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Exklusive Lebensmittel : Den Körper mit Luxus nähren

Luxusmarke kaufen oder doch lieber zur günstigen Alternative greifen? Bild: Getty

Immer mehr Unternehmen folgen dem Beispiel Nespresso. Mit einem einfachen Produkt wie Kaffee wollen sie die Luxusmarken von morgen entwerfen.

          Essen, das ist noch immer eine schöne Belohnung. Selbst in Zeiten des Vegetarismus, Veganismus und bewussten Verzichts. Selbst wenn man vielleicht wirklich unter einer Unverträglichkeit leidet – oder sie sich nur einredet. Essen mag in dieser Hinsicht leicht zur Ersatzreligion stilisiert werden. Sie ist zwar zunächst einmal nur simple Bedürfnisbefriedigung, lässt sich aber selbst als solche schön überhöhen. Daher folgen jetzt immer mehr Unternehmen dem Beispiel Nespresso und wollen mit einfachen Produkten wie, sagen wir, Kaffee tatsächlich die Luxusmarken von morgen entwerfen.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Konzept können sie bei Käfer vermutlich schon im Schlaf herunterbeten. Das Phänomen Luxusnahrung ist seit Jahrzehnten in dem Münchner Laden zu beobachten und lässt sich auch an einfachen Produkten skizzieren. Siehe Stadthonig. Oder wie wäre es mit einer Tüte Chips? Klar, nicht mit denen, die der böse Teil der Lebensmittelindustrie ungarisch würzt, sondern mit den glamouröseren von Sal de Ibiza, die es bei Torquato zu kaufen gibt.

          Dieser Laden ist überhaupt eine besonders luxuriöse Vorratskammer, ausgestattet unter anderem mit Dolfin-Schokolade und den unverschämt guten Tiegeln Fondue au chocolat. Wenn Torquato also seit einigen Jahren im Netz und in den Fußgängerzonen mit eben jenem Konzept zunehmend an Präsenz gewinnt, steckt dahinter eben das Signal: Ihr wollt es doch auch.

          Luxus pur: Dolfin-Schokolade von Torquato Bilderstrecke

          Angesprochen sind die Kunden, die sich die mit Schokolade umhüllten Lakritz-Kugeln der dänischen Marke Lakrids auf der Zunge zergehen lassen. Die Mono Tee ungesüßt trinken. Die so einkaufen wie im Concept-Store, nicht wie im Supermarkt. Wobei selbst dort das Angebot oft so aussieht, als wäre es zu Höherem berufen als das Dasein bis zum Verzehr in einem Kühlschrank zu fristen. Der Rhabarbernektar von Van Nahmen taugt auch als Mitbringsel, wenn man bei Freunden eingeladen ist, die für einen gekocht haben. Denen dürfte der Saft nur recht sein. Denn dem Alkohol hat irgendjemand von ihnen sicher gerade abgeschworen. Wir leben ja eigentlich in ernährungsbewussten Zeiten.

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