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„Beyond Meat“ und Co. : Das sind die besten fleischlosen Burger-Patties

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Sorgen für Furore an deutschen Kühltruhen: „Beyond Meat“-Patties Bild: AFP

Fleischlos ist angesagt. Besonders gehypt werden gerade pflanzenbasierte Patties – für all jene, die beim Grillen nicht auf ihren Burger verzichten mögen. Doch können „Beyond Meat“ und Co. geschmacklich überzeugen? Ein Test.

          Wer einen Rindfleisch-Jieper auslösen will, ohne auf Rindfleisch zurückzugreifen, hat eine herkulische Aufgabe, aber in einem anderen Sinn, als man gemeinhin denkt. Denn beim Nicht-Fleisch-Steak oder -Burger geht es keineswegs darum, etwas absolut Neues zu schaffen (und schon gar nicht etwas kulinarisch Bedeutsames), sondern etwas sehr Konservatives.

          Der vegane beziehungsweise vegetarische Brutzler will Menschen nicht ausgrenzen, sondern sie in vollem Umfang an einem Barbecue partizipieren lassen – und zwar mit einem Grillgut, das Fleisch in Form und Geschmack so weit als möglich ähnelt. Als Dreingabe gibt es ein Ich-rette-den-Planeten-Image. Beim rein pflanzlichen „Impossible Burger“ des amerikanischen Herstellers Impossible Foods zum Beispiel (auf dem deutschen Markt noch nicht zu haben) weist nicht mal die Struktur darauf hin, dass es sich um etwas anderes als Rinderhack handeln könnte. Streng genommen, ist der „Impossible“ ein Fake-Burger – aber eben auch ein Feel-Good-Burger.

          Dieses Klima macht empfänglich für pflanzlichen Proteinen

          Unlängst sorgte Beyond Meat, großer Konkurrent von Impossible Foods, für Furore an deutschen Kühltruhen. Um Kunstfleisch aus Pflanzenmaterial aus seiner Nische zu holen, hat sich das ebenfalls in den Vereinigten Staaten ansässige Unternehmen auch für den populären Burger entschieden. Bei einem ersten Probevertrieb bei Lidl Ende Mai war das (allerdings auch begrenzte) Kontingent binnen kurzer Zeit komplett abgesetzt.

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          Die Nachfrage erklärt sich aus der derzeitigen Themenkonjunktur, die um Klimawandel, Nachhaltigkeit und fleischarme Ernährung kreist. Auch das Unbehagen an der konventionellen Agrarwirtschaft, insbesondere an der industriellen Tierhaltung des Westens (man sollte dabei nicht vergessen, dass in weiten Teilen der Welt Nutztiere kaum anders leben als vor hundert Jahren), bildet sich hier ab. Ethische Fragen werden genauso berührt wie gesundheitliche, wirtschaftliche und ökologische.

          Dieses Klima macht offenbar empfänglich für Konstrukte aus pflanzlichen Proteinen und Fetten, Kohlehydraten, Bindemitteln und Ballaststoffen – weshalb wir uns zu einem Test verschiedener pflanzenbasierter Burger-Patties entschieden. (Das Beyond-Meat-Produkt bezogen wir dabei von einem Lebensmittellieferdienst; Lidl bietet es seit Samstag wieder limitiert an, aber auch bei Gourmondo und dem Großhändler Metro ist es zu haben.)

          Unterstützt wurden wir von einer Beraterin für vegane Ernährung und einem Spitzenkoch: Kerstin Obermoser, gebürtige Österreicherin, die als Ernährungscoach in Berlin arbeitet, Vorträge hält, Workshops veranstaltet und auf ihrem Blog „Iss bewusst“ regelmäßig vegane Rezepte veröffentlicht; und Gal Ben Moshe, aus Israel stammend und Inhaber des Charlottenburger Gourmet-Restaurants „Prism“, dessen Menüs die Nouvelle Cuisine und die levantinische Tradition auf einzigartige Weise vereinen.

          Die Frage, in welchem Umfang Imitate unsere Ernährung in Zukunft beeinflussen, kann der kritische Überblick naturgemäß nicht beantworten. Aber es scheint im Lichte dieser Erfahrung durchaus möglich, dass Fleischesser ihre Mahlzeiten dereinst in Zonen zu sich nehmen werden, die den heutigen Raucherbereichen vergleichbar sind. Ob das eintritt, wird auch davon abhängen, welche Fortschritte das Fleisch aus der Petrischale macht.

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