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Forderung in Petition : Pfand für Zigarettenstummel?

Ärgernis: Kippe Bild: Science Photo Library

Zigarettenreste sind nicht nur unschön, sondern enthalten auch Gift – trotzdem werden sie achtlos überall hingeworfen. In einer Petition wird jetzt gefordert, 20 Cent Pfand je Zigarette zu erheben. Kann das funktionieren?

          Na, auch schon mal über die vielen achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel geärgert, die Straßen und Plätze verschmutzen? Dann geht es Ihnen so wie mehr als 80 Prozent der Bundesbürger. Zigarettenreste sind nämlich nicht nur unschön, sondern enthalten auch Gift, das, aus Zigaretten gelöst, wieder in die Nahrungskette gerät. Aber was soll mensch dagegen tun, wenn viele Stummel der täglich rund 200 Millionen in Deutschland gerauchten Zigaretten achtlos weggeworfen werden?

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Bußgelder, die dafür offiziell verhängt werden können, haben bisher nicht viel gebracht. Stephan von Orlow hat eine andere Idee: Pfand auf Zigaretten. Der 49 Jahre alte Berliner fordert, 20 Cent Pfand je Zigarette zu erheben, rund vier Euro für eine Packung. Zu bezahlen wäre das Pfand beim Zigarettenkauf. Zurück bekommt es der Raucher, wenn er seine gesammelten Kippen wieder abgibt. Dafür sollen Taschenaschenbecher ausgegeben werden, in denen Asche und Kippen gesammelt werden.

          Jede Verkaufsstelle von Zigaretten soll verpflichtet sein, die Kippen zurückzunehmen. „Ein solches Pfand wird das ,Kippenproblem‘ schnell und umfassend lösen!“, schreibt Orlow in einer Petition an Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die er im Internet veröffentlicht hat. In Gesprächen mit der Umweltministerin und dem deutschen Zigarettenverband will Orlow und seine Initiative „Die Aufheber“ dafür sorgen, dass die Idee sich durchsetzt.

          Der Zigarettenverband zeigte sich indes wenig begeistert. Pfandsysteme seien sinnvoll, um ein Produkt oder eine Verpackung oder den Rohstoff wiederzuverwerten. „Für weggeworfene Zigarettenkippen gilt das nicht“, sagte dazu der Geschäftsführer des Zigarettenverbandes Jan Mücke, der früher für die FDP im Bundestag saß. Weggeworfene Kippen seien auf das Fehlverhalten einzelner Verbraucher zurückzuführen.

          Stephan von Orlow lässt das nicht gelten. Zigarettenpackungen und Taschenaschenbecher sollen nach seinem Plan kreislauffähige Mehrwegprodukte sein, und selbst die Kippen ließen sich recyclen. Offenbar hat sein 16 Seiten starkes Konzeptpapier viele überzeugt. Schon mehr als 50.000 Menschen haben die Petition unterstützt.

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