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Unterwasser-Camcorder : Mit submarinen Fähigkeiten

  • -Aktualisiert am

In buntem Revolver-Look kommt der Panasonic HX-WA30 Bild: Hersteller

Tauchfeste Videokameras von Sony und Panasonic sorgen für viel Spaß im Freibad. Die Version von Sony hat zwar in mancher Disziplin die Nase vorn, doch Panasonic punktet mit einem netten Detail.

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          An Tagen wie diesen dürfen selbst Elektronik-Tester mal ins Freibad - nicht nur, weil das andauernde Hochdruck-Wetter es beinahe zwingend nahelegt, sondern auch, weil sich das Berufliche gelegentlich sogar mit dem Sportiven verträgt. So sind wir kurzerhand mit zwei auf Sommer und Badespaß zugeschnittenen Camcordern abgetaucht und haben eine Menge lustiger Szenen gedreht. Wobei wir darauf geachtet haben, ob die Apparate dem feuchten Element tatsächlich so standhalten, wie es die Hersteller versprechen.

          Konkret: Panasonic sagt seinem Modell HX-WA30 nach, Tauchtiefen bis zu 10 Meter auszuhalten, Sony versprich für seine Videokamera HDR-GW66 dieselben submarinen Fähigkeiten. Ganz so tief sind wir gar nicht gesunken, aber die unteren Badebecken-Gefilde, so viel vorab, haben weder dem einen noch dem anderen Aufnahmegerät geschadet: Die mit Dichtungen versehenen Fächer für die Anschlüsse, die Akkus und die Speicherkarten (Panasonic setzt auf SDHC-Speicher im Normalformat, Sony verlangt nach einer Micro-Version oder nach der Micro-Ausgabe des Memory Sticks) hielten tadellos dicht, und dass aus den Zoom-Tasten des Panasonic-Apparats mal ein paar kleine Bläschen auftauchten, gehört zu den harmlosen Unvermeidlichkeiten der Konstruktion.

          Der erste Unterschied liegt beim Preis

          Wo aber liegen die Unterschiede? Zunächst im Preis: Das Panasonic-Modell ist schon für 320 Euro zu haben, für die Sony-Variante verlangt der Händler immerhin um 480 Euro. Auf den ersten Blick scheint die Differenz erklärlich: Das Sony-Modell, zu haben in den Grundfarben Schwarz und Weiß, wirkt filigraner, liegt leichter in der Hand und behält auch in der Objektivregion seine schmale Silhouette. Die Panasonic-Variante, sie tritt in Weiß, Schwarz, Blau oder knalligem Orange an, kombiniert einen schlanken Revolvergriff mit einem recht breiten Objektivkopf und erscheint damit sperriger.

          Auch mit seinem Monitor-Bildschirm sammelt der Sony Pluspunkte: Mit einem Diagonalmaß von 7,5 Zentimetern übertrifft er das Panasonic-Schirmchen um 10 Millimeter. Und der Sony-Schirm reagiert auf Berührungen, was die Navigation durch die übersichtlich gestalteten Einstellmenüs zum Kinderspiel macht. Am Panasonic-Gerät muss sich der Hobby-Filmer etwas mühselig mit einem winzigen Joystick durch lange Parameter-Tabellen hangeln.

          Schmal und kantig: Sony HDR-GW66
          Schmal und kantig: Sony HDR-GW66 : Bild: Hersteller

          In ihren Objektiven unterscheiden sich die beiden Konkurrenten ebenfalls. Zwar beginnen die Zoom-Bereiche gleichermaßen mit einer Brennweite, die, auf Kleinbildverhältnisse umgerechnet, bei echten Weitwinkeln von etwa 30 Millimetern beginnt, doch die Sony-Linsensätze können sich bis in den 300-Millimeter-Telebereich vorarbeiten, der Panasonic macht beim 140-Millimeter-Tele Schluss.

          Im Pixel-Wettstreit protzt Sony mit Standbildern, die bis zu 20 Megapixel umfassen, Panasonic gibt in seinen Datenblättern die Hälfte an - aber das ist eher akademisch: Der Sony muss ohnehin interpolieren, um diese Pixelmenge zu erzielen.

          Im Videobetrieb schaffen beide Geräte volle HD-Auflösung, allerdings mit Unterschieden im Detail: Der Panasonic nimmt im MP4-Format bis zu 30 Einzelbilder je Sekunde im Vollbildmodus auf, der Sony bannt gar 50 Einzelbilder auf die Speicherkarte - dies allerdings nur im AVCHD-Videoformat. MP4-Dateien, die sich besonders für die Verbreitung im Internet eignen, erreichen beim Sony höchstens 720 Zeilen und 30 Vollbilder.

          Für Zeitlupen-Aufnahmen bietet der Panasonic eine spezielle Taste an. Bis zu 480 Einzelbilder schafft er dann in jeder Sekunde, allerdings nur in Mini-Auflösung. Der Papierform nach hat der Sony zwar in manchen Disziplinen die Nase vorn, doch der Panasonic punktet mit einem interessanten Ausstattungsdetail: Er kann sich über W-LAN mit dem Heimnetz verbinden. So lässt er sich über eine App mit dem Smartphone fernsteuern; der Telefon-Bildschirm dient dann als Monitor.

          In der Bildqualität nehmen sich die beiden Geräte nicht viel

          Und nach dem Standard DLNA erkennen die meisten vernetzbaren Fernseher den Camcorder als Video- und Fotolieferanten. Sie spielen also drahtlos ab, was in der Speicherkarte steckt. Natürlich funktioniert auch die Direktübertragung von Fotos und Clips ins Internet.

          In der Bildqualität nehmen sich die beiden Geräte nicht viel; beim Panasonic hat uns besonders die Bildfilter-Funktion für den Unterwassereinsatz gefallen, die den sonst üblichen blaugrünen Farbstich glaubwürdig kompensiert. Ansonsten: Beide arbeiten mit brauchbaren Bildstabilisatoren und liefern so gute, scharfe HD-Bilder an den Großbildschirm im Wohnzimmer, dass unser Urteil klar ausfällt: Die beiden Camcorder sind mehr als nur Spielzeug für den schnellen Freizeitspaß. Sie taugen auch als seriöse Reisebegleiter. Und so gesehen ist selbst der höhere Preis des Sony durchaus angemessen.

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