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„Gault Millau“ : Besser als im Fernsehen

  • -Aktualisiert am

Koch des Jahres: Christoph Rüffer vom Restaurant „Haerlin“ im Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg Bild: dpa

Der Restaurantführer „Gault Millau“ kürt die Spitzenköche Deutschlands und befindet: Selten waren deutsche Kochstars besser. Das gilt aber nicht für das Treiben deutscher Fernsehköche.

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          Der Gault Millau bleibt sich auch in der neuen Ausgabe treu: etwas konservativ, recht evolutionär und immer für eine kleine Pointe gut. Wie alle neuen Restaurantführer feiert er die positive Entwicklung der deutschen Gastronomie und redet schon von einem „kulinarischen Exportschlager“, weil sich deutsche Köche vermehrt auch in internationalen Spitzenpositionen finden.

          Vom Nachwuchs wünscht sich der Gault Millau mehr Kreatives und weniger Kopien. Dabei scheint der wortreich-kritische Restaurantführer mit französischen Wurzeln vergessen zu haben, dass viele der heutigen Kochstars kaum jemals so kreativ waren wie die Jugend von heute.

          Stabile Spitze

          Koch des Jahres ist der exzellente Christoph Rüffer vom „Haerlin“ im Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg, der sich auch über einen Aufstieg in den Kreis der Köche mit 19 Punkten freuen darf (von 20 Punkten, die in Deutschland aber noch nie vergeben wurden). Ansonsten bleibt die Spitze stabil, die nun 14 Köche mit der „Höchstnote für die weltbesten Restaurants“ zählt. Auch bei den Häusern mit 18Punkten gibt es Zuwachs, und zwar gleich zweifach: mit dem „Facil“ in Berlin mit Michael Kempf und der „Villa Rothschild“ in Königstein im Taunus mit Nachwuchstalent Christian Eckhardt.

          Bei den Abwertungen traf es wieder einmal gleich mehrere bekannte Fernsehköche. Kolja Kleeberg vom „Vau“ in Berlin kann nur noch mittelprächtige 16 Punkte verbuchen, was nach einer neuerlichen Abwertung auch für seinen Kollegen Frank Rosin vom „Rosin“ in Dorsten und Alexander Herrmann vom gleichnamigen Restaurant in Wirsberg gilt. In dieser Klasse liegt übrigens auch das „Val d’Or“ von Johann Lafer. Zur besseren Einordnung: Bei Gault Millau werden 107 Restaurants besser bewertet als die Lokale dieser Fernsehköche.

          Auszeichnungen des „Gault Millau“

          Koch des Jahres: Christoph Rüffer vom „Haerlin“ in Hamburg

          Aufsteiger des Jahres: Anton Schmaus vom „Storstad“ in Regensburg

          Entdeckung des Jahres: Cédric Schwitzer vom „Schwitzer’s Hotel am Park“ in Waldbronn bei Karlsruhe

          Oberkellner des Jahres: Thomas Brandt vom „Bareiss“ in Baiersbronn

          Sommelier des Jahres: Daniel Kiowski vom „Schloss Berg“ in Perl-Nennig (Saarland)

          Pâtissier des Jahres: Karina Appeldorn vom „First Floor“ in Berlin

          Restaurateur des Jahres: Gerhard Retter und Christof Ellinghaus von der „Cordobar“ in Berlin

          Bester Deutscher Koch im Ausland: Heiko Nieder von „The Restaurant“ im „Dolder Grand“ in Zürich

          Hotelier des Jahres: Thomas Althoff mit seinen Hotels in Bergisch Gladbach, Celle, Rottach-Egern, Stuttgart

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