https://www.faz.net/-hrx-8wxrv

Möbel für Terrasse und Garten : An der Sonne recht gemütlich

  • -Aktualisiert am

Schafft ein perfektes Wohnzimmer: Die Riva-Kollektion von Jasper Morrison für Kettal Bild: Archiv

Draußen nur Stühlchen? Das ist passé. Innen wächst nach außen, der Garten wird zum zweiten Wohnzimmer. Die neuen Möbel machen’s möglich.

          5 Min.

          Die Verwohnzimmerung des Gartens schreitet unerbittlich voran. Wurde ja auch mal Zeit: Nachdem ganze Wälder zugunsten von Teakholzplantagen gerodet wurden und unzählige Rattanpalmen ihr Leben lassen mussten, nachdem seltsam formierte Kunststoffobjekte und Hartschalensitzlandschaften zu wuchern begannen, kehrt endlich so etwas wie Stil auf Terrassen, Balkonen und Gärten ein. Die neuen Stücke sind keine Gartenmöbel mehr, sondern „Outdoor-Objekte“, und viele von ihnen nicht nur wasserfest und ausbleichresistent, sondern auch so universell, dass sie im Winter nicht einmal eingelagert werden, sondern in der Loggia oder im Wintergarten unterkommen können. Und mitunter sogar im echten Wohnzimmer.

          Keine Geschichte verpassen: F.A.Z. Stil bei Facebook und Instagram

          Da werden zum einen altbekannte Innenraum-Klassiker neu aufgelegt. Thonet etwa hat mit der „All Seasons“-Reihe schon im vergangenen Jahr seine Stahlrohr-Ikonen von Mart Stam, Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe wettertauglich gemacht, um dieses längst vergessen geglaubte Lebensgefühl, dessentwegen sich Mid-Century-Möbel so großer Beliebtheit erfreuen, nun auch ins Grüne zu katapultieren. Die Ikonen böten einen großen Spielraum in dieser Hinsicht, sagt der Hersteller, die Kollektion „funktioniert das ganze Jahr“.

          Hollywoodschaukeln sind was für Omis? Das „Swing Canapé“ von Louis Vuitton ist eher was für Leute mit großem Geldbeutel. Bilderstrecke

          Damit die Freischwinger, Beistelltische und Loungesessel der Witterung standhalten, wurde das Metall mit einer Schutzschicht überzogen, es halte jetzt angeblich sogar rauhestes Küstenklima aus. Das Netzgewebe der Garnitur ist UV-beständig, die Töne orientieren sich an der Farbenlehre des Bauhauses. Und weil Bauhaus eben immer funktioniert, hat auch Hersteller Tecta den Clubsessel D4 von Marcel Breuer, gewissermaßen die faltbare Variante des Wassily Chair, nun nach draußen gebracht.

          Die Inneneinrichtung spiegelt sich auch auf der Terrasse wider

          Nach Angaben des Verbands der Deutschen Möbelindustrie liegen die Ausgaben der Deutschen für Gartenmöbel und -dekorationen aktuell bei rund 35 Euro pro Kopf und Jahr. Das klingt zunächst nicht sonderlich hoch, markiert laut Verband aber einen neuen Höchststand. Die Landlusterei der Deutschen manifestiert sich eben nicht nur in urwüchsigen Gärten, Kräuterbeeten und dem Webergrill, sondern auch in einer wohnlicheren Gestaltung von Gärten und Terrassen.

          Und wo im Haus Ess- und Wohnzimmer verschmelzen, spiegelt sich das auch auf der Terrasse wider: Kleine Tische weichen großen Tafeln, Stühle werden bequemer, und mitunter wird das Grillgut gleich auf der Sofalandschaft serviert, die dank der Flechtwerkfaser Polyurethan kaum einen Unterschied mehr zur Indoor-Variante erkennen lässt.

          Eines der Beispiele für diese Neuerung ist das „Butterfly“-Sofa von Patricia Urquiola für den Hersteller B&B Italia Outdoor. Das modulare Sofa basiert auf einem Hocker, der mittels weiterer Hocker, Rücken- und Armlehnen zu einem vollwertigen Sofa ausgebaut werden kann. Mit seinen geschwungenen Formen sieht es nicht wie ein klassisches Terrassenmöbel aus, und nach Angaben des Herstellers ist es auch erst durch neue technische Verfahren möglich geworden, „die hohen Ansprüche an Bequemlichkeit, die für Indoor-Möbel gelten, nun auch Outdoor zu garantieren“.

          Auch andere Hersteller bleiben nicht untätig: Die Designer von Meneghello Paolelli Associati haben für Unopiù eine ähnlich schicke Sitzlandschaft entworfen; Patrick Norguet erweiterte für Alias die Serie Kobi um einen bequemen Sessel, der sowohl in den Garten als auch ins Wartezimmer passt. Und die Möbel der Riva-Reihe von Jasper Morrison (für Kettal) sehen gar so wohnzimmermäßig aus, dass sie draußen fast deplaziert wirken, weil man sie vor dem nächsten Regen schnell reinholen möchte.

          Nicht nur Möbel lassen sich von innen nach außen bringen

          Die Branche hat in den letzten Jahren erkannt, dass sich vieles von innen nach außen bringen lässt. Nicht nur Möbel. Während manche das Farbkonzept des Innenraums auf der Terrasse spiegeln (aktuelle Trendfarben dort: Grau, Taupe, Champagner), erweitern andere gar ihren Boden nach draußen. Der fließende Übergang ist möglich durch neuartige Keramikfliesen oder Terrassendielen in Holzoptik, wie sie zum Beispiel von Trex Company angeboten werden.

          Weitere Themen

          Ein Einblick in die Berliner Clubszene Video-Seite öffnen

          „Wie eine Droge“ : Ein Einblick in die Berliner Clubszene

          Freiraum und Kreativität sind Berlins Markenzeichen. Das zieht Künstler, Musiker und Clubpublikum aus der ganzen Welt an. Doch die Szene ist im Wandel. Der angesagte Club Griessmuehle und Techno-DJ DVS1 versuchen, die Clubkultur zu retten.

          Unter fremdem Etikett

          Marke und Produkt : Unter fremdem Etikett

          Als Marke versteht sich heute alles und jeder. So werden auch aus Textilunternehmen, die ehemals nur Luxushäuser beliefert haben, eigenständige Labels. Über Namen, die weniger bekannt sind als ihre Produkte.

          Topmeldungen

          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.
          Wer zu den Besten in der Forschung gehören möchte, muss sich den Platz hart erkämpfen. Auch in Deutschland gibt es hierfür inzwischen Graduiertenschulen, die die Promovierenden unterstützen.

          Spitzenforschung : Wo die Promotion zur Selektion wird

          Amerikas Dominanz in der Spitzenforschung hat auch die hiesige Nachwuchsförderung kräftig umgekrempelt. Wer oben mitspielen will, muss an eine Graduiertenschule und sich von dort aus die begehrten Plätze erkämpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.