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Modisches Bouquet : Ein Tom-Ford-Gewächs mischt das Blumengeschäft auf

Whitney Bromberg Hawkings Bild: Flowerbx

Blumenstrauß ist nicht gleich Blumenstrauß – um das zu wissen, muss man nicht aus der Modebranche kommen. Und doch scheint es in der Welt der Mode andere Regeln für seine Ästhetik zu geben. Whitney Bromberg Hawkings weiß das zu nutzen.

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          Das muss ein schönes Bild gewesen sein, wie Whitney Bromberg Hawkings, damals Kommunikationschefin von Tom Ford, auf dem Markt unterwegs war, um Blumen zu kaufen, im Pencilskirt und mit Stilettos, gewissermaßen der Arbeitsuniform in einem solchen Modehaus. Man kann sich gut vorstellen, dass dieser Mann, der ästhetisch keine Kompromisse eingeht und dessen Zeit bei Gucci vor zwei Jahrzehnten als legendär gilt, auch eine klare Haltung zu Blumen hat. Und dass ein Tom-Ford-Strauß, wie ihn sich ein Florist vorstellt, der nicht täglich an seiner Seite sitzt, am Ende wohl nicht viel mit dieser Tom-Ford-Welt zu tun hat. Also ging Whitney Bromberg Hawkings auf den Markt, wenn sie Blumen brauchte. Irgendwann kam ihr dabei der Einfall: „Ich kaufe meine Kleider bei Net-a-porter, meine Lebensmittel beim Online-Bauernmarkt. Warum geht das nicht auch mit Blumen?“

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Whitney Bromberg Hawkings, 44 Jahre alt, macht das jetzt selbst: Sie wendet die Maßstäbe aus ihrem früheren Modeleben auf Blumen an und verändert so einen Teil des Markts. Sie ist natürlich nicht die erste, die Blumen online anbietet. Wer sich nicht auf einen bestimmten Floristen in seiner Stadt verlassen will, wer vielleicht Blumen in einer anderen Stadt bestellen muss und dort keine Adresse hat, dem stehen längst verschiedene Anbieter im Internet zur Verfügung. Neben Fleurop tragen sie Namen wie Bloomon oder Bloom and Wild.

          Die Ranunkel, oder auch Asiatischer Hahnenfuß genannt
          Die Ranunkel, oder auch Asiatischer Hahnenfuß genannt : Bild: Flowerbx

          Flowerbx, das Unternehmen von Whitney Bromberg Hawkings, ist trotzdem anders. Es ist nichts für Menschen, die sich einen wilden Wiesenstrauß auf den Massivholztisch stellen wollen, um ein bisschen Landhaus-Charakter in der Stadtwohnung zu schaffen. Die Sträuße von Flowerbx sind markanter und radikaler, sie bestehen nur aus Rosen oder nur aus Orchideen oder nur aus Lilien.

          Pfingstrosen in Puder-Rosa von Flowerbx
          Pfingstrosen in Puder-Rosa von Flowerbx : Bild: Julian Ward/Flowerbx

          Sie folgen so strengen Gestaltungsprinzipien, wie Whitney Bromberg Hawkings sie aus der Mode kennt. Bei stilbewussten Londonern trifft sie damit schon einen Nerv. „Wir beliefern die Beckhams einmal wöchentlich“, sagt Bromberg Hawkings. Die Modedesignerin Emilia Wickstead bezieht ihre Blumen über Flowerbx, Bromberg Hawkings hat schon Arrangements in Versailles für Louis Vuitton entwerfen lassen, und wenn Dior seinen Kunden Blumen schicken will, dann ruft man sie an.

          „Alles ist heute mit einer Marke versehen“, sagt Whitney Bromberg Hawkings beim Gespräch an einem Sonntag in einem Café am Londoner Sloane Square. „Nur Blumen nicht. Wenn Sie zu Prada gehen, in L.A. oder in Tokio, werden die Stücke im gleichen Seidenpapier eingewickelt.“ Bei Blumen ist das anders. Das liegt zum Teil daran, dass es hier um ein Naturprodukt geht. Aber eine Tulpe wird der anderen trotzdem noch immer stärker ähneln als die eine Karte zum Strauß der anderen. „Mal ist zum Beispiel der Name falsch geschrieben. Oder wie oft bekommt man später ein Foto der Blumen vom Adressaten geschickt, und denkt sich: So hatte ich mir das nicht vorgestellt?“

          Bromberg Hawkings hatte in ihrer Zeit bei Tom Ford oft genug mit Blumen zu tun. In der Mode liebt man Blumen. „Ich wusste, wenn Blumen von Karl kamen oder von Miuccia.“ Sie meint Karl Lagerfeld und Miuccia Prada. „Jeder in der Branche hat bei Blumen seine Handschrift, und es waren einfach nur Blumen, kein Chichi drum herum. Ich dachte mir immer: Warum weiß man in der Mode, dass es auch so geht, aber der Rest der Welt bestellt weiter ganze Sträuße verschiedener Blumen?“

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