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Küchen-Hersteller Leicht : Kitchen Possible

Die Küche als Teil des Wohnzimmers: Kochen ist ein Gemeinschaftserlebnis geworden und findet nicht mehr in einem abgetrennten Raum statt. Bild: Hersteller

Die Küche entwickelt sich zum Statussymbol. Dem schwäbischen Mittelständler Leicht beschert das ein erstaunliches Wachstum – auch weil er Komplettlösungen fürs ganze Haus anbietet.

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          Stefan Waldenmaier baut gerade ein neues Haus für seine Familie. Das passende Grundstück ist schon erworben, die Planung steht. Besonders seine künftige Küche hat er schon genau vor Augen. Selbstverständlich. Der 57 Jahre alte Diplom-Kaufmann ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender der schwäbischen Leicht-Küchen AG, der Nummer sechs unter den hiesigen Küchenbauern.

          Christine Scharrenbroch

          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Zum Esszimmer hin offen soll die Küche sein und über eine große Kochinsel verfügen. Bei den Materialien will er „viel Holz“ – Eiche oder Esche, da schwankt er noch – mit einer Lackoberfläche in einem „warmen Farbton“ kombinieren. In seinem derzeitigen Eigenheim aus den sechziger Jahren konnte er diese Ideen noch nicht verwirklichen, da sich aus statischen Gründen der Umbau zu einer offenen Wohnküche verbot.

          Die Einrichtungspläne des Leicht-Chefs machen klar, wie stark sich die Rolle der Küche gewandelt hat. Einst auf einer kleinen, abgetrennten Fläche verborgen, wird sie mittlerweile nahtlos an den Ess- und Wohnbereich angegliedert und bewusst vorgezeigt. „Die Küche ist zu einem repräsentativen Raum geworden“, stellt Waldenmaier fest. Auch die wachsende Bereitschaft der Deutschen, mehr Geld dafür auszugeben, spricht für sich. Getrieben vom Wunsch nach einer besseren Ausstattung, seien es höherwertige Fronten, Kochfeldabzüge oder großvolumige Kühlschränke, lassen sie sich ihre neue Küche immer mehr kosten. Der Durchschnittspreis kletterte nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im vergangenen Jahr auf 7125 Euro und lag um 228 Euro höher als im Vorjahr.

          Prominente Kunden für ausladende Küchen

          Mit seinem minimalistischen, zeitlosen Design spielt Leicht-Küchen aus Waldstetten bei Schwäbisch Gmünd in einer anderen preislichen Liga. Im Durchschnitt zahlen die Kunden rund 13.000 Euro für eine Küche. Am stärksten aber ist der Mittelständler, der 1928 von den Brüdern Alois und Josef Leicht als Schreinerei gegründet wurde und seit 1973 zur Welle Holding der Familie Welle gehört, bei Küchen von 20.000 Euro an aufwärts vertreten. Auf gut ein Viertel schätzt die GfK den Marktanteil von Leicht in diesem Premiumsegment, in dem sich Luxusmarken wie Bulthaup, Siematic und Poggenpohl, aber auch Massenhersteller wie Häcker und Schüller tummeln.

          In seinem Showroom am Stammsitz zeigt das Familienunternehmen, was in Sachen Küche alles möglich ist, wenn die Platzverhältnisse und das Einkommen stimmen. Auf der 1500 Quadratmeter großen Fläche gibt es beispielsweise einen großen, weißen Kubus, der frei im Raum plaziert ist und vor den eine Kochinsel gesetzt wurde. Von außen dient der Würfel als Küchenzeile mit Backofen, Spülmaschine und Schränken.

          Stefan Waldenmaier: Vorstandsvorsitzender von Leicht Küchen

          Durch eine Tür gelangt man ins Innere. Dort sind Waschmaschine, Trockner und Bügelbrett sowie etliche Regale untergebracht. Bei ausladenden Küchenmodellen dieser Art steigt der Preis schnell auf 50.000 Euro oder mehr an. Unter den Kunden finden sich prominente Namen. Jüngst erst orderte Uwe Gensheimer, Kapitän der deutschen Handballnationalmannschaft, bei Leicht seine Küche. Auch die Vorstandsvorsitzenden der russischen Konzerne Gasprom und Lukoil ließen sich die Küchen von der Schwäbischen Alb einbauen.

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