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Digitalisierung und Konsum : Fremdshoppen statt Souvenirs

Es muss nicht immer die klischeehafte Tasche mit „I love ...“ sein. Gerade exotische, kulturelle Stücke können dank der Digitalisierung immer häufiger vom Reiseziel nach Hause bestellt werden. Bild: EPA

Was bedeuten Souvenirs und die Jagd nach dem Besonderen auf Reisen noch, wenn immer mehr davon per DHL vor der eigenen Haustür landet? Wie Globalisierung und Digitalisierung meinen Alltag vielfältiger machen, aber die Ferien eintöniger.

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          Eine Kollegin, die sich in Vietnam sehr gut auskennt, hatte mir den Laden empfohlen: Sadec. Keramik aus Vietnam, die aber in europäischen Haushalten nicht deplaziert sein würde. Die Kollegin hatte nicht zu viel versprochen. Der dreigeschossige Laden im Zentrum von Saigon stellte sich als Souvenirtempel für Touristen heraus, die sich auf dem Rückflug nicht unbedingt mit Kegelhut auf dem Kopf sehen. Obgleich mich die Märkte in Vietnam bislang nicht sonderlich zum Souvenirshopping hingerissen hatten, war das der Moment, in dem der Knoten platzte.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mein Mann und ich debattierten über die richtigen Farben der Schalen, aus denen wir künftig unser Müsli essen wollten. Wir suchten extralange Löffel in Grau mit Goldrand für Marmeladen aus. Größere Schalen für die Eltern. Kleinigkeiten für die Schwestern. Über eine Stunde dauerte es, bis wir geklärt hatten, ohne welche Stücke wir dieses Land auf keinen Fall verlassen würden und ob dafür Platz im Koffer übrig wäre.

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