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Tipps für die Ausrüstung : Schnelle Radtouren mit leichtem Gepäck

Das ist alles für die schnelle Radreise: Campingausrüstung im Sack, Leichtgepäck an der Sattelstütze und als Rad das Crossrennrad Secteur Expert Disc C2 von Specialized Bild: Pardey

Radfahrer sind entweder mit viel Gepäck langsam oder mit wenig Gepäck schnell unterwegs. Es gibt aber auch Zwischenlösungen: Für den Bergsport entwickelte Ausrüstung hilft Gewicht sparen.

          Für viele Radfahrer scheint es nur zwei Formen touristischer Unternehmungen zu geben: Entweder sie sind mit viel Gepäck am Reise- oder Trekkingrad bei allenfalls mittlerem Tempo auf einer Mehrtages-Radreise unterwegs. Oder sie fahren richtig schnelle, sportliche Tagestouren oder -etappen mit dem Rennrad von einem (Stand-)Quartier aus und haben so gut wie gar kein Gepäck dabei, weil es entweder im Sporthotel bleibt oder ihnen auf Etappenfahrten hinterhertransportiert wird. Zwischen diesen beiden Polen existieren freilich noch jede Menge anderer Möglichkeiten. Eine davon scheint gerade wieder in Mode zu kommen: Schnellentschlossen macht man sich beispielsweise über ein langes Wochenende auf, zwar mit dem Rennrad, aber auch mit dem Nötigsten zum Übernachten. Dass man dabei die Ansprüche reduziert und bei dem, was man mitnimmt, aufs Gewicht achtet, versteht sich von selbst.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Zunächst einmal braucht man natürlich das richtige Rad dazu. Klassisch wäre ein Randonneur, das mit Licht, Schutzblechen und Gepäckträger aufgerüstete Rennrad aus Stahl, wie es stilbildend in Frankreich schon vor Jahrzehnten entwickelt wurde - und sich heute wieder wachsender Beliebtheit erfreut. Wenn man aber nicht ausschließlich auf Straßen, sondern mehr in Wald und Feld oder auf einem Wanderweg unterwegs sein will, ist ein Cyclocrossrad eine gute Wahl. Eine gemäßigte, das heißt etwas längere Rennrad-Geometrie, dickere Reifen, gute Bremsen und der Antriebsstrang wie vom Rennrad gewohnt mit Mehrfach-Kettenblatt und dickem Ritzelpaket hinten.

          Schwingungsarm an der Sattelstütze

          Die Wahl fiel auf das Secteur Expert Disc C2 von Specialized (rund 1800 Euro). Der Aluminiumrahmen hat die gestreckte „Ausdauer-Geometrie“, wie man bei Specialized sagt, zugleich aber passen durch ihn wie durch die Karbongabel Reifen mit der etwas kräftigeren Dimension 700 × 33c (33-622 ETRTO). Man könnte über ihnen noch Schutzbleche montieren, an der Gabel und dem Rahmen sind Ösen dafür. Was der Rahmen nicht hat, sind die Zertz-Einsätzte in den oberen Hinterbaustreben wie etwa beim Modell Roubaix, aber dafür ist die leicht gebogene Karbon-Sattelstütze „Pavé Pro“ mit dieser vibrationshemmenden Technik ausgestattet. Als Kurbelgarnitur kommt die FSA Gossamer BB30 mit 50 und 34 Zähnen zum Einsatz und wirkt hinten auf Shimanos Zehnfach-Kassette Tiagra mit 12 bis 30 Zähnen. Die Scheibenbremsen sind über Zug betätigte Avid BB7 mit 160-Millimeter-Scheiben; die Schaltbremsgriffe am Rennlenker wie beide Schaltwerke stammen aus der Serie Shimano 105. Der Laufradsatz Axis CXD hat gedichtete Naben. Alles zusammen ergibt ein stimmiges Bild von sportlicher Eleganz wie bei Specialized nicht anders erwartet.

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          Ob man dieses Rad mit einem durch die Gewindeösen möglichen Gepäckträger ausstattet, ihm eine Lenkertasche verpasst oder eine ins Dreieck des Rahmens passende, wo allerdings die zwei Flaschenhalter im Weg wären, oder aber einen Rucksack wählt, das ist mehr eine Geschmacksfrage. Mancher mag einfach nichts auf dem Rücken haben, anderen macht das nichts aus, nicht jeder liebt Zusatzgewicht am Lenker. Wenn man sich schnellentschlossen auf Tour begeben möchte, sollte man so wenig wie möglich am Rad herumschrauben müssen. Gewählt wurde daher für die praktische Erprobung auf einer Drei-Tages-Tour eine wasserdichte Lösung, und zwar die Kombination eines Rucksacks mit einem Seatpost-Bag von Ortlieb. Der zuletzt genannte setzte allerdings dann doch den Austausch der Sattelstütze voraus, denn sein wahrhaft genialer, weil ohne Werkzeug funktionierender Ratschenverschluss ist für Sattelstützen aus Karbon nicht zugelassen.

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