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Schöne Nutzpflanzen : Zum Essen zu schade

  • -Aktualisiert am

Pflanzen wie Dill und Fenchel bringen Leichtigkeit ins Beet. Bild: Ina Sperl

Es müssen nicht immer Blumen sein. Auch Gemüse und Kräuter treiben wunderbare Blüten – wenn man sie nur lässt. Welche machen sich in unseren heimischen Beeten besonders gut?

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          Sie sind da, um gegessen zu werden. Doch haben viele Nutzpflanzen durchaus mehr zu bieten mit ihren schönen Blüten und interessanter Struktur. Einige blühen und können anschließend geerntet werden, andere muss man extra stehen lassen. Und bei manchen braucht es viel Geduld, denn sie blühen erst im zweiten Jahr.

          Wie süß: Die Zuckererbse macht ihrem Namen auch optisch alle Ehre.
          Wie süß: Die Zuckererbse macht ihrem Namen auch optisch alle Ehre. : Bild: Ina Sperl

          Die Erbsen sind die Ersten. Schon im Mai setzen sie Blüten an. Zuckererbsen, im Frühjahr in die Erde gelegt, wachsen und ranken, nach ein paar Wochen öffnen sie ihre Knospen. Die meisten blühen weiß, wer eine alte Sorte auftreiben kann, etwa die ‚Graue Buntblühende‘, wird mit pink-violetten Schmetterlingsblüten belohnt. Schnell bilden sich die ersten Schoten, doch die Erbse blüht über Wochen nach, wenn stetig durchgepflückt wird. Sie braucht Halt zum Ranken und ist nicht ganz so prunkvoll wie die Duftwicke, dafür sind die äußerst dekorativen grünen Schoten aber essbar. Schön sehen die Zuckererbsen im Beet neben Kosmeen aus oder früh blühenden weißen Rosen. Abgeerntet verliert die Pflanze allerdings an Reiz.

          Bei den Bohnen sind es die Acker- oder auch Saubohnen, die als Erste Blüten bilden: manche Sorten sind rein weiß, andere violett, am spektakulärsten sind diejenigen mit der schwarzen Zeichnung, die an Op-Art erinnert. Nicht umsonst schmuggeln britische Gärtnereien die Ackerbohnen in ihre Staudenausstellungen, etwa die rubinrote Sorte ‚Crimson Flowered‘ von 1780, die sogar schon auf der Chelsea Flower Show zu sehen war. Auch hier sollte ein Ersatz fürs Beet gefunden werden, wenn die Schoten geerntet sind. Feuerbohnen ranken schnell und üppig, sie blühen bis in den September hinein scharlachrot und können triste Ecken im Garten – bei großem Kübel auch den Balkon – beleben. Die Schoten werden mehr als 20 Zentimeter lang, gegessen werden die Kerne.

          Schmückendes Blattwerk

          Auch Gartenmelde und Salat sind zu schade, um nur verzehrt zu werden. Äußerst dekorativ ist die dunkelrote Form der Melde. Die zarte Blattpflanze entwickelt nach einer eher unscheinbaren Blüte Samen in Form von roten Plättchen. Die Melde kann bis zu 1,5 Meter hoch werden, blüht vom Spätsommer an und sieht zum Beispiel schön aus neben weißen Prachtkerzen.

          Salat darf durchaus mal schießen, gerne auch im Blumenbeet. Dann wächst er spitz nach oben und ähnelt einem Zuckerhut, bevor er einen opulenten Blütenstand mit gelblichen Korbblüten entwickelt. Aus einem Kopfsalat kann ein imposantes, bis zu einem Meter hohes Gebilde werden, das starke Gegenspieler im Beet braucht, etwa Stockrosen oder Dunkle Blaunesseln.

          Feine Dolden

          Dill und Fenchel sind flott: Bei guten Bedingungen wachsen sie schnell in die Höhe und bekommen gelbe Dolden, an denen später die gelbgrünen, im trockenen Zustand braunen Samen sitzen. Die Dolden bringen Leichtigkeit in jedes Beet. Doch wer im kommenden Jahr nicht Tausende von Jungpflänzchen haben möchte, sollte sie abschneiden, bevor die Samen abfallen. Auch trocken sind die Pflanzen bis in den Herbst hinein eine Zierde. Ähnlich wunderbare Dolden bekommen auch Petersilie, Möhren oder Pastinaken – allerdings erst im zweiten Jahr, sie müssen über den Winter gebracht werden. Wo es viele Wühlmäuse gibt, sollte man Möhren und Pastinaken kühl und dunkel im Keller lagern. Die Mühe lohnt: Der britische Gartendesigner Cleve West setzte vor einigen Jahren eine Pastinake in einen seiner Schaugärten, wo die gelbe Blüte einen schönen Kontrast zur tiefroten Blutnelke bildete.

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