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Prêt-à-parler : Kann Pizza die Welt retten?

  • -Aktualisiert am

„Pixxa Splice“ des Künstlers Uffe Isolotto, vom 16. Februar an zu sehen im Düsseldorfer NRW-Forum. Bild: PIXXA SPLICE, 2013

Das vergangene Jahr war ein gutes Jahr für die Pizza. Die Band Antilopen Gang widmete ihr einen Song, „Pizza“, die Unesco ernannte sie zum Weltkulturerbe. Und 2018 könnte für die Pizza erfolgreich weitergehen. In Düsseldorf bekommt sie jetzt ihre eigene Ausstellung: „Pizza is God“ im NRW-Forum beginnt kommende Woche.

          Die Deutschen lieben Pizza, Geld spielt keine Rolle. Oder fast nicht. Die Lieferplattform Pizza.de feierte 2017 zehnjähriges Jubiläum und brachte zu diesem Anlass einen Pizza-Report heraus. Sonntags werden demnach am meisten Pizzen bestellt. Der Preis hat sich in den vergangenen zehn Jahren um ein bis zwei Euro erhöht, in Baden-Württemberg gar um drei. Und es ordern, kaum überraschend, mehr Männer als Frauen. Am liebsten mit Salami, gefolgt von Schinken und Margherita.

          Warum ist die Pizza also so ein Dauerbrenner? Dafür gibt es wohl eine Reihe von Gründen. „Im Prinzip gibt es in fast allen Kulturen das Konzept eines belegten, gebackenen Teigs. Damit lässt sich die Popularität der Pizza über alle Kulturen hinweg ein Stück weit erklären“, sagt der Künstler Paul Barsch, der sich in seiner Arbeit schon mit der Pizza beschäftigt hat und jetzt für die Ausstellung im NRW-Forum verantwortlich ist, gemeinsam mit seinem Kollegen Mikkel Carl sowie den Kuratorinnen Konstanze Schütze und Marie Nipper.

          Die Pizza ist außerdem quasi sofort und ohne Aufwand verfügbar, bietet also instant gratification, was in unserer Sofort-Gesellschaft nicht unwichtiger wird. Und sie ist unendlich personalisierbar: simpel, aufwendig, vegetarisch, vegan, als Calzone, ohne Gluten, laktosefrei, low carb, Pizza mit Käse im Rand, Pizza mit Blattgold und Trüffeln. Die Pizza ist somit die Gewinnerin in einer Gesellschaft, die zunehmend großen Wert auf Individualität legt, es zugleich aber auch einigermaßen bequem mag.

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          Ihren Weg in die Kunst hat sie schon vor einer Weile gefunden: Im Jahr 2015 organisierten Konstanze Schütze und Paul Barsch zusammen mit italienischen Kollegen zur Biennale in Venedig den sogenannten Pizza Pavilion. 19 Künstler gestalteten hierfür 19 Pizzen, die in einer venezianischen Pizzeria bestellt und verzehrt werden konnten. Darunter beispielsweise die „Pizza Capital“ von Yorgos Sapountzis, deren Belag sich auf einen Haufen am Rand der Pizza konzentrierte statt gleichmäßig verteilt zu werden. Oder „The Pizza is Ruined“ von Lorna Mills, bei der die Pizzabäcker selbst kreativ wurden und der Pizza einen Fehler verpassen durften.

          Das zugängliche Thema dürfte auch in Düsseldorf ein Publikumsmagnet werden, so viel steht fest. „Pizza ist der kleinste gemeinsame Nenner, niemand hat eine negative Beziehung zu Pizza“, sagt Konstanze Schütze. Doch sollte es bei der Ausstellung selbstverständlich nicht allein um den gustatorischen Wert gehen: „Wir erzählen die Geschichte der Pizza, aber für die Ausstellung verschieben wir den Fokus auf ihre mediale oder hyperreale Version, die wesentlich mehr künstlerisches Potenzial für uns birgt.“ Die Pizza in der Kunstgeschichte, die Pizza in der zeitgenössischen Kunst, Pizzen, die Kunst sind.

          Zur Eröffnung am Freitag sollen Lieferdienste als Teil einer Performance von Simon Dybbroe Møller gleichzeitig angerufen werden, sodass die Lieferanten im Museum aufeinander treffen. Das Gelieferte darf dann gemeinsam verspeist werden. Konstanze Schütze glaubt nicht daran, dass Pizza die Welt retten kann. „Sie kann aber einen Anlass bieten, zusammenzukommen und Debatten zu führen.“ Gut so!

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