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Schöner neuer Garten : Ein echter Augenschmaus

  • -Aktualisiert am

Anbauten wie der Wildapfel machen im heimischen Garten etwas her. Bild: Ina Sperl

Apfelbeeren, Hagebutten und Schlehen - Wildobst macht den Garten für Mensch und Tier interessant. Die Gehölze sind eine gute Wahl, um den Garten ökologisch aufzuwerten.

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          Die Hecke am Feldrand ist voller Leben: Vögel stibitzen Beeren, Insekten umschwirren die Wilden Möhren, die am Saum blühen. Heuschrecken springen auf. Im sicheren Bau unter der Erde leben Mäuse und andere Nager, denn hier gibt es Futter genug.

          Der große Schlehdorn hat bereits Früchte angesetzt, noch tragen sie erst einen Hauch von Blau. Auch die Früchte des Weißdorns verfärben sich erst allmählich. Doch an den langen Ranken der Brombeeren, die sich durch dieses Stückchen Wildnis ziehen, sitzen reife Früchte. An einem Baum hängen kleine Äpfel, und auch eine Birne hat sich angesiedelt, vielleicht sogar ohne menschliches Zutun.

          Solche Wildobsthecken sind nicht mehr allzu häufig zu finden. Hier wächst alles neben- und durcheinander, die Pflanzen suchen sich ihren Platz. Für Tiere sind sie Zufluchtsort, Lebensraum und Futterstelle.

          So vertraut wie die Brombeere, so unbekannt wie die Pawpaw

          Die Hecke sieht „natürlich“ aus, obwohl sie sich mitten in einer Kulturlandschaft bestellter Felder befindet. Sie grenzt die Äcker voneinander ab, bricht den Wind. Sie nimmt Raum ein, kann mehrere Meter breit sein, vor allem Gehölze wie der Schleh- und der Weißdorn werden groß.

          In einen Reihenhausgarten lässt sich so eine Hecke nicht pferchen. Glücklicherweise gibt es für solche Grundstücke andere Lösungen. Wildobstgehölze können auch als Einzelsträucher, als Spalier, manche sogar im Topf in den Garten geholt werden.

          Hagebutten und Holunderbeeren, Mehlbeeren und Schlehen werden seit Jahrhunderten genutzt. Mispeln gehörten einst in jeden Garten, bis sie in Vergessenheit gerieten. Japanische Weinbeeren sind eher neu in unseren Breiten und kaum bekannt, ähnlich ist es mit den Ölweiden. Wildobst kann so vertraut sein wie die Brombeere, aber auch so unbekannt wie die Pawpaw.

          Das Spektrum ist breit

          Das Spektrum ist breit, reicht vom Allerweltsgehölz bis zu aus unserer Sicht exotisch anmutenden Pflanzen. Strenggenommen handelt es sich bei Wildobst um Pflanzen, die sich ohne menschliches Zutun entwickelt haben: Sämlinge von wilden Äpfeln zum Beispiel. Reine Wildformen sind mitunter jedoch nicht mehr eindeutig zu identifizieren, denn oft kreuzen sich auch Kultursorten in die Pflanzen ein.

          Auslesen sind oft weniger bitter oder sauer, ergiebiger oder einfacher zu ernten. Der Begriff Wildobst umfasst daher sowohl reine Wildformen als auch Sorten, die züchterisch wenig bearbeitet sind. Sie alle sind interessant für den Garten - sei es, weil sie gut schmecken, einen ökologischen Nutzen haben oder besonders robust und pflegeleicht sind. Viele der Gehölze brauchen nur wenig Aufmerksamkeit, wenn sie sich einmal etabliert haben.

          Manchmal möchte durch eine etwas wildere Anmutung im Garten die Sehnsucht nach der Natur befriedigt werden. Manchmal soll auch das Wohlergehen der Tiere im Mittelpunkt stehen. Vögel brauchen nicht nur Futter, sondern auch einen Platz zum Nisten. Vom ökologischen Gedanken einmal abgesehen, bietet Wildobst auch einen ästhetischen Genuss.

          Pflanzenanordnung nach Blühperiode

          Die zarten Blüten der Felsenbirne, das leuchtende Rot oder Lachsrosa der Scheinquitten, die weißen Wolken der Wildäpfel im Mai sind Fixpunkte im Frühjahr. Im Herbst entsteht ein ganz anderes Bild: Die Beeren leuchten zwischen dem gelb werdenden Laub und sind eine natürliche Dekoration, ehe sie von den Tieren - oder den Menschen - verzehrt werden.

          Wenn genügend Platz für eine größere Auswahl vorhanden ist, können die Pflanzen so zusammengestellt werden, dass eine möglichst lange Blüh- und Fruchtperiode entsteht: Kirschpflaumen und Scheinquitten gehören zu den Ersten, die im Jahr blühen.

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