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Segel-Katamaran : Das erste Mal

Der Fahrtenkatamaran hat seine Vorteile: Auf zwei Rümpfen ist mehr Komfort. Bild: Walter Wille

Ist ein Ungetüm, so ein Segel-Katamaran. Macht sich aber immer mehr breit in den Charter-Revieren dieser Welt. Da muss also was dran sein. Aber was? Mal ausprobieren.

          Es ist ruhig in der Tomb Bay, man könnte sagen: Grabesstille. Pinien, Olivenbäume, Oleander säumen die Postkartenbucht mit den steil abfallenden Hängen am Golf von Fethiye. Der Himmel wetteifert mit dem klaren Wasser um das schönere Blau. Das Boot liegt an einem abenteuerlich zusammengezimmerten Steg aus verwittertem Holz und döst im Sonnenlicht. So wie die Crew.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          „Axis“ heißt der Katamaran, ein breiter, hoher Apparat mit Mast, Segeln und großem Kühlschrank. Zwei, drei Tage hat er gebraucht, um die Vier-Freunde-Crew nach ihrem Abflug aus dem Hamsterrad des Alltags auf Ruhepuls herunterzubremsen. Aber es ist gelungen. Sogar der Prof. Dr. Dr. beginnt sich zu entkrampfen, schafft es tatsächlich, Gedanken zu fassen, die nichts damit zu tun haben, eine Klinik zu leiten. An Bord der Entspannungsmaschine verwandelt er sich wieder in den Kumpel, wie ihn die anderen drei aus den alten Zeiten kannten.

          An Land ist gerade Platz genug für ein rustikales Lokal

          Mal kommt ein Boot dazu, mal fährt eins raus, viel passiert nicht in der Tomb Bay. Antiken Gräbern oben im Fels verdankt die Bucht ihren Namen. An Land ist soeben Platz genug für ein rustikales Lokal, das zu akzeptablen Preisen ordentliche Speisen anbietet. Keine Straße führt hin, man muss mit dem Boot kommen. Wer am Abend hier speist, darf gratis über Nacht am Steg liegen, das ist der Deal. Solche Buchten mit einfachen, von Fischer- oder Hirtenfamilien geführten Restaurants mit Anlegestelle oder Bojenfeld gibt es etliche in der Gegend.

          Wer auf Bordverpflegung setzt, der lässt etwas abseits den Anker fallen. Ankern kann jeder, doch in diesem Abschnitt der Mittelmeerküste ist es nicht ganz so simpel, wegen der Gepflogenheit eine Leinenverbindung vom Heck zum Land herzustellen. Vorteil: Die Yachten liegen ruhig und aufgereiht nebeneinander, ohne um die Kette schwojend Platz zu verschwenden. Nachteil: Ein Crewmitglied muss zur Krönung des Ankermanövers ein Ende der langen Leine schwimmend oder mit dem Schlauchboot an Land bringen und um einen Felsbrocken wickeln. Bäume sind verboten. Manchmal ist die Strecke 100 Meter lang. Steht bei der Aktion der Wind seitlich, ist Eile geboten, sonst vertreibt die Yacht und die Bucht gerät in Aufruhr. Ein Kat - viel Windangriffsfläche, wenig Tiefgang - vertreibt rasch.

          Im Katamaran Moorings 3900 macht man gerne einmal eine Pause.

          Der Doc übernimmt die Aufgabe des Schwimmers, immer rechtzeitig sprungbereit. Manchmal hat er Glück, dann schießt im Motorboot ein Eisverkäufer heran, der meistens Ali heißt, ein Geschäft wittert und routiniert das Ausbringen der Leine übernimmt. Zum Dank kauft man ihm ein paar Nogger ab. Noch so ein Deal, von dem alle profitieren.

          Nirgends erscheint einem die Türkei karibischer als an diesem Abschnitt der Lykischen Küste. Es ist ein Revier der immer beliebter werdenden Katamarane. Erstaunlich viele davon sind unterwegs, kein Wunder: Charteryachten mit zwei Rümpfen sind unschlagbar geräumig und komfortabel. Und weil viel geankert und selten ein kostenpflichtiger Hafen angelaufen wird in diesem Seglerparadies, fällt ihr Nachteil, dass sie sperrig sind und wegen ihrer Breite meist höhere Hafengelder verursachen, nicht ins Gewicht.

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