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Start unserer Serie : Open House bei Julia Malik

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Über den Dächern Berlins: Julia Malik wässert die Pflanzen auf ihrer Terrasse. Bild: Johannes Krenzer

Julia Malik ist Schauspielerin, Autorin, Musikerin und Mutter. Für unsere neue Videoserie haben wir sie zu Hause besucht. Wie wohnt man in einem so abwechslungsreichen Leben?

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          Berlin, irgendwo im Prenzlauer Berg, im Dachgeschoss eines Gründerzeitaltbaus: Julia Malik öffnet stürmisch die Tür und hält zur Begrüßung eine Zebramaske vors Gesicht. Mit wallendem Haar und in einem buntgemusterten Vintage-Shiftkleid läuft sie barfuß durch den Flur. Die Wohnung ist offen geschnitten und lichtdurchflutet. Sofort fällt der Blick auf die große Wohnküche und den Esstisch. Grünbewachsene Terrassen, freigelegtes Mauerwerk und überall kleine Zeichnungen an den Wänden. Hier und da ein Kinderschuh, ein einsames Skateboard und bunte Legosteine auf dem Boden.

          Julia Malik lädt an den großen runden Tisch. „Hunger? Ich hab' Linsensuppe gekocht. Rezept ist von meinem Vater.“ Dazu serviert sie marktfrische Antipasti, Landjägerwürstchen und Zitronenlimonade. Aus dem hinteren Zimmer kommen zwei Kinder gerannt, schnappen sich zwei der originalen Eames Plastic Chairs und stürzen sich aufs Essen. Die Szenerie könnte aus einem modernen Astrid-Lindgren-Film stammen. Und wirklich: Julia Malik zählt sie zu ihren Lieblingsautorinnen. In dieser Wohnung muss man einfach an die Villa Kunterbunt denken. Überall Kuriositäten. Am liebsten streift sie über Flohmärkte in Frankreich und durch Vintage-Läden wie das Chairs in Berlin, auf der Jagd nach neuen Stücken.

          Zum Beispiel ausgefallene Vasen: In einem umgedrehten Keramik-Frauenkopf mit Turban von den Künstlern Crista Seya und Giacomo Alessi Caltagirone, kürzlich erworben bei Schwarzhogerzeil an der Torstraße, stecken frische Blumen. „Die Blumen habe ich gestern Nacht noch nach einem Dinner gerettet.“

          Zu Besuch am Lieblingsort: Rabea Schif (rechts) fühlt sich bei Julia Malik wie im Astrid-Lindgren-Film. Bilderstrecke

          Zu ihrem Job gehört es, auf viele glamouröse Veranstaltungen zu gehen. Wenn es nach ihr ginge, würde sie jedoch die meiste Zeit in ihrem Arbeits- und Schlafzimmer verbringen. Lieblingsort: ihr Bett. Umgeben von all ihren vertrauten Büchern von Fitzgerald bis Didion, die sich hier stapeln, sieht sie es als größten Luxus, vom Bett aus zu arbeiten.

          Wenn sie nicht gerade in ihrer Band Hands-Up Excitement! Geige spielt oder einen Film dreht (als Nächstes erscheint „Herzrasen“ im ZDF), schreibt sie an ihrem ersten Buch. „So viel sei verraten: Es geht um eine Arschmama“, sagt sie. Zwei Kinder, zwei Katzen, ein halber Hund (teilt sie sich mit einem Freund), Nachtdrehs: Es kommt vor, dass Malik nur zwei Stunden Schlaf bekommt. Entspannen kann sie sich bei ihrer täglichen Yogaroutine, wobei sie betont, dass sie häufig während des Yogas im „herabschauenden Hund“ Text lernt, Spielzeug aufräumt oder ihr Buch liest.

          Viel Schlaf ist trotzdem das Wichtigste für sie. Liegegelegenheiten gibt es zur Genüge: Mehrere Day-Beds machen die Casa Malik zu einer riesigen Schlafstätte. Ihr Lieblingstagesbett aus Holz und mit Bauhaus-Anmut stammt aus den Deutschen Werkstätten Hellerau aus den zwanziger Jahren, abgestaubt bei einem Flohmarkt in Dresden, während ihrer Tour mit Sänger Pete Doherty.

          Direkt daneben die passende Stehlampe: eigentlich ein altes Holz-Kamerastativ aus den dreißiger Jahren, auf das sie einen großen Lampenschirm hat spannen lassen, innen mit Goldfolie versehen. Günstig und gebraucht kaufen und dann schön machen, das ist hier das Motto. Julia Malik könnte stundenlang zwischen Landjägerwurst und Kindergerenne über ihre Möbel und DekoElemente sprechen, die alle eine tiefere Bedeutung haben. Nebenbei entpuppen sich gerahmte Kritzeleien als Werke von Jonathan Meese, häufig sind aber auch Julia Malik selbst oder ihre Kinder die Schöpfer. Ein abgetrennter Barbiekopf, ein Dollarschein, Aktzeichnungen an der Wohnzimmerwand: Hauptsache kunterbunt. Oder, wie sie es sagen würde: eklektisch. Hier finden ein Herz und ein Stil zusammen.

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