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Kampf gegen Traubenwickler : Rote Ampullen mit Lockstoff für Pflanzenschutz

Biologische Schädlingsbekämpfung: Lockstoff an einer Weinrebe im Rheingau Bild: Oliver Bock

Die Rheingauer Winzer beginnen mit dem Schutz ihrer Pflanzen. Sie verwenden ein biologisches, umweltschonendes Verfahren. Das Land fördert die Bekämpfungsvariante mit Pheromon-Ampullen.

          Für die Rheingauer Winzer beginnt dieser Tage die Pflanzenschutzsaison in den Weinbergen mit einer Fleißarbeit. Je Hektar Rebfläche müssen rund 500 rote Ampullen ausgebracht werden. Sie enthalten einen Lockstoff, der die Fortpflanzung des Traubenwicklers hemmt. In diesem die Sinne verwirrenden Duftteppich finden Männchen und Weibchen zwischen den Rebzeilen nicht zueinander.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Knapp 3000 Hektar Rebfläche werden im Rheingau mit der biologischen Pflanzenschutzmethode behandelt. Das summiert sich auf 1,5 Millionen Ampullen, die bis zum Ende der Woche an den Drahtrahmen der Rebstöcke aufgehängt sein müssen, denn für Mitte April ist der Paarungsflug der Männchen angekündigt. Dieser Termin lässt sich anhand der Temperatursumme eines Jahres recht genau berechnen.

          Von Vorteil für Natur und Mensch

          Die Aufgeschlossenheit der Winzer gegenüber der biologischen Bekämpfungsvariante fördert das Land mit einem Zuschuss in Höhe von 324.000 Euro. Das gleicht die Mehrkosten und den Mehraufwand gegenüber der chemischen Spritzung mit dem Traktor aus.

          Das biologische, umweltschonende Verfahren sei von Vorteil für Natur und Mensch, habe sich bewährt und dokumentiere das Umweltbewusstsein der Winzer, heißt es aus dem hessischen Umweltministerium auf eine Nachfrage der Rheingauer Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper (CDU). Das Land fördert die Verwendung der Pheromon-Ampullen schon seit 15 Jahren. Seither hat die Beteiligung der Winzer zugenommen und ebenso der Umfang der derart geschützten Rebfläche. Laut Ministerium sind es jetzt 2947 Hektar, die für die Förderung von 110 Euro je Hektar angemeldet worden sind.

          An der Bergstraße mit ihrer kleinteiligeren Weinbaustruktur sind es bislang nur 40 Hektar, die Fördersumme des Landes liegt dort bei bescheidenen 4400 Euro. Geht es nach dem Ministerium und dem Eltviller Weinbauamt, soll die Methode aber auch dort stärker verbreitet werden. Die Auszahlung des Geldes erfolgt nach Abschluss von Kontrollen im Sommer.

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