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Guglhupf-Formen : „Dann stand da ein riesiger Marmorkuchen“

Groß in Form: Beate Etzel beschränkt sich in ihrem Hof-Cafe in Wehrheim aufs Wesentliche. Bild: Foto Beate Etzel

In einem Kellerschrank hat Beate Etzel eine Guglhupf-Form aus dem 19. Jahrhundert gefunden. Im Interview erzählt sie von ihrer Sammlerliebe und den gigantischen Ergebnissen, die sie beim Backen mit den alten Formen erzielt.

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          Frau Etzel, wie sind Sie damals zu Ihrer ersten Guglhupf-Form gekommen?

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das ist eine Form, mit der meine Großmütter ihre Familie beglückt haben. In unserem Haus, das seit vielen Generationen Familiensitz ist, stand im Keller hinten links ein Schrank, dort wurde die Form aufbewahrt. Sie ist aus dem späten 19. Jahrhundert, etwa 1860 bis 1895. Im Frühjahr 2012 habe ich sie mal mit in den Betrieb genommen. Es war gleich klar, dass daraus ein sehr großer Kuchen entstehen würde, da gehen drei bis dreieinhalb Rezepte Guglhupf-Teig rein, allein zwölf Eier. Nachdem meine Kollegin sie geschrubbt hatte, stand da plötzlich ein riesiger Marmorkuchen. Allein die Form wiegt über vier Kilogramm. Wir backen daraus nur vier Rezepte: Marmorkuchen, Zitronenkuchen, Nusskuchen, manchmal noch Orangenkuchen.

          Und nun sammeln Sie weitere Formen?

          Ich habe jetzt 31 gusseiserne Formen zusammengetragen. Ich hatte schon Glück, dass mir Kunden welche vorbeigebracht und geschenkt haben.

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          Sind diese Formen wertvoll?

          Auf Ebay kosten sie 60 bis 80 Euro, schnell auch mal über 100. Aber der ideelle Wert ist natürlich auch wichtig. Ich hänge an einigen meiner Formen sehr, denn sie erzählen von Familiengeschichten. Wenn es bei uns in der Familie sonntags einen Kuchen gab, dann war das etwas Besonderes. Diesen Wert erkennt man an den Formen.

          Beate Etzel sammelt alte gusseiserne Backformen. Bilderstrecke

          Schmecken die Kuchen anders aus diesen alten Formen?

          Den Teig muss man anders backen, bei niedrigerer Temperatur als in einer kleineren Form, aber dafür über längere Zeit: 150 Grad, anderthalb Stunden. Der Kern soll ja auch gar werden. Die Hitzeübertragung von Gusseisen ist anders als bei Blech und ganz anders als bei Silikon. Am Ende bekommt der Kuchen eine schöne Kruste. Außen ist der Kuchen dann ein bisschen härter, das bewahrt im Inneren die Saftigkeit. Man kann den Kuchen durchaus eine Woche lang genießen.

          Wer alte Backformen auf dem Speicher findet, sollte sie also nicht einfach wegschmeißen?

          Nein, unbedingt aufbewahren! Und sie auf gar keinen Fall im Garten mit Blumen bepflanzen! Besser: verwenden. Es sei denn natürlich, sie sind verrostet. Aber auch dann haben sie eine ganz tolle Aura in Verbindung mit der hübschen Form.

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