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Kochtrend Meal Prep : Und noch mal Suppe

  • -Aktualisiert am

Die vorgekochten Speisen sind allesamt vegan. Bild: Julia Weller

Früher nannte es sich „Vorkochen“, heutzutage ist „Meal Prep“ auf Youtube ein Megatrend. Stundenlang stellen sich hippe Köche in die Küche, um Mahlzeiten für die ganze Woche vorzubereiten. Der Praxistest.

          7 Min.

          Mein Meal-Prep-Experiment beginnt nicht vor dem Kühlschrank, sondern am Geschirr-Regal: Ich sehe mir die Tupperdosen-Sammlung meiner Mutter an. Denn an diesem Wochenende möchte ich sämtliche Frühstücke, Mittag- und Abendessen für die nächsten sieben Tage vorkochen – und die fertigen Mahlzeiten müssen schließlich irgendwie aufbewahrt werden. Die Starköche der sozialen Medien packen ihre Schichtsalate gerne in Weckgläser, sie besitzen mehrfach unterteilte Brotdosen und knabbern Snacks aus japanisch angehauchten Bento-Boxen. Eine solche Profi-Ausrüstung steht mir leider nicht zur Verfügung.

          Stattdessen fördert meine Suche eine bunte Mischung an hochqualitativen Gefrierdosen aus deutscher Herstellung, No-Name-Produkten und Ikea-Ware zutage. Manche sind quadratisch, die meisten rechteckig, einige sogar rund. Zwischen 200 ml und 2,5 Litern Fassungsvermögen ist alles vertreten, in der größten Dose stecken die Deckel der anderen. Insgesamt finde ich 19 passende Behälter – nun muss ich nur noch planen, womit sie gefüllt werden sollen.

          Samstag

          Im Internet gibt es Tausende Rezepte der Kateogorie „Gut vorzubereiten“. Wer nach „Meal Prep“ sucht, findet mittlerweile sogar deutsche Blogs und Videos, die sich dem Vorkochen widmen. Auf der Hitliste der Rezepte ganz oben: Eintöpfe, Porridge und Linsengerichte. Also die verschiedensten Arten von Brei, die im Kühlschrank lange haltbar sein sollen. Blattsalat fällt leider weg, weil er zu schnell matschig werden würde. Auch frische Beeren halten keine ganze Woche durch. Um dennoch möglichst frisch und gesund zu kochen, möchte ich ausschließlich vegane Zutaten verwenden, wie es auch viele Mitglieder der Meal-Prep-Community tun.

          Bohnen und Linsen sind die Basis-Zutaten aller Gerichte. Bilderstrecke

          Ich entscheide mich für zwei Varianten bei jeder Mahlzeit: Porridge und ein Soja-Joghurt mit Früchten im Wechsel zum Frühstück, Kichererbsen-Curry mit Reis oder eine bunte „Buddha Bowl“ zum Mittagessen. Abends gibt es abwechselnd Zucchini- und Süßkartoffelsuppe.

          Bis ich alle Rezepte und Zutatenlisten in einen Einkaufszettel verwandelt habe, ist bereits Nachmittag und der Supermarkt völlig überlaufen. Dafür überrascht mich der Kassenzettel: Nur knapp 25 Euro habe ich für diesen kompletten Wocheneinkauf ausgegeben. Zwar habe ich nicht alle Zutaten frisch einkaufen müssen, denn die Grundlagen wie Reis, Haferflocken, Gewürze und Dosengemüse hatte ich bereits zu Hause. Trotzdem kann ich einen der Vorteile, mit denen Meal Prep beworben wird, bereits bestätigen: Die genaue Planung und die Reduzierung des Einkaufs auf das tatsächlich Gebrauchte sparen viel Geld. In einer normalen Woche würde ich allein für das Mittagessen in der Kantine und den Imbiss vom Bäcker schon so viel ausgeben, wie ich gerade für alle Mahlzeiten zusammen gezahlt habe.

          Sonntag

          Noch bevor ich den ersten Topf aus dem Schrank hole, stelle ich meinen Laptop bereit: Wenn ich an einem Sonntag schon stundenlang in der Küche stehen muss, möchte ich dabei wenigstens eine Serie anschauen. Selbstverständlich fange ich mit der Vorbereitung des Frühstücks an, denn gegessen habe ich heute noch nichts. Dafür verteile ich zuerst das Soja-Joghurt auf drei kleinere Dosen, gebe etwas Müsli hinzu und schneide anschließend Kiwis und Pfirsiche hinein. Das Obst soll, luftdicht verschlossen, angeblich eine Woche lang genießbar bleiben. Dann werfe ich zum ersten Mal den Herd an: Aus Äpfeln, Haferflocken, Reismilch und Zimt wird in wenigen Minuten ein cremiges Porridge. Eine Portion verdrücke ich direkt, der Rest kommt auf vier Döschen verteilt in den Kühlschrank. So weit, so gut: Das Frühstück war ein Kinderspiel.

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