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Eine etwa zwei Meter hohe Phallus-Skulptur aus Holz steht auf dem Berg Grünten. Bild: dpa

Neuer „Gipfelzipfel“ : Der Grünten ist wieder ganz der Alte

  • -Aktualisiert am

Auf dem Grünten hatten Unbekannte vor ein paar Jahren einen Holzpenis aufgestellt. Vor ein paar Tagen war die Skulptur plötzlich verschwunden. Jetzt gibt es einen neuen Penis inklusive Hoden. Wer aber sind die Urheber?

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          Der Grünten ist ein Wahrzeichen des Allgäus, sein Wächter. Doch manchmal fehlt selbst Bergen, zumal in Zeiten von Schneemangel, das Sahnehäubchen. Im Fall des gut 1700 Meter hohen Riesen war das seit ein paar Jahren ein Holzpenis, der zwar zwei Meter lang war, seinen Proportionen nach aber die verbreitete Einschätzung zu stützen schien, dass es eher auf die Dicke ankomme. Unbekannte hatten ihn dort auf privatem Grund aufgestellt, man könnte auch sagen: in den Himmel genagelt.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Die Allgäuer gelten manchem als engstirnig – zu Unrecht. Das zeigte auch die liebevolle Handhabung des Penis, der schnell unter dem Namen „Gipfelzipfel“ bekannt wurde. Vor ein paar Tagen war die Skulptur dann plötzlich verschwunden. Ein Haufen Sägespäne ließ vermuten, dass man sie zersägt und weggeworfen hatte.

          Kurz vorher war der Penis erst umgefallen, dann wieder aufgerichtet worden, nicht zum ersten Mal. Angeblich rieben sich Kühe gerne an ihm. Die Polizei stand vor einem Rätsel. Wer war zu einer solchen Wahnsinnstat fähig? Religiöse Fanatiker, die Blasphemie witterten? Männliche Feministen, die weiblichen Feministinnen eine Trophäe präsentieren wollten? Oder womöglich die Schöpfer der Skulptur selbst, die sich angesichts von deren Umfallen um deren Standfestigkeit sorgten?

          „Eine zwei Meter große Vulva“

          Für Letzteres spricht, dass es einen neuen Penis inklusive Hoden gibt, der nun zwar etwas länger und schlanker als der alte ist, aber viel besser abgestützt. Wer aber sind überhaupt die Urheber? Die „Tageszeitung“ schrieb, ein Einheimischer habe den Penis angeblich vor ein paar Jahren „von seinen Freund*innen zum 18. Geburtstag“ geschenkt bekommen. Weil aber sein Vater ihn nicht im eigenen Garten stehen haben wollte, hätten sie ihn auf den Grünten geschafft.

          Die Zeitung ist beim Thema Penis schon deshalb sehr glaubwürdig, weil der Bildhauer Peter Lenk 2009 einen ebensolchen fünfstöckig an ihrem ehemaligen Redaktionsgebäude angebracht hatte. Es sollte eine Provokation des gegenüber residierenden „Bild“-Chefs Kai Diekmann sein, wurde aber vor allem innerhalb der „taz“ als Provokation empfunden. Insofern ist der Vorschlag der Zeitung konsequent, auf dem Grünten keinen Penis aufzustellen, sondern „eine zwei Meter große Vulva“.

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