https://www.faz.net/-hrx-9rciw

Massentourismus am Everest : Die Werte sind auf der Strecke geblieben

Der Höchste: Die Anziehungskraft des Mount Everest ist ungebrochen. Bild: dpa

Der Extrembergsteiger Ralf Dujmovits hat an einem Tag im Mai 2012 die Zukunft am Mount Everest gesehen – und dabei vor allem Wehmut empfunden. Die Geschichte seines Fotos.

          8 Min.

          Es ist nicht so, dass man so eine Schlange noch nie gesehen hätte. Man kennt sie vom Einsteigen am Flughafen-Gate, von großen Ausstellungen oder Konzerten und, wenn man Pech hat, vom Skilift. Man kannte sie aber noch nicht vom Weg auf den höchsten Berg der Welt. Bis dahin jedenfalls nicht. Bis Ralf Dujmovits von der Aufstiegsroute zum 8848 Meter hohen Mount Everest dieses Foto machte, im Mai 2012.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          „Das Bild ist mit viel Wehmut verbunden“, sagt Dujmovits. Nicht so sehr wegen der Menschenmassen – sondern weil es dieses Foto, wäre alles gut gegangen, nie gegeben hätte. Dujmovits hatte sich am Tag zuvor am Südsattel des Everest, auf rund 8000 Meter Höhe, für den Gipfelgang mit Ueli Steck verabredet, einem Schweizer Extrembergsteiger, der fünf Jahre später ganz in der Nähe, am Nuptse (7861 Meter), tödlich verunglückte. „Wir wollten uns um Mitternacht an seinem Zelt treffen“, erinnert sich Dujmovits. „Ich habe aber in der Nacht extrem schlecht geschlafen, also bin ich um zwölf rüber zu ihm und habe gesagt: Ich geh' nicht mit.“

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Bernd Lucke : Nazischweine und Gesinnungsterror

          Vom AStA kann man nicht viel erwarten. Aber die Hamburger Regierung und die Universität leisten sich in Sachen Bernd Lucke eine peinliche Vorstellung.