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Möbel aus Paletten : Vom Stapel gelassen

Schwebend leicht: Palette statt Hängematte Bild: Frechverlag

Ihre industrielle Herkunft verleiht Palettenmöbeln unprätentiösen Charme. Und mit gar nicht viel Aufwand hat man ein Bett, einen Tisch oder einen Diwan gebaut. Fünf Anregungen zum Nachbauen.

          6 Min.

          Sie sind das Lieblingsutensil der Upcycling-Bewegung: Holzpaletten. Im lichtdurchfluteten Loft provisorisch aufeinandergestapelt, darauf eine Matratze und ein paar Kissen hingeworfen, wirken sie spielerisch improvisiert. Ein Hauch des Unfertigen umgibt sie - casual und cool. Betten, Tische oder Sofas aus Paletten liegen im Trend. Doch nicht alle Transporthölzer eignen sich, um zum angesagten Möbelstück zu avancieren. Deshalb empfiehlt sich vor dem Bau des Palettenbetts ein wenig Materialkunde.

          Anne-Christin Sievers
          Redakteurin im Ressort „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Paletten aus Holz bieten den idealen Baustoff für Selbermacher: Sie sind günstig, meist sogar kostenlos zu haben, hauptsächlich aus Fichte oder Kiefer, oft gebraucht - sie weiter zu verwenden schont also Ressourcen. Mit ihren normierten Maßen kann man sie leicht wie in einem Baukastensystem zu verschiedenen Objekten zusammensetzen. Besonders gut lassen sich Europaletten zu Möbeln verarbeiten. Denn als Mehrwegpaletten sind sie schwerer (etwa 20 bis 25 Kilo) und stabiler gebaut als die leichteren Einwegpaletten, die häufig nur einmal benutzt und dann entsorgt werden.

          Eine Europalette besteht aus elf Brettern, neun Holzklötzen und 78 Spezialnägeln. Normiert misst sie 120 Zentimeter in der Länge, 80 Zentimeter in der Breite und 14,4 Zentimeter in der Höhe. Im Gegensatz zur Europalette können Einwegpaletten unterschiedliche Größen haben. Bevor man sie kombiniert, sollte man prüfen, ob sie dieselben Maße besitzen. Auch in der Konstruktion unterscheiden sich die Paletten: So gibt es Kantholzpaletten, Paletten mit ausgeschnittenen Kanthölzern und Klotzpaletten.

          Wie man auf Nummer sicher geht

          In Bau- und Supermärkten, aber auch vor Lagerhäusern, auf Baustellen oder beim Sperrmüll werden Hobbybastler fündig. Gebrauchte Paletten sollte man gleichwohl nicht ungeprüft in die eigenen vier Wände stellen. Denn bei ihrer Reise um die Welt können sie sich Schädlinge oder Bakterien eingefangen haben oder mit giftigen Chemikalien behandelt worden sein. Deshalb sollte Palettenholz auch lieber nicht für Gegenstände verwendet werden, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen oder die Kinder in den Händen haben.

          Es ist ratsam, die Palette vor der Verarbeitung abzuschleifen, um eventuell behandelte Stellen zu entfernen. Wenn Paletten ungewöhnlich schwer, nass oder ölig sind, splittern, merkwürdige Flecken haben oder unangenehm riechen, sollte man lieber die Finger von ihnen lassen. Bei der Suche nach geeignetem Material empfiehlt es sich deshalb, Handschuhe zu tragen.

          Das ideale Material sollte sauber, trocken und in gutem Zustand sein. Siegel auf dem Holz garantieren die Qualität: Eine Ähre und die Abkürzung HT bedeuten, dass die Palette im Ofen hitzebehandelt wurde, um ihr Nässe zu entziehen - ein gutes Zeichen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bezieht die Paletten neu vom Hersteller. Hier sind sie für rund 10 Euro zu haben.

          Gute Schwingung

          Um beim Picknick schwerelos über dem Garten zu schaukeln, braucht man eine extragroße Einweg-Palette. Die Klotzpalette sollte etwa zwei Meter lang, einen Meter breit und gut abgeschliffen sein. Vier glatte Dachlatten mit neiner Länge von zwei Metern werden in die Zwischenräume der Liegefläche eingefügt und mit zwei Nägeln an beiden Enden fixiert.

          Die obere Seite der Palette gut einölen und trocknen lassen. Das schützt vor Wind und Wetter. Die Schaukel am Ende mit einem Kletterseil an einem dicken, stabilen Ast befestigen. Dazu fädelt man das Seil quer durch die vordere Öffnung, führt das Seil über den Ast, schlängelt es dann quer durch die hintere Öffnung und zieht es über den Ast kreuzförmig wieder zum Ausgangspunkt zurück. Am Ende verknoten und austarieren.

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