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Insel-Blogger auf Norderney : „Im Winter ist es schon sehr ruhig“

Windsurfen, Stand-Up-Paddling, Filmfestival – „über alles Mögliche“ auf Norderney hat Dieke Günther schon gebloggt. Bild: Staatsbad Norderney GmbH

Dieke Günther ist seit einem Jahr als Inselblogger auf Norderney. Im September gibt er den Job ab – 285 Bewerbungen sind dafür eingegangen. Wie hat er die Zeit auf der Insel erlebt?

          Herr Günther, wie kamen Sie an den Inselblogger-Job?

          Ich habe vergangenes Jahr Abi gemacht und wusste danach zuerst nicht, wie es weitergehen soll. Ich wusste aber schon, dass ich etwas im Medienbereich machen möchte. Meine Mutter hat dann die Ausschreibung in der Zeitung gelesen und mich gefragt, ob das nicht etwas wäre. Meine Familie wohnt nicht weit von Norderney weg, in Südbrookmerland in Ostfriesland. Ich habe dann mit zwei Freunden ein Video gedreht und mich damit bei der Tourismusgesellschaft Staatsbad Norderney beworben.

          Wie ist das Leben auf der Insel?

          Sehr abwechslungsreich. Vom Windsurfen und Stand-up-Paddling bis hin zum Internationalen Filmfest Emden/Norderney vor ein paar Wochen habe ich schon über alles Mögliche gebloggt. Die Freizeit kommt aber auch nicht zu kurz. Ich fotografiere gerne und mache viele Bilder von der Insel. Es ist auch genug Zeit dafür, sich mit Freunden in eine Kneipe zu setzen. Ich habe echt schon viele Leute kennengelernt. Das hat mich sehr gefreut, dass ich hier so schnell Fuß fassen konnte.

          Was ist anders als auf dem Festland?

          Im Winter ist wirklich fast gar nichts los. Da ist es schon sehr ruhig. Aber ich habe ja früh genug Freundschaften geschlossen, deswegen war das kein Problem. Ich zeichne gerne, damit konnte ich mich auch gut beschäftigen. Man ist hier ja aber auch nicht gefangen und kann auch mal aufs Land fahren.

          An wen richtet sich Ihr Blog?

          Die Hauptzielgruppe sind Norderney-Fans, die öfter etwas von ihrer Lieblingsinsel mitbekommen wollen. Aber es wissen mittlerweile auch schon viele Einheimische davon. Die reagieren immer ganz locker auf mich und finden es gut, dass jemand frischen Wind auf die Insel bringt. Neben dem Blog bin ich auch auf Instagram unter @diekesnorderney unterwegs. Dort poste ich jeden Tag Fotos und erzähle in Stories, was ich mache. Auf meinem Blog berichte ich über die größeren Events dann auch mit Artikeln.

          Welches Erlebnis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

          Mein Highlight war das Filmfest. Darüber habe ich nicht nur berichtet, sondern durfte dort auch Filme anmoderieren, habe Teilnehmer über die Insel geführt und Schauspieler und Regisseure vom Hafen abgeholt. Es war sehr cool zu sehen, wie viel Arbeit hinter einer Woche Filmfestival steckt.

          Kommt jetzt noch ein Highlight, bevor Sie den Job im September abgeben?

          Am meisten freue ich mich noch auf den Fallschirmsprung, den ich bald mache. Davon wird es dann natürlich auch Fotos und Videos geben.

          Hat sich das Jahr auf der Insel gelohnt?

          Auf jeden Fall. Ich bin viel selbständiger und organisierter geworden und weiß jetzt, wo ich hinwill. Ich kann nun auch meine Ausbildung bei der Tourismusgesellschaft von Norderney machen. Durch die vielen Kontakte, die ich schon habe, ist der Start in den Beruf viel leichter.

          Wem würden Sie eine Bewerbung als Inselblogger empfehlen?

          Allen, die offen sind und Spaß daran haben, viele Leute kennenzulernen. Das sind Voraussetzungen, die man mitbringen sollte. Ansonsten kann das jeder machen, der mal für ein Jahr etwas anderes ausprobieren möchte. In die technischen Sachen fuchst man sich schnell rein. Egal, ob man gerade die Schule beendet hat oder schon in Rente ist.

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