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Im Grünen aufwachsen : Der Garten meiner Kindheit

  • -Aktualisiert am

Spiel-Platz: Unsere Autorin auf ihrem Baum. Bild: Katharina Müller-Güldemeister

Was man nicht kennt, kann man nicht vermissen. Aber wer nicht im Grünen aufwächst, dem entgeht etwas.

          2 Min.

          Ich weiß nicht mehr genau, warum meine Schwester und ich zwei Nägel in die große Birke schlugen, die hinten in unserem Garten stand. Vielleicht, weil unsere Mutter behauptet hatte, Bäume seien Lebewesen, die wie Mensch und Tier fühlen. Wir glaubten ihr nicht. Die Birke gab keinen Mucks von sich. Ein ungutes Gefühl beschlich uns trotzdem. Am nächsten Tag besuchten wir sie, um zu sehen, wie es ihr ging. Eine rötliche Flüssigkeit war aus der Rinde getreten und den Stamm heruntergelaufen. Der Baum blutete! Wir rannten ins Haus, um Zange und Pflaster zu holen. In den nächsten Tagen wechselten wir täglich den Verband.

          Ich bin am Stadtrand von Hamburg aufgewachsen, in einem Wohngebiet mit Häuserfassaden aus Waschbeton, Kacheln und Glasbausteinen. Heute würde ich dort eingehen, damals bin ich aufgeblüht - wegen unseres Gartens. Er war groß, er war wild, und er hatte immer für mich Zeit. Dort lernte ich Weisheiten fürs Leben, ich konnte Verbotenes ausprobieren, und Jungs schauten zu mir auf.

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