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Koch der Nationalelf : „Es gab ein vierwöchiges Testessen“

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Wichtig für mich und meine Aufgabe ist es, eine Vielfalt an Nahrung und Variationen in ihrer Zubereitung anzubieten. Dass die Spieler finden, was sie brauchen, was für ihren Körper gut sein könnte. Ich vermeide Belastungsfaktoren. Zum Beispiel brate ich vorm Spiel keinen Fisch, sondern dämpfe ihn. Ich serviere auch keinen extrem fetten Fisch, sondern vielleicht einen Kabeljau. Und man serviert kein rotes Fleisch, sondern helles Fleisch. Ein Hühnchen hat einfach mehr Eiweiß als ein Roastbeef. Dann noch ein paar Salate und leichtes Gemüse wie Karotten. Und natürlich Pasta. Gewisse Dinge sind einfach ritualisiert, das hat sicher bei dem einen oder anderen auch ein wenig mit Aberglaube zu tun.

Das Telefoninterview für den Job als Mannschaftskoch führte Teammanager Oliver Bierhoff.
Das Telefoninterview für den Job als Mannschaftskoch führte Teammanager Oliver Bierhoff. : Bild: dpa

Wie viele Mahlzeiten nehmen die Spieler am Tag zu sich?

Angeboten werden Frühstück und ein Mittagessen. Und, da die Spiele meist abends stattfinden, gibt es drei Stunden vorher noch einen Nachmittagssnack. Hier wird gerne noch mal ein Teller Pasta oder ein Hühnchen-Vollkorn-Sandwich gegessen und dann schon sehr spät in der Nacht nach dem Spiel ein gemeinsames Abendessen. Es gibt nicht nur jeweils ein Gericht, sondern drei Vorspeisen, ein Salatbuffet, drei Hauptgänge, zwei Suppen, ein Dessert. Meine nicht ganz so leichte Aufgabe als Koch ist: mich möglichst nicht zu wiederholen, sondern den Spielern eine große Vielfalt anzubieten.

Bekommen die Spieler morgens von Ihnen besondere Muntermacher?

Auch hier gilt: Ich versuche bereits zum Frühstück eine Bandbreite anzubieten, so dass jeder Spieler etwas nach seinem Geschmack findet. Es gibt da vielleicht den einen, der wenig isst, sich nur ein Brötchen schmiert. Andere möchten einen Avocadotoast mit Ei. Oder nur Eierspeisen. Ich biete Porridge auch mit Datteln und Granatapfel an oder Buchweizenpfannkuchen mit siebzigprozentiger Schokolade und Ingwer fein darübergehobelt.

Welche Pasta, welche Saucen nehmen Sie?

Generell nutze ich nur Kamut-Pasta. Das Korn kommt aus dem orientalischen Raum und ist besonders nährstoffhaltig. Das gibt es mittlerweile auch bei uns. Und vorm Spiel – das ist wie ein Ritual – wird gerne Bolognese gegessen: klassisch mit Zwiebeln, Karotten, Hack, Tomate.

Gibt es eine Liste mit Lieblingsessen der Spieler, mit Abneigungen oder Allergien?

Nein. Bis jetzt ist auch noch keiner mit einem besonderen Wunsch auf mich zugekommen. Es gibt auch keine Allergieliste. Wo ich ein bisschen überrascht war, dass gerne auch Reh gegessen wird. Reh ist wie Bison ein sehr hoher Eiweißlieferant. Das hat sich natürlich rumgesprochen. Die Sportler wissen eben selbst ganz genau, was für ihren Körper gut ist und was hilft. Sehr viele Spieler sind sehr weit, was das Wissen über Essen anbetrifft.

Gibt es in der Halbzeitpause Aufbaunahrung von Ihnen?

In der Pause machen wir nichts. Während des Spiels ist das Terrain um die Mannschaft für Außenstehende tabu. Das gilt auch für mich, und ich sitze auf der Zuschauertribüne.

Was bekommen die Spieler nach dem Spiel?

Die Spieler brauchen direkt im Anschluss wieder Energie. Die kommt dann wieder durch klassische Energielieferanten wie Reis und Pasta.

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