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Schwimmende Häuser : Wohnträume auf Wellen

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Maritimes Flair: Was die meisten nur aus dem Urlaub kennen, ist für die Bewohner der schwimmenden Häuser Alltag. Bild: Floating house GmbH

Schwimmende Häuser werden in Deutschland immer beliebter. Doch wer ein Leben zu Wasser führen will, muss sich erst durch einen Dschungel aus Verordnungen kämpfen.

          Möwengeschrei, das Klatschen der Wellen an die Wand und immer ein ganz leichtes Schwanken des Grunds - Wohnen auf dem Wasser hat einen ganz eigenen Charme. Noch vor ein paar Jahren verband man solch maritimes Lebensgefühl eher mit Holland als mit Deutschland. Doch auch hier zieht es buchstäblich immer mehr Menschen aufs Wasser.

          Dabei geht es keineswegs nur um alternative Wohnformen und den Umbau alter Schlepper oder Lastkähne. Mindestens ebenso gefragt sind Hausboot-Yachten, also hochmoderne Schiffe mit Wohnkomfort, oder sogar „Floating Homes“, wie moderne, nicht mehr manövrierfähige Bauten auf dem Wasser heute genannt werden. Beide ganz individuell gestaltet und geplant - so jedenfalls die Theorie. Denn tatsächlich sind Wohnträume auf den Wellen, wie sie in Wohnzeitschriften und Hochglanzbroschüren gerne einladend beschrieben werden, gar nicht so einfach umzusetzen.

          Zwar gibt es in Deutschland inzwischen mehrere maritime Wohnprojekte, beispielsweise in Berlin, an der Ostsee, in Schleswig, in Xanten am Rhein oder in den Lausitzer Seen. Doch das Interesse ist deutlich größer. Fast täglich, erzählt Ulf Sybel, Geschäftsführer der Berliner FHG floating house GmbH, bekomme er Anrufe von Menschen, die auf dem Wasser leben möchten. Nach dem ersten längeren Gespräch macht sich dann jedoch schnell Ernüchterung breit. Einfach ein schwimmendes Domizil kaufen, aufs Wasser setzen und Einziehen, so stellen sich die meisten das vor, „aber so einfach geht es nicht“.

          Sich aufs Wasser wagen möchten viele. Wenige tun es. Bilderstrecke

          Sybel weiß, wovon er spricht, FHG entwickelt seit 15 Jahren Wohnprojekte auf dem Wasser. Ursprünglich an Land gestartet, entstand das erste Gebäude zu Wasser eher zufällig. Inzwischen jedoch plant FGH nur noch auf und am Wasser, gerade wurde ein Hausbootpark in der Flensburger Förde eröffnet. Dabei ist die Arbeit im Laufe der Jahre nicht einfacher geworden. Das Problem: Bis heute ist die Rechtslage unübersichtlich. Der Gesetzgeber wie auch die Wasserschifffahrtsbehörden tun sich schwer, einheitliche Regeln zum Umgang mit Hausbooten und ihren Bewohnern zu finden.

          Das fängt schon damit an, dass die meisten Wasserflächen als „Bundeswasserstraßen“ gelten. Gewohnt werden darf hier so wenig wie auf Bundesautobahnen. Doch selbst wenn Gewässer abseits der Hauptverkehrswege gefunden werden, gibt es jede Menge Hürden: Dann geht es um Fragen der Infrastruktur, des Umweltschutzes, des Baurechts und dergleichen mehr. Auch wenn es inzwischen immer mehr Initiativen gibt, die nach Auswegen suchen und weitere Projekte planen, müssen potentielle Interessenten nach wie vor viel Geduld mitbringen.

          Nicht überall dürfen Ankerplätze zum  Wohnen genutzt werden

          Am einfachsten ist der Umzug aufs Wasser, wenn der Planungsbedarf gering ist, weiß Andreas Hoffmann, Geschäftsführer des ebenfalls in Berlin ansässigen Herstellers Nautilus-Boote. Boote, die weniger als 25 Meter lang sind, gelten als Sportboot und dürfen letztlich auf allen Gewässern fahren und in allen Häfen ankern. Allerdings: Längst nicht überall dürfen diese Ankerplätze dann auch zum Wohnen genutzt werden.

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