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Verschwörung der Autoindustrie : Warum die Straßenbahnen aus Amerikas Städten verschwanden

  • -Aktualisiert am

Kein Durchkommen mehr: In den dreißiger und vierziger Jahren kamen sich Autos, Busse und Bahnen wie hier im Zentrum von Los Angeles zunehmend in die Quere. Bild: Los Angeles Times / Polaris/laif

In den Vereinigten Staaten fuhren einst Straßenbahnen in den großen Städten. Doch in den Sechzigern war Schluss. Bis heute glauben viele: Dahinter steckt eine Verschwörung der Automobilindustrie.

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          Die Mondlandung zählt zu den Klassikern. Setzte Neil Armstrong im Juli 1969 wirklich als erster Mensch den Fuß auf den Erdtrabanten? Oder hatte Washington den „riesigen Schritt für die Menschheit“ damals nur im Studio zusammengeschnitten, um die Sowjetunion beim Wettlauf im All zu schlagen? Auch von der These, der amerikanische Präsident John F. Kennedy sei im November 1963 durch den Geheimdienst CIA und nicht durch Lee Harvey Oswald ermordet worden, möchten viele seiner Landsleute bis heute nicht lassen. Die Terroranschläge des 11. September? Gehen nicht auf das Konto von Al Qaida, sondern wurden von Washington orchestriert, glauben Verschwörungstheoretiker auch 19 Jahre nach dem Zusammensturz der Twin Towers in New York.

          Debatten über Klimawandel und Nachhaltigkeit befeuern derweil die „Streetcar Conspiracy“. Demnach verbündete sich Amerikas größter Autobauer General Motors in den dreißiger Jahren mit Standard Oil, dem Reifenhersteller Firestone und weiteren Zulieferern der Autoindustrie, um die Straßenbahnen des Landes für alle Zeiten verschwinden zu lassen. „Es fühlte sich an wie ein Begräbnis“, erinnert sich Alan Weeks. Der Achtundachtzigjährige saß im September 1953 in der letzten Bahn, die von der Innenstadt von Los Angeles in den Küstenort Santa Monica fuhr. „Allen Fahrgästen war bewusst, dass eine Ära zu Ende ging. Die Leute waren einfach traurig.“ Den Mythos einer Verschwörung, von amerikanischen Journalisten wie Nicholas von Hoffman jahrzehntelang mit der Watergate-Affäre verglichen, die 1974 zum Rücktritt des amerikanischen Präsidenten Richard Nixon führte, will Weeks aber nicht unterschreiben – zumindest nicht ganz.

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