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Outdoorküchen : Setzt die Köche an die Luft!

  • -Aktualisiert am

Hier wird nicht mehr improvisiert - Gartenküche mit allem Drum und Dran. Bild: gardelino.de

Früher stand nur der Grill im Garten, heute sind es ganze Küchenzeilen. Outdoorküchen kommen ganz groß raus – ob selbstgebaut, maßgeschneidert oder als Module.

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          Bei Bruce Willis möchte man gerne mal zum Essen eingeladen werden. Nicht unbedingt des kulinarischen Genusses wegen. Vielleicht sind seine Steaks ja sogar so verbrutzelt wie der Hollywood-Star selbst in seinen Actionfilmen, schließlich ging er in denen fast immer durchs Feuer. Dafür ist seine Küche garantiert erste Sahne: Seine jüngst verkaufte Villa hat eine opulente Open-Air-Küche neben dem Pool. Auch Céline Dion und der frühere Guns-N’-Roses-Gitarrist Slash kochen draußen ganz groß auf. Outdoorküchen gehören aber längst nicht nur in den Villen der Weltstars zum Inventar. Auch immer mehr deutsche Gartenbesitzer rücken komplette Küchenzeilen vors Haus. Kochen im Freien finden viele ganz heiß.

          Früher wurde draußen nur gegrillt. Fleisch aufs offene Feuer zu legen ist laut Umfragen im Sommer die Lieblingsbeschäftigung der Bundesbürger. Mehr als zwei Drittel von uns frönen diesem Hobby. Zuletzt wurden die Grills immer größer. „Die Ansprüche an Grills werden immer höher und die Produktpalette immer umfangreicher. Oft haben sie breitere Ablageflächen und mehrere Grillfelder, damit ähneln sie immer mehr einer Küche im Freien“, sagt Anna Hackstein vom Industrieverband Garten. Jetzt werden immer öfter auch Arbeitstische, Kochplatten und Öfen draußen verbaut, damit im Garten richtig gebacken, gebraten, geschnippelt, Gemüse im Wok geschwenkt und anschließend das Geschirr abgewaschen werden kann.

          Outdoorkochen ist ein großes Vergnügen

          In vielen Gärten stehen Kochzeilen, die sich mit Einbauküchen im Funktionsumfang locker messen können. „Vor allem Prominente aus dem B-, C- und D-Bereich oder Geschäftsleute und Dax-Vorstände rufen bei uns an“, sagt Tobias Naegele von Gardelino, einem Onlineshop für Großgrillgeräte, der sich auch auf Planung und Bau hochpreisiger Outdoorküchen spezialisiert hat, „die haben solche Küchen bei Auslandsaufenthalten gesehen und wollen so etwas auch haben.“

          Bei den barbecuebegeisterten Amerikanern lodert schon seit einigen Jahren das Open-Air-Kochfeuer. Hierzulande haben zuletzt viele Fernsehsendungen Appetit aufs Draußenkochen gemacht, etwa TV-Köche wie Rainer Sass, der mit seinem mobilen Küchenwagen über die Landgasthöfe zieht und in jedem Vorgarten Dreigängemenüs fabriziert. Oder die kultigen drei Männer vom Grill, die in der ZDF-Serie „Beef Buddies“ auf abenteuerliche Weise große Mengen Fleisch mit Gemüse unter freiem Himmel verbraten. Sie zeigen, dass Outdoorkochen vor allem eines ist: ein großes Vergnügen. Es hat nichts mehr mit spartanischem Campingkocher und Lagerfeuer zu tun, sondern ist so etwas wie das letzte Abenteuer des zivilisierten Mannes.

          Der Markt hat sich seit 2000 vervierfacht

          Seitdem schreiben die Hersteller von Outdoorküchen von Jahr zu Jahr Rekorde. Detaillierte Zahlen zur Branche gibt es nicht, nur zum Gesamtmarkt der Grillgeräte, unter den die Gartenküchen fallen. Der ist immerhin 1,2 Milliarden Euro schwer und hat sich allein seit dem Jahr 2000 vervierfacht. Aber manche Hersteller schwärmen, bei ihnen verdoppele sich jedes Jahr der Absatz und Umsatz. Und Gardelino-Mann Naegele schätzt, das Segment der Outdoorküchen wachse bundesweit doppelt so stark wie das der Grillgeräte.

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