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Drei Regionen liegen vorn : Die besten Weine einer durchwachsenen Saison

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Weingut S. A. Prüm, 2017 Sonnenuhr: Duft nach Freesien und gratinierter Frucht. Glasklare Mineralität, kandierte Frucht, goldgelbe Trauben. Im Mund spurtet er durch, messerscharfe Schieferzitate, intensiv, fordernd bis zum letzten Tropfen. Und ewig lang. 98 Punkte.

Schloss Lieser, 2017 Himmelreich: gerösteter Sesam, spontane Noten, Meerrettich, Brennnessel. Sagenhafte Dynamik; Wild at Heart. Großes Rieslingerlebnis, knusprig, wie berstendes Glas. Ein radikaler Wein. 97 Punkte.

Weingut Fritz Haag, 2017 Juffer: strahlende Rieslingfrucht. Ein Laserschwert, herziger Kiefernduft, Pfifferlinge, Eisennoten. Dreht am Gaumen auf, ist aktiv und dynamisch. Und bleibt eine halbe Ewigkeit am Gaumen. 96 Punkte.

Weingut Julian Haart, 2017 Ohligsberg: pure Mineralität in der Nase, Radieschen, bitter-scharf, Steine und Anis. Im Mund eine Stromschnelle aus Schiefer und reifer Frucht, ein Grenzgänger: „Take a walk on the wild side.“ Ganz groß und ebenso lang. 95 Punkte.

Rheingau

Let's go west! Der Rüdesheimer Berg deklassiert den restlichen Rheingau. Spiel, Satz und Sieg an den steilen Schieferlagen ganz im Westen des Anbaugebiets.

Weingut Künstler, 2017 Hölle: gut gebaut, aber nicht inspirierend. Es fehlt aromatischer Tiefgang. In der Hölle ist das Feuer erloschen. 88 Punkte.

Weingut Robert Weil, 2017 Gräfenberg: mineralischer Duft, Kräuternoten, spürbare Reife. Im Mund reif und ruhig. Doch statt wie gewohnt karg zu sein, hat der Gräfenberg Speck auf den Rippen. Und einen süßen Kosakenzipfel im (kurzen) Finale. 89 Punkte.

Weingut Prinz, 2017 Jungfer: straight, da sitzt alles, sehr fein und raffiniert. Hat Brillanz, eine feine Fruchtmelodie und exzellente Länge. 92 Punkte.

Weingut Schloss Vollrads, 2017 Schlossberg: weißfleischige Pfirsiche, Frühlingsblüten. Sehr stringent, ganz eindeutige, lineare Spur im Mund. Führt gradheraus ins Ziel. Herrliche Länge. 94 Punkte.

Weingut Prinz von Hessen, 2017 Klaus: Kommt auf leisen Sohlen im Duft. Im Mund startet er mit schöner Druckwelle und klarer Dynamik. Gibt Gas und klingt herrlich lange nach. 92 Punkte.

Weingut Johannishof, 2017 Berg Rottland: anziehender Duft, attrakive Blütenaromen, multipel. Auslesecharakteristik im besten Sinne. Klar wie ein Bergbach, schön dynamisch. Völlig stressfreier Wein, grandios. 98 Punkte.

Weingut August Kesseler, 2017 Schlossberg: extrem ziselierter Duft voller Schiefer. Anrührend schöner Verlauf, dabei immer in der Spur. Berührend, flirrend, fast knuspriges Säuregefühl. Saftig, raumgreifend, mineralisch. Imperiales Finale. 99 Punkte.

Staatsweingüter Kloster Eberbach, 2017 Berg Schlossberg: eine Hommage an das große Holzfass und reife Rieslingfrucht, umrahmt von Grapefruit, Zitronen und Brillanten. Ein mineralischer Gong am Gaumen, tief und herrlich lang. 95 Punkte.

Weingut Fendel, 2017 Berg Roseneck: ein Hauch Vanille in der Nase, exotische Noten. Kraftvoll, pfeffrig, attraktiv, ein starker Riesling, herrliche Länge und enorme Druckwelle am Gaumen. 95 Punkte.

Nahe

Wenige Weine machten hier von sich reden. Die meisten lagen im soliden Mittelfeld und schafften es mit Mühe in die Kategorie der Großen Gewächse.

Weingut Dönnhoff, 2017 Dellchen: Die Duftwolke schwebt über dem Glas. Zuckerwatte ohne Süße, Mandarine und Kerbel im Duft. Druckvoll am Gaumen, spannungsreich, mineralisch und voller Brillanz mit mehrdimensionalem Geschmacksraum. Brillant. 96 Punkte.

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