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Museumseröffnung in Passau : Eine Stadt im Dackelfieber

  • Aktualisiert am

Die Gründer des Dackelmuseums, Seppi Küblbeck mit Dackel «Seppi» und Oliver Storz mit Dackel «Moni». Bild: dpa

Das erste Dackelmuseum der Welt in Passau hat noch gar nicht eröffnet, aber die Initiatoren werden vom Zuspruch schon überrollt. Und die ganze Stadt zieht mit: Es gibt Dackelpizza, Dackelpralinen und Brezeln in Form von Dachshunden.

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          Der Rummel ist riesengroß: Am Ostermontag, dem zweiten April, eröffnet Deutschlands erstes Dackelmuseum in Passau. Die beiden Initiatoren, Josef Küblbeck und Oliver Storz, sind komplett im Stress. Sie bekommen Anfragen und Post aus dem ganzen Land – von Flensburg bis Kempten. „Es ist einfach unglaublich“, sagt Küblbeck. Und immer wieder: „Unglaublich.“ Das dackelbegeisterte Paar wird nach eigener Aussage von Zuspruch und Interesse regelrecht überrollt. „Unser Leben hat sich quasi über Nacht völlig verändert.“

          Der Postbote schleppe Tag für Tag Briefe und Päckchen an. „Leute schicken uns Dackel-Exponate. Oftmals steht nur unser Name und „Dackelmuseum Passau“ drauf, ohne Postleitzahl und Adresse. Das kommt alles an.“ Von morgens bis abends stehe das Telefon nicht mehr still. Führungen sind bereits bis Juni ausgebucht. Firmen, Dackelclubs und andere Vereine kündigten sich für Ausflüge an. Auch Buchverlage hätten schon angeklopft. Die Läden und Restaurants in der Passauer Innenstadt haben sich ebenfalls auf die neue Attraktion in der Nachbarschaft eingestellt: Dackelpizza mit einem Belag aus Würstchenscheiben, Dackelpralinen und Brezeln in Form von Dachshunden werden angeboten.

          Die Reaktionen der Menschen sind laut den Gründern durchweg positiv. „Sie winken uns auf der Straße zu und umarmen uns.“ Als sich das Paar mit seinen beiden Dackeln einen Tag Pause in München gönnen wollte, seien sie auch dort von Passanten, Kellern und Verkäufern erkannt worden. „Die Leute wollten Fotos mit uns und den Dackeln machen. Unglaublich. Ein unbeschreibliches Gefühl“, sagt Küblbeck und staunt selbst. Warum das Museum solche Begeisterung hervorruft, ist ihm selbst unerklärlich.

          Der Zauber des Dachshundes

          Jan Schürings, Geschäftsführer des Deutschen Teckelclub 1888 in Duisburg, kann die Begeisterung vieler Menschen für den Dackel durchaus verstehen. „Gucken Sie dem Dackel doch einfach in die Augen“, sagt er. Nach dem Schäferhund sei der Dackel die zweitstärkste Rasse in Deutschland. „Er ist ein super Familienhund. Und viele mögen auch, dass er einfach seinen eigenen Kopf hat.“ Zudem sei er auch nach wie vor als Jagdhund gefragt. Schürings findet es amüsant, dass der Dackel nun ein Museum bekommt – und will es bei Gelegenheit auch besuchen.

          Neben all der Euphorie gibt es aber auch kritische Stimmen. Unsinn und purer Kitsch sei dieses Museum, wettern Gegner der Dackelausstellung. Außerdem wird eine Debatte befeuert, die in Passau schon länger tobt. Egon Greipl, der frühere bayerische Generalkonservator, sprach laut „Spiegel Online“ in mehreren Interviews davon, dass Passau zu einer Kulisse verkomme. Die Stadt habe zwar keine Metzgerei mehr, jedoch Souvenirläden zur Genüge und jetzt auch noch ein Dackelmuseum. Die Besucherströme an Dachshund-Ethusiasten wird diese Kritik jedoch kaum bremsen.

          Dackel aus Porzellan im Museum in Passau

          Am 2. April um zehn Uhr geht es los im Museum. Etwa 2000 Exponate werden in den Räumen unweit des Passauer Domes zu sehen sein. Besucher erfahren hier Wissenswertes und Kuriositäten rund um den Dachshund: der Dackel als Jagd- und Familienhund, als Symbol für bayerische Gemütlichkeit, als Spielzeug, Stofftier, Weihnachtsdeko und Olympiamaskottchen.

          Geöffnet ist das Museum von Ostermontag an täglich – außer freitags – von 10 bis 16 Uhr. Für Dackel ist der Eintritt kostenlos.

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