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Frozen Cocktails : Sex On The Beach aus der Tiefkühltruhe

Cocktails aus der Flasche vom Berliner Start-up Kukki. Bild: Hersteller

Cocktails wollen eigentlich frisch gemacht und frisch getrunken werden. Genau dieses Prinzip konterkariert das Berliner Start-up Kukki – und verwandelt die eigene Tiefkühltruhe in eine Cocktailbar.

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          Was macht ein Bayer, der kein Bier mag? Er fängt an, mit anderem Alkohol zu experimentieren. Daraus kann etwas werden. Cocktails in Flaschen zum Beispiel. Inzwischen haben Josef Klemm, genannt Sepp, und seine beiden Geschäftspartner Saif Rudi und Andreas Romanowski sogar das Patent auf ihre Erfindung. Allerdings war es ein langer Weg, denn Cocktails wollen eigentlich frisch gemacht und frisch getrunken werden. Genau dieses Prinzip konterkarieren die drei Wahl-Berliner mit Kukki.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der in Bad Tölz geborene Josef Klemm fand schon früh heraus, dass sich ein Cocktail nicht einfach aufbewahren lässt. Selbst im Kühlschrank beginnt er zu gären, wenn er nicht pasteurisiert oder mit Konservierungsstoffen versetzt wird. Darum haben „Fertigcocktails“, wie man sie in Supermarktregalen findet, einen eher schlechten Ruf. Klemm versuchte, seine Cocktails in Flaschen einzufrieren, was zunächst nicht gelang: Das Glas platzte. Friert man aber in der Flasche Eiswürfel mit ein, bleiben die Flaschen heil. Genau das war der Durchbruch, den sich die drei unter anderem patentieren ließen.

          Aus dem Start-up Kukki ist ein gutgehendes Unternehmen geworden. Der Name ist entstanden, weil die drei Freunde bei der Entwicklung ihres Produkts Cookies aßen. Eingedeutscht ist das Wort ein leicht zu merkender und fast überall auf der Welt auszusprechender Begriff. Am längsten im Programm ist der Sex On The Beach, der aus Wodka, Ananas-, Cranberry- und Orangensaft sowie Pfirsichlikör besteht. Die Heidelbeeren sind bei diesem Cocktail eher Dekoelemente, die frische Minze beim Mojito (mit weißem Rum) hingegen ist unverzichtbarer Bestandteil. Sie löst sich durchs Schütteln auf und wird mitgetrunken. Außerdem gibt es noch den El Presidente, aus Braunem Rum, Ananas-, Limetten- und Sauerkirschsaft sowie Grenadinesirup.

          Mit wenig Alkohol: Die Idee zu den Cocktails aus der Flasche hatte Josef Klemm (Mitte), der zusammen mit Andreas Romanowski (links) und Saif Rudi hinter Kukki steckt.
          Mit wenig Alkohol: Die Idee zu den Cocktails aus der Flasche hatte Josef Klemm (Mitte), der zusammen mit Andreas Romanowski (links) und Saif Rudi hinter Kukki steckt. : Bild: Hersteller

          Die drei haben 14,1 Prozent Alkohol: Das ist noch immer wesentlich weniger, als Cocktails gewöhnlich haben. Doch genau das kommt an. „Darum haben wir vier Sorten entwickelt, die noch weniger Alkohol enthalten“, erzählt Romanowski. Wild Passion Fruit, Pink Grapefruit, Red Berry und Colada haben jeweils acht Prozent. Die schock- und bei minus 18 Grad tiefgefrorenen Flaschen werden in einem eigens entwickelten und von den Berliner Behindertenwerkstätten gefertigten Toaster mithilfe von Infrarot-Stäben in nur 30 Sekunden angetaut. Nach drei bis vier Minuten im warmen Wasserbad sind die Flaschen Cocktails aber auch trinkfertig.

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