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Kinderbuch über Nationalparks : So haben Sie die Welt noch nicht gesehen

Neuseeland neu sehen: Auch vom Fiordland-Nationalpark machen sich Mizielinska und Mizielinski ihr eigenes Bild. Bild: Moritz Verlag

Zwischen Comic und Lehrbuch: Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski wecken mit „Auf nach Yellowstone“ das Fernweh. Ihre großflächigen Tableaus vermitteln Respekt vor der Natur – und laden zum Staunen ein.

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          Fernweh zu wecken, das ist in diesen Tagen keine große Kunst – außer es geschieht auf so außergewöhnliche Weise wie bei Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski. „Auf nach Yellowstone“ heißt der neue Band der polnischen Kinderbuchautoren, die schon mit ihrem Landkartenbuch „Alle Welt“ höchst erfolgreich waren, das in 32 Sprachen übersetzt wurde. Nun schicken sie das Wisent Kuba und das Eichhörnchen Ula auf eine Reise um die Welt, auf der sie acht Nationalparks erkunden, auf allen Kontinenten. Sie lernen viel über Bisons und Bambus, Wölfe und Pandas, das Überleben in der Wüste und die Dunkelheit der Polarnacht und auch über den Unterschied zwischen dem Erlenschnäppertyrann und dem Weidenschnäppertyrann, zwei Vogelarten in Amerika.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Wie die Hybride Liger und Töwe – Nachkommen von Löwe und Tigerin beziehungsweise Tiger und Löwin –, die ebenfalls ihren Platz haben im Buch, ist das wundersame Werk ein hinreißender Hybrid zwischen Comic und Lehrbuch: Man kann ebenso gut absichtslos darin herumstöbern wie sich rettungslos in den Feinheiten der ausgestorbenen Vogelarten Neuseelands verlieren. Die Beispiele zeigen schon: Die Autoren haben große Lust daran, sich ins Detail zu vertiefen, was manchmal fast nerdig wirken kann, wenn etwa die unterirdischen Nestbaugewohnheiten der Blattschneiderameisen erläutert werden, dank der Zeichnungen aber nicht zu trocken-gelehrtem Lexikonwissen erstarrt. So kommt die Neugier beim Lesen nie zur Ruhe.

          Die Kinderbuchautoren Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski
          Die Kinderbuchautoren Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski : Bild: Moritz Verlag

          Die großflächigen Tableaus sind überwältigend, sie stellen im Breitwandformat vor Augen, wie viele Formen und Farben Flora und Fauna ausmachen, wie das Zusammenspiel der Natur in fein austarierten Ökosystemen vor sich geht, welchen Bedrohungen sie ausgesetzt sind und welche Folgen diese Bedrohungen haben können. Auf diese Weise vermitteln Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski mit ihrer Comic-Weltreise auch ein Gefühl des Staunens, der Bewunderung, des Respekts vor der Natur. Und am liebsten würde man sich selbst aufmachen zu den Geysiren im amerikanischen Yellowstone-Park, den Sanddünen des Namib-Naukluft-Parks in Namibia und den urtümlichen Waranen im Nationalpark Komodo in Indonesien. Bis es irgendwann vielleicht so weit sein wird, lässt sich die Zeit mit diesem Werk herrlich vertreiben. Nicht nur als Kind.

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