankt ab

          Die renommierten Weingüter verlassen zunehmend den Besitz der alteingesessenen Adelsfamilien. Die Gründe für den Niedergang sind vielfältig, und die Corona-Pandemie beschleunigt die Veränderung.

          Eine Kutschfahrt mit Geschmack

          „Riding Dinner“ in Wien : Eine Kutschfahrt mit Geschmack

          Wien bei einer Kutschfahrt entdecken und während der Fahrt die kulinarischen Highlights der Stadt genießen – das ist das Konzept des „Riding Dinners“. Das Ganze funktioniert dank einer eigens ausgetüftelten Tischkonstruktion.

          Topmeldungen

          Nahostkonflikt : Israels Militär droht Hamas mit gezielten Tötungen

          Israels Raketen zerstören ein Hochhaus mit Journalistenbüros im Gazastreifen. Der Armeesprecher kündigt weitere Angriffe auf die Führungsriege der Hamas an. Iran stellt sich hinter sie. Und US-Präsident Biden telefoniert — mit Israels Regierungschef Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas.
          Grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock

          Grüne : Baerbock will als Kanzlerin Flugreisen verteuern

          Solaranlagenpflicht für Neubau, Kurzstreckenflüge sollen obsolet werden: Annalena Baerbock kündigt ein „Klimaschutzsofortprogramm“ an, sollte die Grüne im September Kanzlerin werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.