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Zehntausende Gegner : Wegen Starbucks im Yosemite Park schäumen Kritiker

Aus „Respekt vor dem Park“ will Starbucks sich bei der Gestaltung des Cafés an der natürlichen Umgebung und den historischen Gebäuden im Park orientiert haben. Bild: Starbucks

Im Yosemite-Tal hat das erste Starbucks-Café in einem amerikanischen Nationalpark eröffnet. Die einen sind entzückt – die anderen erzürnt.

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          Der Yosemite National Park hat schon viel erlebt. Seit 128 Jahren ist das Naturwunder im Osten Kaliforniens als Nationalpark geschützt. Seither, so sagen Kritiker, wird es von den Besuchern zu Tode geliebt. Mehr als fünf Millionen Touristen zählten die Behörden im Jahr 2016, und die allermeisten von ihnen drängten sich im schmalen Yosemite-Tal – weil das durch eine Straße erschlossen ist und Hotels, Restaurants, Cafés locken. Seit knapp zwei Wochen hat der Park dort eine neue Attraktion: Am 16. März hat im Yosemite-Tal das erste Starbucks-Café in einem amerikanischen Nationalpark eröffnet. Nun sind die einen entzückt, die anderen erzürnt.

          Bernd Steinle
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Venti Caramel Macchiato und Double Chocolate Muffin im Juwel der amerikanischen Naturschönheiten? Schon als die Idee aufkam, regte sich heftiger Widerstand. Inzwischen ist daraus eine Online-Petition geworden, die bisher mehr als 25.500 Anhänger gefunden hat. Darin heißt es: „Multinationale Konzerne haben keinen Platz in unseren Nationalparks.“ Das Starbucks-Café in der „Base Camp Eatery“, Teil eines aufwendig renovierten Gastro-Bereichs im Park, könne ein Türöffner sein für weitere Begehrlichkeiten großer Ketten in den Naturschutzgebieten.

          Die Besucherzahlen in den Nationalparks haben 2016 ein Rekordniveau erreicht, und zu den größten Ausgaben dieser Besucher zählen naturgemäß Essen und Trinken. Zudem schiebt der National Park Service seit Jahren einen Investitionsstau von zwölf Milliarden Dollar für erneuerungsbedürftige Infrastruktur vor sich her. Allein mit den Zuwendungen, die der Park Service jährlich vom Kongress erhält, ist das auf Jahre hinaus nicht zu schaffen. Also sind weitere Erlösquellen nötig.

          Im Sonnenlicht leuchtender Wasserfall Yosemite National Park
          Im Sonnenlicht leuchtender Wasserfall Yosemite National Park : Bild: AP

          Der National Park Service und sein Konzessionär Aramark, die das Starbucks-Projekt auf den Weg brachten, heben hervor, dass mit dem Starbucks-Café die Wünsche der Besucher nach einem hochwertigen Produkt bedient würden. Genau diese Mentalität aber könnte den Park für immer verändern, fürchten die Gegner. „Der Park wird seinen Kern verlieren und so kaum mehr zu unterscheiden sein von einem chaotischen, geschäftigen Handelszentrum in der Stadt“, heißt es in der Online-Petition. Die Kritiker bemängeln zudem, dass es keine öffentliche Debatte über die Entscheidung gab und dass mit einem örtlichen Betreiber die umliegenden Gemeinden hätten profitieren können.

          Starbucks scheint sich all die Vorbehalte gegen die neue Filiale zu Herzen genommen zu haben. Aus „Respekt vor dem Park“ habe man sich bei der Gestaltung des Cafés an der natürlichen Umgebung und den historischen Gebäuden im Park orientiert. Von außen weisen kein Schild und kein Logo auf das Starbucks-Café hin. Allein, so dichtete das Unternehmen schon ganz naturselig, „der warme Schein der bis auf den Boden reichenden Fenster, die Besucher anziehen wie ein Lagerfeuer unter den turmhohen Pinien und Sequoia-Bäumen“, mache die Kunden darauf aufmerksam.

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