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Trendgetränk : Auf die Kokosnuss folgt die Birke

  • -Aktualisiert am

Birkenwasser fördert die Hydrierung des Körpers und soll gegen unreine Haut und Cellulite helfen. Bild: Sibberi

Birkenwasser gilt als das trendigste Getränk dieses Jahres. Der Baumsaft bringt viele Vorteile mit sich.

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          Eine frisch aufgeschlagene Kokosnuss, wahlweise mit Strohhalm und bunten Schirmchen – das war noch vor ein paar Jahren der Hit auf jedem Urlaubsfoto. Doch man muss nicht mehr weit reisen für den exotischen Saft. Vor rund einem Jahrzehnt wurde die Getränkeindustrie aufmerksam – das Wasser aus der Nuss wurde vermarktet, der Hype um die Kokosnuss war geboren.

          Warum nur? Kokosnusswasser mit seiner säuerlichen Note, die im schlimmsten Fall sogar leicht muffig riecht, ist gewöhnungsbedürftig. Und dennoch: Die milchige Flüssigkeit, die aus nicht viel mehr als Wasser besteht, hat Smoothies und Coffee-to-go-Becher auf den Paparazzi-Schnappschüssen der Stars abgelöst. In Deutschland steht das Wässerchen in vielen Supermarktregalen herum, vom Bioladen bis zum Discounter.

          Birkenwasser, das Trendgetränk 2016

          Doch obwohl (oder gerade weil?) Kokosnusswasser überall zu bekommen ist, bahnt sich der nächste „Superdrink“ bereits an: Birkenwasser. Und wie so oft bei Ernährungs-Trends, man denke nur an den Siegeszug des Grünkohls, ist auch dieses Wässerchen nicht neu, sondern nur neu aufgelegt. Schon die Wikinger sollen den Baumsaft getrunken haben. Bis heute ist der Konsum in Skandinavien und im östlichen Europa weit verbreitet.

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          Im Gegensatz zur Kokospalme, die mehrmals im Jahr Früchte trägt, kann das Birkenwasser nur zu einem bestimmten Zeitpunkt gewonnen werden. Zu Beginn des Frühlings, noch bevor die Bäume mit der weißen Rinde blühen, ziehen sie literweise Wasser aus dem Boden, verfeinern es mit Nährstoffen und pumpen es in ihre Kronen.

          Um an den Saft zu gelangen, werden die Stämme angebohrt. „Eine Birke produziert etwa 500 Liter Flüssigkeit, abgezapft wird nur rund ein Prozent. Solange das Bohrloch wieder geschlossen wird, schadet man dem Baum also nicht“, sagt Clara Vaisse, Mitbegründerin des britischen Start-ups „Sibberi“, das Birkenwasser seit 2015, hip verpackt, in Supermärkte und Onlineshops bringt. Während im Gründungsjahr nur etwa 500 Bäume dem Unternehmen ihren Saft gaben, ist für diesen Frühling wegen der hohen Nachfrage das Anbohren von mehr als 4000 Bäumen geplant. Dafür arbeitet „Sibberi“ mit Bauern in den baltischen Staaten und in Finnland zusammen.

          Der Vorteil des Baumsafts

          Die Transportwege seien also vergleichsweise kurz, sagt Vaisse. Und noch einen Vorteil habe das Birken- im Vergleich zum Kokosnusswasser: „Beide Flüssigkeiten fördern die Hydrierung des Körpers. Birkenwasser hat jedoch nur ein Viertel soviel Zucker, 100 Milliliter kommen auf nur fünf Kalorien.“ Es schmecke aber immer noch süßlich und habe viele Nährstoffe, die helfen sollen, den Körper von Giften zu reinigen. Sogar gegen unreine Haut und Cellulite soll das Wunderwasser helfen.

          Belege dafür gibt es natürlich kaum. Aber Birkenwasser wird im Internet als einer der Trends für 2016 genannt. Und im echten Leben? Um an den milliardenschweren Kokosnusswassermarkt heranzukommen, müsste da noch einiges passieren – immerhin macht allein die größte Marke der Welt, „Vita Coco“, nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von 420 Millionen Dollar. Und auch als Zutat in Smoothies ist die Kokosnuss noch der Gewinner. Maik Kaiser von der Frankfurter Saftbar „Saftcraft“ setzt jedenfalls lieber auf die tropische Flüssigkeit: „Es ist einfach das isotonischste Getränk des Planeten.“ Vom Birkenwasser-Trend hat Kaiser noch nichts gehört.

          Wird die Birke der Kokosnuss irgendwann doch noch das Wasser reichen? Fraglich. Da der Hype um „Superfoods“ und „Superdrinks“ aber nicht abreißt, ist wohl in den Regalen Platz für beide.

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