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Deutsche Spitzenweine im Test : Wer ist wirklich sein Geld wert?

  • -Aktualisiert am

Bild: Wonge Bergmann

Die Verkostung der „Großen Gewächse“ aus dem Jahrgang 2013 entpuppte sich als Desaster. Unsere Autoren wissen warum und kennen die wenigen Gewinner.

          Es ist das große Schaulaufen der besten Weine Deutschlands. Immer Ende August stellen die rund 200 Mitglieder des „Verbands Deutscher Prädikatsweingüter“ VDP ihre neuen „Großen Gewächse“ der Öffentlichkeit vor. Dabei legt der Club selbst fest, wer zu den Besten gehört. Denn jeder Wein muss eine interne Qualitätsprüfung bestehen, in der die Winzer ihre Weine gegenseitig testen.

          Bei der Frage, ob sie ihre 2013er für das große Schaulaufen anstellen sollten oder lieber nicht, standen viele VDP-Winzer am Scheideweg. Denn 2013 war absolut kein Heldenjahr. Nein, es war in weiten Teilen Deutschlands das Jahr des Dauerregens in der Erntephase. Dennoch geschah wohl ein Wunder: Trotz der schwierigen Voraussetzungen kamen am Ende immerhin knapp 400 Weine zusammen, die die interne Prüfung meisterten. Und das, obwohl der Witterungsverlauf jede Menge klimatische Spuren in Form von radikaler Fruchtsäure, reichlich Fäulnis und einer sparsamen Aromenausprägung hinterlassen hat.

          Dem versuchten die Winzer durch Selektion von ungeeigneten Trauben, Entsäuerung, Milchsäuregärung oder auch durch Holzeinsatz etwas entgegenzusetzen. Allerdings stellt Entsäuerung immer die ultima ratio dar, denn sie ist ein schwerwiegender Eingriff in die geschmackliche Architektur und das natürliche Aromengefüge eines Weines, besonders des Rieslings, der deutschen Paradesorte.

          Das sorgte für verheerende Ergebnisse: Weit mehr als 40 Prozent der Weine waren schlichtweg enttäuschend und einige sogar fehlerhaft – ein Desaster. Ein weiteres Drittel fiel zwar ordentlich aus, war aber meilenweit davon entfernt, als „Großes Gewächs“ nach den Sternen greifen zu können. Es blieben rund das 25 Prozent, die man  - mit viel gutem Willen- als überdurchschnittlich bezeichnen kann und die ihren Preis von oftmals über 20 Euro auch wirklich rechtfertigen.

          Bei der Jahrgangspräsentation der Großen Gewächse in Wiesbaden offenbarte sich, dass das Qualitätsmanagement beim VDP nicht recht funktioniert. Die Probe blieb in weiten Teilen die Antwort darauf schuldig, was das entscheidende Kriterium zur Festlegung des Begriffs „Großes Gewächs“ ist. Ist es nur die Lage, also die Herkunft? Oder ist es die Qualität, das geschmackliche Ausdruckspotenzial? Anscheinend traute sich bei den Qualitätsprüfungen keiner der internen Tester diese Tatsache auszusprechen – und Mangelware auszusortieren. Schade, soviel Mut hätte den VDP vor dieser herben Enttäuschung bewahrt.

          Eigentlich soll das vor etwas mehr als zehn Jahren aus der Taufe gehobene Projekt „Großes Gewächs“ das internationale Ansehen des deutschen Weines mehren. Davon kann beim Jahrgang 2013 kaum die Rede sein.

          Nicht selten wird ein schwacher Jahrgang bei der Beurteilung relativiert. Und so heißt es in der Kritik oft, die Weine seien relativ gut gelungen angesichts der schwierigen Voraussetzungen. Okay – aber reicht dieses Argumentationsmuster auch bei der Rechtfertigung des Besten vom Besten?

          Bleibt noch die gute Nachricht zum Schluss: Die ebenfalls präsentierten 2012er Rotweine von der Ahr sind ein Traum und jeden Cent ihrer teilweise hohen Preise wert. Nun aber zu unseren Bewertungen, die sich auf die Stars konzentrieren; vergeben wurden null bis maximal drei Sterne.

          Bei der Verkostung: Cornelius Lange

          Die Bewertung

          Es wurden null bis maximal drei ✱✱✱ vergeben.

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