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Neue skandinavische Möbel : Drei Schweden lassen uns sitzen

Die nächste Generation rollt heran: Der „Morris Jr.“ beruht auf dem Entwurf von Börge Lindau. Sein Sohn Johan gab dem Design des Vaters neue Leichtigkeit mit auf den Weg. Bild: Hersteller

Skandinavische Designer mischen beim Möbeldesign schon lange vorne mit. Nun haben sich drei Designer zusammengetan, um drei Stühle zu entwerfen und um sich gegenseitig herauszufordern.

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          Drei Stühle, drei Designer - und doch entstanden „Poppe“, „Morris Jr.“ und „Honken“ (von links) als Gemeinschaftsprojekt. „Experiment 2015“ nannte der schwedische Hersteller Bla Station seine Versuchsanordnung, bei der sich Designer gegenseitig anleiten und herausfordern sollten. So fanden Stefan Borselius (Jahrgang 1974), Thomas Bernstrand (1965) und Johan Lindau (1963) zusammen und begannen, jeder für sich und doch gemeinsam zu arbeiten.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Lindau, der wie seine beiden Kollegen aus Schweden stammt, griff einen Entwurf seines Vaters auf. Börge Lindau hatte 1964 zusammen mit Bo Lindekrantz den bequemen Stahlrohrsessel „Morris“ entworfen – noch ganz in der Bauhaus-Tradition. Sohn Johan, der mit seinem Vater 1986 das Unternehmen Bla Station in Ahus gründete (der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Börge Lindau und Ahus zusammen), verpasste der etwas streng wirkenden Arbeit aus den Sechzigern vier Beine mitsamt Rollen, was „Morris Jr.“ eine spielerische Leichtigkeit verleiht. Auch „Honken“ ist ein Armlehnsessel. Der stabile Korb aus Stahl mit seinen geschwungenen Seiten steht auf hölzernen Beinen.

          Arbeiten mit eingebauter Entspannungsfunktion für danach: der wandlungsfähige „Honken“ von Thomas Bernstrand

          Thomas Bernstrand hat einen wandlungsfähigen Sessel gestaltet, bei dem nicht nur die dicken Polster ausgetauscht werden können: Auf dem zusätzlichen Tischchen lässt sich konzentriert arbeiten, in den Metallrahmen darunter passen Bücher, Zeitschriften oder auch eine Decke. Denn aus der „workstation“ wird leicht auch ein Ruhesessel, bei dem man sogar die Beine hochlegen kann. „Honken“, sagt Bernstrand, eigne sich für Schulen und Bibliotheken genauso wie für Hotels und Büros.

          Schlankheitskur: Designer Stefan Borselius wollte wissen, wie schmal ein Stuhl sein kann, der dabei immer noch bequem ist. Der Stuhl „Poppe“ ist seine Antwort.

          Der Dritte im Bunde, Stefan Borselius, wollte mit seinem Entwurf an die Grenzen von Dimensionen gehen. Er stellte sich die Frage, wie schmal ein Sessel sein kann, ohne unbequem zu werden oder seine Funktion zu verlieren. Und ist der Sitz von „Poppe“ gerade einmal 33 Zentimeter breit und 43 Zentimeter tief, dafür aber 1,20 Meter hoch. „Es sollte kein Stuhl werden, auf dem oder in dem man sitzt, sondern mit dem man sitzt“, sagt Borselius. Probehalber hätten sehr viele mit ihm gesessen, bevor die Idealmaße feststanden. Sie richten sich nun nach dem Empfinden der am Probesitzen beteiligten Mehrheit, für Borselius selbst hätte „Poppe“ sogar noch ein wenig schmaler sein können.

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