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Restaurierte Gutshäuser : Herrenhaus als Lebensform

Von den 2000 Herrenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern gelten 100 als Einsturz gefährdet: Um sie zu erhalten, braucht es eine Nutzung. Bild: Daniel Pilar

Wo früher Adelige residierten, wohnen heute Feriengäste: Unerschütterliche haben überlegt, wie die Gutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern neu genutzt werden können – und viele der 2000 Landsitze wiederaufgebaut.

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          Die Gauchos wohnen mitten in Mecklenburg. Auf der Weide grasen argentinische Rote-Angus-Rinder, auf der Koppel Criollos, südamerikanische Pferde. Im Restaurant gibt es argentinische Steaks aus Mecklenburg. Westernreiten ist eine der Attraktionen. Und das Grillen im Park nennen sie Asado. Heinrich Graf von Bassewitz hat Südamerika nach Dalwitz gebracht, in ein Dorf mit 100 Einwohnern. Dalwitz ist Bassewitzscher Besitz seit mehr als 600 Jahren, abgesehen von vier Jahrzehnten DDR. Aber so sehr Dalwitz südamerikanisch wirkt, es ist ein typisch mecklenburgisches Gut. Und es steht sinnbildlich für die Güter, die es einst in Ostelbien bis in das Baltikum überall gab - und die noch heute für eine eigene Welt stehen und eine eigene Lebensweise.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          An Dalwitz lässt sich die Geschichte eines Herrenhauses beispielhaft nachvollziehen. Zuerst stand hier eine Burg, deren Wassergräben noch zu sehen sind. Die Bassewitz kamen zu diesem Besitz, weil sie schon unter Heinrich dem Löwen dabei waren, als der in den Weiten östlich der Elbe die Slawen missionierte und "das Land nahm". Als die Herzöge ihre Ritter nicht mehr brauchten, waren auch die Dalwitz auf einen anderen Broterwerb angewiesen: das Raubrittertum. Und als sich das nicht mehr lohnte, machten sich die ostelbischen Ritter zu Landwirten und Rittergutsbesitzern. Zuerst wohnten sie noch in "festen Häusern", halb Burg, halb Herrenhaus. Der Dreißigjährige Krieg, der Mecklenburg und Pommern besonders verheerte, machte es den Gutsherren möglich, ihre Besitzungen einerseits durch wüst gefallene Höfe und andererseits durch das sogenannte Bauernlegen zu vergrößern. Sie waren typische Kriegsgewinnler.

          Die Herrenhäuser, die Mittelpunkte der Güter, sahen um 1760 noch alle gleich aus. Sie waren Symbole adliger Zugehörigkeit. Im 19. Jahrhundert übernahm das Bürgertum die kulturelle Führung, jeder Stil war fortan erlaubt - bürgerliche Villen sahen aus wie Herrenhäuser und umgekehrt. Bei Bassewitz in Dalwitz zeigt das Herrenhaus heute noch Reste von "Tudorgotik" aus dem 19. Jahrhundert, nachdem es ursprünglich barock gewesen war. Was die übrige weitläufige Gutsanlage anbelangt, einschließlich des eindrucksvollen Torhauses, so ist sie Heinrich Graf von Bassewitz aus dem 19. Jahrhundert zu verdanken, der aus dem heruntergekommenen Gut einen modernen Landwirtschaftsbetrieb machte - mit Zuckerrübenbahn und Beteiligung an einer Zuckerrübenfabrik. Sein Porträt in Öl schmückt noch heute das Herrenhaus.

          Landliebe: Garten des Gutshauses Dalwitz Bilderstrecke

          Am Ende der DDR eine Ruine, heute leuchtet es

          Und auch das war typisch für Mecklenburg: Ein anderer Heinrich, der Großvater des jetzigen Besitzers, wurde 1945 enteignet. Fortan im Westen lebend, erzählte er seinem Enkel mit leuchtenden Augen von den alten Zeiten in Dalwitz, den guten Zeiten. Der Enkel lebte gerade in Südamerika, als die DDR unterging. Er entschloss sich zur Rückkehr und kaufte das nach 1945 enteignete Gut Dalwitz zurück. Auch er ist ein Heinrich von Bassewitz, 61 Jahre alt, promovierter Landwirt. Dalwitz ist heute wieder wie früher ein Landwirtschaftsbetrieb mit 600 Hektar Ackerland, 300 Hektar Grünland und 700 Hektar Forst, 250 Rindern und 100 Pferden, jetzt freilich auf Öko-Basis. Hinzu kommen Ferienwohnungen. Der jetzige Besitzer brachte seine Ehefrau Lucy aus Südamerika mit, sie stammt aus Uruguay.

          Inzwischen lebt das Paar seit fast einem Vierteljahrhundert in den Tiefen Mecklenburgs. Drei Kinder sind hier geboren. Das Herrenhaus, in das die Familie 1992 einzog, war zu DDR-Zeiten - wie viele solcher Häuser - Dorf-Konsum, Kindergarten, Altenheim. Am Ende der DDR glich es mehr einer Ruine als einem Haus. Heute leuchtet es schon von weitem hell durch die Bäume.

          Die wenigsten Herrenhäuser allerdings haben heute noch mit Landwirtschaft zu tun. Viele sind Ferienanlagen geworden. Einige nennen sich Schlosshotels, obwohl der Begriff Schloss nur für Häuser einst regierender Familien gilt. Und manches Schlosshotel ist inzwischen weit über Mecklenburg-Vorpommern hinaus bekannt. Stolpe etwa mit seinem Sternerestaurant, bei Anklam in Vorpommern gelegen. Kurt Stürken brauchte nicht die Erzählungen seiner Familie, er ist hier aufgewachsen und hat die Flucht 1945 miterlebt. Auch er erwarb den alten Familienbesitz zurück, erst durch Pacht, dann durch Kauf. Stürken spricht vom "wiedergewonnenen Familienbesitz". Vor allem aber, sagt er, sei es ihm darum gegangen, "etwas für den Wiederaufbau im Osten zu tun".

          "Als wir in der Mohnblüte durch das Land fuhren, hatten wir Tränen in den Augen"

          Hotel und Restaurant wurden 1996 eröffnet. Ein Jahr später war der erste Stern erkocht, seitdem wird er verteidigt, mit wechselnden Köchen. Gerade ist das Björn Swanson abermals gelungen. 1997 kauften die Stürkens noch den "Fährkrug", einen der ältesten Gasthöfe in Mecklenburg-Vorpommern, nur wenige Schritte vom Gutshaus entfernt und malerisch an der Peene gelegen. In Stolpe lässt sich romantisch heiraten. Alexander Otto, der jüngste Sohn des Versandhausgründers aus Hamburg, hat es ausprobiert. Von der in einer Achse liegenden kleinen neogotischen Kirche bis zum Gutshaus zog sich bei der Hochzeit damals über mehrere hundert Meter ein roter Teppich. Und auch Moritz heiratete 2001 hier, Stürkens jüngster Sohn. Vater Stürken, 80 Jahre alt, will seinen vier Söhnen Stolpe einmal so übergeben, wie er ihnen seine Firma in Geesthacht bei Hamburg schon übergeben hat: als erfolgreiches Unternehmen. Man kennt die Firma: "Leuchtturm" verkaufte ursprünglich vor allem Briefmarkenalben, später kamen Schreibwaren hinzu und seit einiger Zeit ein Versandhandel für schöne und teure Dinge namens "Torquato". Inzwischen gibt es eigene Filialen.

          Petra Sauer und Peter Schmidt hatten nicht so eine Bindung an den Osten wie Bassewitz und Stürken. Sie wollten Anfang der neunziger Jahre nur den neu gewonnenen Osten kennenlernen. Dann verliebten sie sich in die stille, weite Landschaft Mecklenburgs. "Als wir in der Mohnblüte durch das Land fuhren, hatten wir Tränen in den Augen, so schön fanden wir das", erzählt Petra Sauer. Die Unterkünfte aber gefielen ihnen nicht. Und da sie beide ohnehin ihr Leben ändern und den hektischen Alltag in der Großstadt Hamburg hinter sich lassen wollten, kamen sie auf die Idee, Ferienwohnungen anzubieten.

          Das Gutshaus in Schönhausen (nicht zu verwechseln mit Bismarcks Geburtsort in Sachsen-Anhalt) passte besonders gut zu ihren Vorstellungen. Erbaut wurde es 1842 von Friedrich Wilhelm Buttel, einem Hofarchitekten, der das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz geprägt hat. Das Gutshaus liegt als einziges Gebäude direkt am See und war mit den breiten Dielen, den Flügeltüren und den hohen, lichtdurchfluteten Fenstern noch ziemlich gut erhalten. In der DDR-Zeit war es als Schule genutzt worden, die Eingangshalle diente als Turnhalle. Sauer und Schmidt, die sich in Hamburg in einer Werbefirma kennengelernt hatten, beschlossen, das Gutshaus im unbekannten Niemandsland zwischen Mecklenburg, Vorpommern und Uckermark zu kaufen.

          Sie zogen nach Schönhausen, bauten fünf Ferienwohnungen im Gutshaus aus und sich selbst eine eigene Wohnung - denkmalpflegerisch perfekt und ohne sich größere Eingriffe in die Raumstruktur zu erlauben. Das macht die Wohnungen angenehm weitläufig. 2003 kamen die ersten Gäste. Viele von ihnen reisen inzwischen jedes Jahr an, Schriftsteller, Maler, Journalisten, Manager. Mancher Künstler hat eines seiner von Schönhausen inspirierten Werke hinterlassen, an den Wänden der Ferienwohnungen, in den Fluren, im Park. Die Stille wirkt überwältigend. Dabei liegt Schönhausen nahe der Küstenautobahn 20 und ist von Berlin und Hamburg aus gut zu erreichen.

          Nicht aus jedem Schloss, jedem Herren- oder Gutshaus kann eine Ferienanlage werden. Dafür sind es zu viele, etwa 2000 allein in Mecklenburg-Vorpommern. Viele von ihnen verfallen, etwa 100 gelten als akut bedroht. Jede Nutzung hilft. Plüschow wurde von Künstlern gerettet. Plüschow war tatsächlich ein Schloss, das Gut gehörte dem Erbherzog Friedrich Ludwig zu Mecklenburg. Von den alten Schätzen der Innenausstattung sind nur noch Reste zu sehen: ein Stück bemalte Tapete, zwei Öfen, Ofenfragmente, ein Tisch, die zweiläufige imposante Holztreppe, die Rokoko-Stuckdecken. Der Kunststudent Udo Rathke, gleich um die Ecke in Grevesmühlen aufgewachsen, entdeckte das Schloss in den achtziger Jahren und zog kurzerhand in zwei Räume ein. Rathke bekam viel Besuch von Künstlerfreunden. Auch die in Prag geborene Miro Zahra reiste so erstmals nach Plüschow, verliebte sich in die Endmoränenlandschaft, die sie an ihre böhmische Heimat erinnerte - und in den "Schlossherren" gleich mit. Sie blieb.

          Heute leben sie im Gutshaus als Großfamilie

          "In den Wintern sind uns fast die Füße erfroren", erzählt sie. "Die Fenster fielen heraus. Es zog überall, oben auf dem Boden standen Eimer, weil das Dach nicht dicht war. Aber wir haben das Haus geschützt, einfach weil wir da waren." Nach dem Ende der DDR wurde Rathke für kurze Zeit Bürgermeister des Dorfs. Ein Kunstverein wurde gegründet, mit dem die Gemeinde einen Nutzungsvertrag schloss. Heute ist Plüschow ein Künstlerhaus, Stipendiaten aus aller Welt bewohnen die oberen Räume, die unteren sind von Ostern bis Ende Oktober für Ausstellungen geöffnet. "Eine abenteuerliche Schleuse raus aus der Urbanität", schrieb einer der Stipendiaten.

          Die meisten Herrenhausbesitzer von heute kamen aus dem Westen nach Mecklenburg-Vorpommern. Und längst nicht alle haben mecklenburgische Wurzeln. Die Reimanns aus Hamburg etwa haben das Gut Streu auf Rügen gekauft, nahe Schaprode gelegen, wo die Fähre nach Hiddensee übersetzt. Eigentlich träumten Gisa und Hans-Peter Reimann von einem reetgedeckten Bauernhaus, typisch für die Gegend. Nahe am Wasser sollte es liegen. Nach Rügen waren sie gekommen, weil der Familie in Binz zwei Häuser an der Strandpromenade rückübertragen wurden. Eines verkauften sie, das andere vermieten sie an Feriengäste. Die Hamburger - er früher im Hafengeschäft, sie Lehrerin und Schulbuchautorin - suchten eine Bleibe in der Nähe von Binz, ohne deswegen ihr Haus in Hamburg aufgeben zu wollen. Dann sahen sie das Gutshaus Streu, es stand kurz vor dem Verfall und zum Verkauf. Es war Liebe auf den ersten Blick.

          Aber die Reimanns hätten sich auf das Wagnis nicht eingelassen, wenn nicht die gesamte Familie dorthin gezogen wäre. Ihre Tochter Wiebke und ihr Mann, beide Tierärzte, erkannten für sich eine große Chance auf Rügen. Ihre Tierarztpraxis ist mit 16 Angestellten inzwischen der größte Arbeitgeber in der Gemeinde. Das Gutshaus mit seinen 20 Räumen hätten die beiden älteren Reimanns auch nicht allein bewohnen können. So hat sich alles gut gefügt. Und Hans-Peter Reimann hielt sich bei der Wiederherstellung des Guts, das abgesehen von ein paar Schafen kein Landwirtschaftsbetrieb mehr ist, an das, was seit alters her über der Eingangstür steht: "Man reißt das Haus nicht ein, das Väter fest gebaut, doch richtet man sich's ein, wie man's am liebsten schaut." Längst ist das Hamburger Haus verkauft. "Streu hat für uns eine hohe Lebensqualität", sagt Reimann. "Vor allem durch das Leben in der Großfamilie mit unseren vier Enkeltöchtern."

          Manchen Herrenhausbesitzer haben Kindheitserinnerungen geleitet, ohne dass es um alten Familienbesitz gegangen wäre. Für den Sänger Jan Träbing etwa war das Fachwerkherrenhaus in seinem Heimatdorf bei Lübeck der Ort seiner Kindheit. Dort trafen sich die Kinder des Orts, dort wurde gespielt. Das Haus mit seinen Treppen, Fluren und Zimmern war eine herrliche Kulisse. Inzwischen ist es abgerissen. Träbing fühlte den Verlust. Dann fand er ein ähnliches Haus in Ganzow, einem Dorf zwischen Ratzeburg und Schwerin. Ein Barockbau, der heruntergekommen war, aber voller Zauber.

          Träbing packte mit eigenen Händen an und restauriert nach und nach das Gebäude mit 850 Quadratmeter Wohnfläche. Seit 2008 geht das nun so. Er richtet sich nach alten Inventarlisten, verwendet alte Bautechniken. Er kann lange über Lehm und Lehmbewurf sprechen, über Kachelöfen, handgeschmiedete Nägel und eine Mischung aus Kuhmist und Kalk, die eine versottete Decke rettet. Der herrliche Saal im Haus, der, ungewöhnlich genug, nicht in der Mitte präsidiert, sondern einen der Flügel ausfüllt, wird vermietet. Manchmal aber singt Träbing dort auch selbst - und dann reichen die 100 Plätze nicht aus für seine Freunde und Fans. Die Arbeit sei für ihn Meditation, sagt er. Und Lebensglück sowieso. Zumal er, als er schon Gutsbesitzer war, seinen jetzigen Lebenspartner Sönke Borgwardt kennenlernte, der 2012 aus Lübeck mit nach Ganzow zog. Praktischerweise ist Borgwardt Architekt.

          Auch Andrea Ruiken-Fabich ist Architektin und hatte nur ein unscharfes kleines Foto, anhand dessen sie sich in das Gutshaus von Schmarsow nahe dem vorpommerschen Demmin verliebte. Die Liebe hatte damit zu tun, dass sie der Barockbau aus dem Jahr 1690 an ihre fränkische Heimat erinnerte, und sie hatte mit ihrem Mann Falk Fabich zu tun. Fabich kaufte das Haus auf einer Auktion. Als Hochzeitsgeschenk. Als Wissenschaftsmanager ist er bekannt geworden, viele Jahre lang unter anderem bei der Max-Planck-Gesellschaft. Fabich leitete den Forschungsverbund Berlin und arbeitete für die Leibniz-Gemeinschaft. Er ist ein hochgewachsener Mann und genießt die hohen Räume in Schmarsow, die großen Fenster und Türen, die weitläufige Diele mit dem großen Kamin.

          "Wo immer man hier hinschaut, es ist schön."

          Die Tafel im Speisezimmer hat 16 Plätze. Hier lasse sich wunderbar über Politik und Wissenschaft diskutieren, sagt Fabich. Im Saal gibt es manchmal Konzerte. Der eine Flügel des Hauses bietet Ferienwohnungen, jede von ihnen sieht anders aus. Fabich liebt den Trubel. Seine Frau hingegen liebt das Haus vor allem um seiner selbst willen, wenn es still darin geworden ist und sie das genießen kann, was ihr über die Maßen gefällt - die Geschlossenheit, die schönen Proportionen, die solide Handwerkerarbeit. "Wo immer man hier hinschaut", sagt sie, "es ist schön."

          Mehr als eine Million Euro sind in das Haus geflossen, auch Fördergelder. Es wäre aber falsch anzunehmen, dass allein Gutbetuchte sich solche Häuser leisten könnten. Die Ganzower beweisen, dass es auch anders geht. Was die heutigen Besitzer eint, sei ein Lebensgefühl, sagt Fabich. Respekt gegenüber den Vorfahren, Liebe zum Alten, die Freude an der Landschaft, das Gefühl, etwas für die Umgebung zu tun. Familie Bassewitz in Dalwitz kümmert sich - bei drei Kindern auch aus eigenem Interesse - um die Grundschule im Nachbarort und der Graf im Stiftungsbeirat auch gleich um alle 17 evangelischen Schulen im Land. Gräfin Lucy arbeitet einige Stunden in der Woche als Hilfslehrerin. Reimanns Tochter Wiebke kümmert sich ehrenamtlich um die Freie Schule in Dreschvitz und die Kirchgemeinde Schaprode. Die Fabichs gehören zu einer Bürgerinitiative gegen "Tierfabriken" und sehen mit Unwillen, wie in ihrer Umgebung immer mehr Windanlagen entstehen. Petra Sauer hat in Schönhausen die Kinderfeste organisiert, als es dort noch Kinder gab. Die Stürkens sind zu einem wichtigen Arbeitgeber geworden. Das Gutshaus Ganzow und das Künstlerhaus Plüschow sind die kulturellen Mittelpunkte in ihren Dörfern.

          Und dann gibt es Gutsanlagen, die so groß sind, dass ein privater Investor sie nicht retten könnte. Das merkwürdigste Herrenhaus überhaupt, eine Barockanlage nahe der Ostsee bei Klütz, wurde vom Land Mecklenburg-Vorpommern erworben, restauriert und zu Pfingsten eröffnet. Benannt ist die Anlage nach ihrem Bauherrn, der nie dort wohnte und vor der Fertigstellung starb: Hans Caspar Graf von Bothmer, einem in London lebenden Diplomaten des 18. Jahrhunderts in kurhannoverschen Diensten, der in Downing Street 10 lebte. Mit Bothmer wollte er sich unsterblich machen. Und siehe da: Es ist ihm gelungen.

          Literaturhinweise

          Die Herrenhaus-Forscherin Sabine Bock hat in einem drei Bände umfassenden Standardwerk sämtliche "Herrschaftlichen Wohnhäuser" im früheren Mecklenburg-Strelitz beschrieben. Dem Schloss Plüschow hat sie eine eigene Monografie gewidmet. Beide Bücher sind im Schweriner Thomas-Helms-Verlag erschienen.

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