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„Neues Frankfurt“ : May-Siedlungen sollen Welterbe werden

Besondere Architektur in der Ernst-May-Siedlung: Straßenansicht des Ladenhausblocks Hadrianstrasse. Bild: Frank Röth

Das „Neue Frankfurt“ soll Unesco-Welterbe werden: Die Stadt will die unter Stadtbaurat Ernst May vor einem Jahrhundert entstandenen Siedlungen anerkennen lassen. Ein gemeinsamer Versuch mit den Berliner Siedlungen der Moderne war zuletzt gescheitert.

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          Die Stadt Frankfurt unternimmt einen neuen Anlauf, um ihre Siedlungen der Moderne als Unesco-Welterbe anerkennen zu lassen. Wie es in einem Magistratsbericht heißt, hat das Land Hessen signalisiert, dass das „Neue Frankfurt“ auf die sogenannte Tentativliste gesetzt werden soll. Die Voraussetzung dafür sei aber, dass ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Siedlungen erarbeitet wird. Die Tentativliste ist eine Art Warteliste mit Vorschlägen, die vom Welterbekomitee zur Aufnahme auf die Unesco-Liste geprüft werden. Jedes Bundesland kann zwei Nominierungen einreichen.

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          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Siedlungen des „Neuen Frankfurt“ sind zwischen 1925 und 1930 unter dem damaligen Stadtbaurat Ernst May entstanden. Das „Neue Frankfurt“ war mehr als ein Wohnungsbauprogramm und umfasste auch andere Lebensbereiche. Wegweisende Großprojekte wie die von Martin Elsaesser entworfene Großmarkthalle stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Wie Marcus Gwechenberger, Referent von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), erläutert, rechnet sich die Stadt große Chancen aus, dass die Siedlungen tatsächlich den Welterbestatus erhalten. „Wir wollen den besonderen kulturellen Wert des ,Neuen Frankfurt’ herausstreichen und Verbindungen zu anderen Städten der Moderne herstellen.“

          Entscheidung kann auf sich warten lassen

          Vor einigen Jahren war der Versuch gescheitert, die Frankfurter gemeinsam mit den Berliner Siedlungen der Moderne als Welterbe zu schützen. Bis zu einer Entscheidung kann es zehn oder auch 20 Jahre dauern: „Eine solche Bewerbung ist keine Sache von wenigen Jahren“, sagt der Referent. Zwar seien die Siedlungen lange vernachlässigt worden. Bei den Eigentümern habe aber ein Bewusstseinswandel eingesetzt.

          Die Aufwertung von drei Siedlungen wurde unlängst in ein Förderprogramm der Bundesregierung aufgenommen. Im Rahmen des Bundesförderprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ wird die Modernisierung der Wohnungsbestände und des Wohnumfeldes in den Siedlungen Römerstadt, Riederwald-Ost und Heimatsiedlung mit rund fünf Millionen Euro unterstützt. Die Fördermittel werden an die Wohnungsbaugesellschaften ABG und Nassauische Heimstätte weitergeleitet, die Eigentümer der Siedlungen.

          Laut Stadt leiden die Siedlungen unter einer „Überfrachtung“: Durch bauliche Veränderungen habe das Erscheinungsbild gelitten. Notwendige Modernisierungen und Instandsetzungen seien nur langsam und vor allem uneinheitlich vorgenommen worden. Baukulturellen Besonderheiten sei häufig nicht in ausreichendem Maße Rechnung getragen worden.

          Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, werden in Abstimmung mit den Denkmalbehörden der Bestand analysiert und Gestaltungskonzepte entwickelt. In der Römerstadt wird danach bereits gehandelt: Die ABG setzt dort bei der Sanierung wieder blaue Holzfenster und Holztüren ein, die dem Originalzustand nahekommen. Nach Angaben der Stadt kommen standardisierte Lösungen aber nur selten in Betracht. Ausstellungen und Veranstaltungen sollen auch das öffentliche Bewusstsein für das baukulturelle Erbe stärken.

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