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Swiss-Sherpa-Stiftung : Weinanbau für die wahren Helden am Everest

Domaines Chevaliers: Patrick Z'Brun hat das Weingut in der Walliser Gemeinde Salgesch im Jahr 2008 übernommen. Bild: Hersteller

Ohne Sherpas wären die höchsten Berge der Welt für viele Bergsteiger unbezwingbar. Die Swiss-Sherpa-Stiftung will Bergbewohnern in armen Regionen eine Existenzgrundlage bieten. Finanziert wird sie unter anderem – durch Wein.

          4 Min.

          Im Mai 2008 stand Patrick Z'Brun mit einer Schweizer Expedition auf dem Gipfel des Mount Everest. Z'Brun, gebürtiger Walliser, hatte sich zuvor als Bergführer das Studium finanziert, danach eine eigene Firma aufgebaut, sie 15 Jahre später verkauft und sich daraufhin ein Bergsteiger-Sabbatical gegönnt. Das führte ihn unter anderem auf den höchsten Berg der Welt, den 8848 Meter hohen Mount Everest.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Aus der Expedition 2008 entstand später eine Dokumentation für das Schweizer Fernsehen, unter dem Titel: „Sherpas – Die wahren Helden am Everest“. Der Film und der Bildband, der dazu erschien, zeigten das Geschehen am Everest nicht wie sonst oft aus der Sicht westlicher Gipfelaspiranten – sondern aus der Perspektive der Sherpas, der Einheimischen, die als Führer, Träger, Köche oder Routenbauer für die Expeditionen am Everest arbeiten. „So wurde ich für dieses Thema sensibilisiert“, sagt Z'Brun.

          Bergsteiger-Mentalität

          Die Situation der Sherpas in Nepal, stellte der Schweizer fest, barg erstaunliche Parallelen zu der Entwicklung, die vor 200 Jahren in den Tälern seiner Heimat eingesetzt hatte. „Unserem Bergvolk in den Walliser Alpen wäre es damals nicht in den Sinn gekommen, freiwillig in die Berge zu gehen – es war gefährlich, es war mühsam, und vor allem hatten sie damals andere Sorgen als dort in der Gegend umherzuwandern.“ Bis die ersten Engländer ins Wallis kamen. Die Bergpioniere brauchten für ihre Touren ortskundige Männer, die Ausrüstung und Material trugen, die ihnen den richtigen Weg durch Fels und Eis wiesen. Sie brauchten Bergführer. „Das war für die Entwicklung unserer Alpentäler ein ganz wichtiges Element“, sagt Z'Brun. „Die Bergführer wurden zu Botschaftern unserer Region.“

          Bergführer und Weingutbesitzer: Patrick Z'Brun

          Genau diese Chance, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, wollte Z'Brun nun auch Sherpas ermöglichen – unter anderem aus Dankbarkeit für die Unterstützung und Nähe, die er auf der Everest-Expedition 2008 erfahren hatte. Das war der Impuls für die Gründung der Swiss-Sherpa-Stiftung, die dazu beitragen sollte, Sherpas weniger abhängig zu machen von ausländischen Expeditionsagenturen, die sie nach Bedarf für ihre organisierten Gruppen anheuerten.

          Seit 2009 unterstützt die Stiftung nun Ausbildungsprogramme in Bergregionen, in denen Outdooraktivitäten zur touristischen Entwicklung beitragen und damit eine Existenzgrundlage für die Bewohner schaffen können. Der erste Schritt war, die formale Ausbildung von Sherpas als Bergführer voranzutreiben. Im Jahr 2012 wurde Nepal als 25. Mitglied des Internationalen Bergführerverbands aufgenommen. „Gut 20 nepalesische Bergführer sind so inzwischen zertifiziert worden“, sagt Z'Brun.

          Das bedeutet: Sie können selbständig und nach internationalen Normen Kurse anbieten. Inzwischen veranstaltet die Stiftung in Nepal auch einmal jährlich einen Lawinenkurs. „Viele Träger sind oft allein zwischen den Lagern am Berg unterwegs, immer wieder kommt es dabei zu Lawinenunfällen, die mit einigen Grundkenntnissen und Verhaltensregeln wahrscheinlich hätten vermieden werden können“, sagt Z'Brun. Mehr als 400 Sherpas haben den einwöchigen Kurs in Theorie und Praxis schon absolviert.

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