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Stilfragebogen: Stuart Piggot : Weinblogs? Um Gottes Willen!

In England geboren, in Deutschland studiert: Stuart Pigott ist der Weinkritiker für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Bild: Rainer Wohlfahrt

Stuart Pigott lebt in New York und Berlin und liebt Wein. An Smalltalk-Themen fehlt es ihm nicht – sein Lieblings-Redestoff sind Bars und Restaurants.

          3 Min.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Getoastetes Roggenbrot mit gesalzener Butter und Buchweizenhonig. Ausnahmslos, jeden Tag, auch am Wochenende.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Berlin, London, New York. Manchmal gebe ich sehr viel Geld aus, manchmal wenig.

          Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

          Wenn ich genug Geld in der Tasche habe und fündig werde, ja. Wenn ich kein Geld habe oder sehr viel Zeit in die Suche stecke und nichts finde, ist das enttäuschend. Da bin ich ganz normal.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Eine Jacke von Vivienne Westwood vom Dezember 1991. Im Stoff ist etwas Gold verarbeitet, sie glitzert, ein bisschen Las Vegas. Ich kann Dinge nicht wegwerfen.

          Was war Ihre größte Modesünde?

          Das war eine Sünde, weil sie sündhaft teuer war: ein Gehrock von der New Yorker Modefirma Neodandi für 3400 Dollar. So etwas hatte ich zuvor noch nie gesehen.

          Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

          Zum Joggen jeden Morgen. Zu Hause: indiskutabel!

          Haben Sie Stil-Vorbilder?

          Jein, ich bin wie eine Elster, hole mir hier eine Idee und ganz woanders eine. Es gibt nicht das eine Vorbild oder den einen Stil, den ich anstrebe.

          Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder Möbelstück selbst gemacht?

          Nein, dazu bin ich unfähig. Wörter sind mein Medium.

          Besitzen Sie ein komplettes Service?

          Ich bin frisch geschieden und habe quasi alles hinter mir gelassen. Außer Kleidung, Büchern und dem Schreibtisch besitze ich ganz wenig.

          Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

          Ich koche sehr gern, das letzte Mal war es ein Newport-Steak mit Wurzelsellerie, Rote Bete und Brokkoli. Aber es muss nicht unbedingt Fleisch sein. Ich koche auch gern Gemüse als Essen für sich.

          Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

          In gedruckter Form lese ich am liebsten zwei Extreme. Auf der einen Seite „New York Times“, F.A.Z., „Financial Times“, „Guardian“. Auf der anderen Seite ganz besondere Zeitschriften, zum Beispiel die neue Weinzeitschrift „Schluck“ - die erste, die ich von vorne bis hinten gelesen habe.

          Welche Websites und Blogs lesen Sie?

          Nachrichtenseiten oder private Entdeckungen. Weinblogs? Um Gottes willen!

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Das ist eine ganze Weile her. Aber eigentlich halte ich sehr viel davon. Nachdenkliche Sachen sind viel schöner mit der Hand geschrieben als per Mail oder gar als - Entschuldigung - verdammte SMS. Kurzmitteilungen sind ja prima, aber nicht für Nachdenkliches.

          Welches Buch hat Sie in Ihrem Leben am meisten beeindruckt?

          „Story“ von Robert McKee, dem Guru der Drehbuchschreiber. Das ist sein großes Buch zum Drehbuchschreiben, aber eigentlich ist es auch ein Werk zum Thema storytelling, wie man eine Geschichte richtig erzählt.

          Ihre Lieblingsvornamen?

          Rienne, der Vorname einer amerikanischen Freundin.

          Ihr Lieblingsfilm?

          Schwierig, denn ich bin Film-Fanatiker. Darf es nur einer sein? Dann muss es „Blue Velvet“ von David Lynch sein.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Weil ich lebenslanger Nicht-Autofahrer bin, also nie einen Führerschein hatte, bin ich immer ohne Auto und fühle mich auf diese Weise frei. Aber einige gute Gespräche mit Freunden fanden statt, als sie am Steuer saßen. Das Auto ist ein guter Ort zum Reden.

          Tragen Sie eine Uhr?

          Ich habe eine, aber sie liegt gerade neben mir auf dem Schreibtisch, es ist eine billige Sekonda. Einige Leute haben mir schon gesagt, sie sehe verdammt teuer aus.

          Tragen Sie Schmuck?

          Ein Armband und einen Ring, beide Silber und von einer Silberschmiedin aus Berkeley. Sie heißt Christine Rotolo.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Riesling duftet viel besser als die allermeisten Parfums.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Das müssen andere entscheiden.

          Was ist Ihre größte Schwäche?

          Ich bin ein Streber.

          Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

          Gute Gesellschaft, davon lebt alles. Ein Jackett ist toll, aber die Erinnerung daran, dass man es in einem besonderen Moment getragen hat, macht es wertvoll.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Bars und Restaurants, und was in diesen Etablissements passiert ist.

          Sind Sie abergläubisch?

          Nein.

          Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

          Das war ein Tag in Los Angeles vergangenen Februar. Ich kam gerade aus Neuseeland. Am nächsten Tag war eine Freundin in der Stadt, wir hatten einen großartigen Tag. Das hätte ich nicht erwartet. Das ist für mich Urlaub.

          Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

          Der Überraschungseffekt macht einen Tag besonders und für mich zum Urlaub. Das kann man nicht planen.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Gestern Abend war es nur Bier. Für heute Abend nehme ich mir etwas Wein vor.

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