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Drei Regionen liegen vorn : Die besten Weine einer durchwachsenen Saison

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Weingut Kruger-Rumpf, 2017 Burgberg: rauchige Akzente, Aprikose, Apfel, Bergamotte. Stramm, straff, feine Säurespur, herzhaftes Bekenntnis zur Fruchtsäure, glasklar und klirrend am Gaumen. 91 Punkte.

Gut Hermannsberg, 2017 Rotenberg: gut gemacht, aber schwerfällig und erdverbunden. Mehr Moll als Dur. 87 Punkte.

Rheinhessen

Im Jahr 2017 schwächeln die rheinhessischen Rieslingwinzer, ihre Weine sind eher breit und voluminös aufgestellt, und es gab kaum Leuchttürme.

Weingut Gunderloch, 2017 Rothenberg: Geruch nach Gummi, knackige Säure, dicht, aber es fehlt Mehrdimensionalität. 88 Punkte.

Weingut St. Antony, 2017 Orbel: enorm mineralisch, dicht und verwoben, kristallin. Eine schillernde Druse. Dicht und voluminös. Ein Gigant. 93 Punkte.

Weingut Keller, 2017 Hipping: etwas Bohnerwachs, spontane Noten dominieren im Duft. Kaum Frucht, gute Säure, hat aber wenig Kraft und nicht genug Dimensionen. 88 Punkte.

Weingut Wittmann, 2017 Brunnenhäuschen: dicht, verwobene Frucht, florale Akzente. Feine Säure und sehr gute Länge. 91 Punkte.

Pfalz

Auch die für den Riesling warme Pfalz konnte sich 2017 nicht optimal aufstellen. Mit wenigen Ausnahmen viele breite Weine, die Finesse vermissen lassen.

Acham Magin, 2017 Ungeheuer: einfach nur saftig und elegant. Brillante Säure, enormes Spiel, druckvoll und lang. 92 Punkte.

Weingut Dr. Bürklin-Wolf, 2016 Ungeheuer: reifer Duft, zu reif. Wo bleibt die Frische? Verrauchte Aromen im Finale. 87 Punkte.

Reichsrat von Buhl, 2016 Freundstück: Holz, Holz, Holz. Zu viel Eiche auf den Schultern der Frucht. Ein Eisenbieger am Trapez. 86 Punkte.

Geh. Rat Dr. von Bassermann-Jordan, 2017 Kalkofen: Brillante Frucht, strahlend. Viel Aprikose und weißer Pfirsich. Spitze. 92 Punkte.

Ökonomierat Rebholz, 2017 Ganzhorn: voller Wucht, Tiefe und Strahlkraft. Dicht und verwoben, aktiv. Zitrone und Limettenschale, lebendig und strahlend über Kilometer. Grandios. 94 Punkte.

Silvaner Franken

Was für ein Jahr für den Silvaner! Franken trumpft mit grandiosen Weinen auf.

Weingut Horst Sauer, 2017 Am Lumpen: reifer Birnenduft, Limettenschale. Elektrisierend scharf, hat eine herzhafte Attacke. Mineralisch, vital und stringent. Enorme Länge. 95 Punkte.

Weingut Rainer Sauer, 2017 Am Lumpen: Duft nach Birne und Cox. Elektrisierend, nachhaltig, dicht. Enorme Kraft, großes Volumen, sehr aktiv im Mund. À point, herausragend. 93 Punkte.

Spätburgunder Et Al.

Weingut August Kesseler, 2016 Höllenberg: getrocknete Rosenblüten, feines Parfum, Rauch, Gesichtspuder. Zarte und doch kraftvolle Gerbstoffe. Enormes Aromenvolumen. Großer Pinot der Extraklasse. 95 Punkte.

Bergdolt St. Lamprecht, 2016 Kalkberg: reife Früchte, Hagebutte, Rosenblüten. Adstringierend, aber zugänglich und elegant. Pfeffer und Schwarzkirsche, Lorbeer und Anis. Herrliche Säure, großes Potenzial. 94 Punkte.

Weingut Bernhard Huber, 2016 Sommerhalde: sehr fokussiert, beschreibt die Umlaufbahnen eines idealen Pinots mit einer spektakulären Fruchtsäurespur, denen fruchtfleischigen Zitate folgen. Immer schlank, nie opulent. Ein antiautoritärer Wein, nicht durch Holz in Form gezwungen, Frucht regiert. 95 Punkte.

Weingut Dr. Heger, 2016 Hinter Winklen, Gras im Ofen, Chardonnay: Frucht und Staub in der Nase. Im Mund dann Vanille, feine Säurespur, weich, aber nicht fett. Hager, salzig. Nur ein Hauch intramuskuläres Fett. 93 Punkte.

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