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Zeit für einen Test : Was kann Wein aus dem Discounter?

  • -Aktualisiert am

Jede Weinsorte wurde direkt nach dem Öffnen der Flasche und noch einmal nach 48 Stunden getestet. Bild: Michael Kretzer

Deutsche Supermärkte bieten inzwischen auch ein breites Wein-Sortiment. Marktführer Aldi Süd wirbt gerade damit. Das muss man sich genauer ansehen.

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          Ende letzten Jahres war das Thema Aldi-Weine plötzlich mächtig aktuell. Der Discounter plakatierte: „Einfach, weil man den nicht blind verkosten muss, aber blind kaufen kann.“ Abgebildet war dazu ein junges Paar, im Hintergrund ein Sofa und der geschmückte Weihnachtsbaum. Er, im coolen Designer-Hemd und lachend, hatte ein Glas Rotwein in der Hand, sie, im Kuschel-Pulli, blond, hielt ihm Augen zu. Die Aussage des Plakats zielte zweifelsohne auf die Behauptung, man könne bei Aldi Wein blind einkaufen und immer eine gute Qualität erhalten, nach dem Werbeslogan: „Aldi einfach gut!“

          Also war ein Test der aktuellen Aldi-Weinqualität dringend angesagt. Das Ziel war dabei nicht, herauszufinden, welcher deutsche Discounter das beste Weinsortiment zu bieten hat, sondern die Behauptung der Aldi-Werbekampagne zu überprüfen. Stimmt es, dass Aldi „einfach gut“ ist? Oder nicht? Verkostet werden sollten zwölf unterschiedliche Weine von 1,99 Euro die Literflasche bis zu 12,99 Euro für den Aldi-Champagner.

          Getarnt zum Test

          Um sie zu kaufen, fuhr ich mit der S-Bahn in eine ziemlich neue Aldi-Süd-Filiale in Frankfurt. Schon vorher hatte ich mir Gedanken gemacht: Würde man den Weinkritiker der F.A.S. erkennen, würde ein Einkaufswagen mit zwölf Weinflaschen vielleicht Verdacht erregen? Am Tag des Einkaufs war es kalt, aber sonnig. Eine große Sonnenbrille und eine Wollmütze erschienen mir eine glaubwürdige Tarnung, und so angezogen betrat ich die Aldi-Filiale gegen Mittag.

          Sondersituation Supermarkt: Weintester Pigott in der Aldi-Filiale beim Einkauf.

          Die Fotos, die ich als Beweismittel machen ließ, bezeugen es: Ich hatte mich in eine Kreuzung aus Geheimagent und Hollywood-Star auf der Flucht vor Paparazzi verwandelt. Glücklicherweise stellte ich das erst nachträglich fest. Zwischen den Regalen und an der Kasse lief alles glatt. Erster Teil der Mission erfüllt!

          Wein wird meist am selben Tag getrunken

          Die erste Frage bei solchen Verkostungen ist für mich immer fachlicher Natur und betrifft die Reintönigkeit und Frische des Produkts. Wenn die nicht gewährleistet sind, kann man den Wein einfach vergessen. Es ist ganz erstaunlich, wie es in der modernen Welt des Weins mit seinen enormen technischen Möglichkeiten nach wie vor durch Nachlässigkeit zu Unsauberkeiten kommen kann. Andererseits darf der Fachmann die Sondersituation in Supermarkt bzw. Discounter nicht außer Acht lassen.

          Die meisten Kunden kaufen eine Flasche Wein, um sie am selben Abend zu öffnen, statt sie viele Jahre lang in ein dunkles Loch im Boden (den Weinkeller) zu legen. Ohne Zweifel geht es meistens um die sofortige Befriedigung eines Bedürfnisses. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Weine mit Pizza, Wurst und Sauerkraut, rotem Thai-Curry und Ähnlichem getrunken werden. Daher spielt es auch eine wichtige Rolle, ob sie diese Angriffe aushalten können.

          Champagner Monsigny

          Champagner ideal für Partys

          Wo anfangen, wenn nicht beim immer wieder gepriesenen Aldi-Champagner, dem Veuve Monsigny Brut (für 12,99 Euro), der bei manchen Blindtests sehr gut abgeschnitten hat. Ergebnis: Es handelt sich in der Tat um einen guten Champagner, der mühelos mit einigen der großen Marken um 30 Euro die Flasche mithalten kann. Die Zitronat- und Beeren-Noten sind ansprechend, der Geschmack recht kräftig und substanzreich bei moderater Säure.

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