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Ernährung : Jeder zehnte Deutsche ist ein „Flexitarier“

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Karotte statt Rumpsteak: Als Motivation nennen die meisten Vegetarier den Schutz der eigenen Gesundheit. Bild: Dieter Rüchel

Die Zahl der Vegetarier in Deutschland hat sich in den vergangenen sieben Jahren verdoppelt. Außerdem essen immer mehr Menschen bewusst wenig Fleisch. Abhängig ist der Konsum von Bildungsgrad und Einkommen.

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          Fleischlose Ernährung wird in Deutschland immer beliebter. Nach einer Studie der Universitäten Göttingen und Hohenheim verdoppelte sich der Anteil der Vegetarier in den vergangenen sieben Jahren auf 3,7 Prozent. Knapp zwölf Prozent der Deutschen gehören demnach zu den sogenannten Flexitariern, die bewusst wenig Fleisch essen. Weitere zehn Prozent wollen ihren Fleischkonsum verringern. Dem stehen drei Viertel der Deutschen gegenüber, die sich keine Sorgen darum machen, wie viel Fleisch sie essen.

          Die wichtigste Motivation, den eigenen Fleischkonsum zu verringern, sei der Schutz der eigenen Gesundheit, berichtet der Göttinger Agrarökonom Achim Spiller. Umwelt- und Tierschutz spielten hingegen eine geringere Rolle. 60 Prozent der Deutschen wären demnach generell bereit, weniger Fleisch zu essen. Bei den Flexi- und Vegetariern sind Frauen merklich überrepräsentiert. Vegan, also vollständig ohne tierische Produkte, ernährt sich nach den Daten weniger als ein halbes Prozent der deutschen Bevölkerung.

          „Der Fleischkonsum nimmt mit steigendem Bildungsgrad und höherem Einkommen ab“, sagte Harald Grethe, der an der Universität Hohenheim Agrarpolitik lehrt. Das gesellschaftliche Image von Fleisch verändere sich, meint Spiller. Während Fleisch nach dem Krieg ein Luxusprodukt gewesen sei, seien viele Würstchen auf dem Grill heute eher ein Phänomen der unteren sozialen Schichten. „Auch soziale Abgrenzung spielt hier eine Rolle“, meint Spiller. Für den Agrarökonomen folgt aus der Studie, dass die deutsche Fleischwirtschaft sich Gedanken machen müsse, wie sie höherwertiges Fleisch herstellen kann getreu dem Motto: „Less but better.“

          Für die Untersuchung wurden knapp 1200 Konsumenten ab einem Alter von 18 Jahren per Quotenstichprobe online befragt, die nach Angaben der Autoren repräsentativ mit Blick auf die Kriterien Alter, Geschlecht, Einkommen und Wohnregion ist.

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