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Immobilien auf Mallorca : Villenkauf per Telefon

Klein, charmant und Millionen wert: Ferienhaus an der Cala Llombards im Süden der Insel Bild: Mauritius

Mallorca ist als Zweitwohnsitz begehrt wie nie: Die Preise steigen, Luxusvillen wechseln ungesehen den Besitzer, in Palma wird Wohnraum knapp. Ruhiger ist der Nordosten.

          Und die Villa da vorn“, sagt Hans Lenz und streckt seine rechte Hand in Richtung Meer, vor dem sich neun Betongerippe so dicht aneinanderdrängen, dass es unmöglich ist zu erkennen, welches davon er meint, „ist für elf Millionen Euro zu haben.“ Seine Kollegin steckt ihr Handy in die Tasche, schüttelt den Kopf und grinst: „War zu haben“, korrigiert sie. „Habe ich gerade verkauft. Am Telefon. Die Anzahlung hat der Käufer schon geleistet.“

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wir stehen an einem Ort in Santa Ponça im Südwesten der Insel, der hier niemanden kaltlässt. Weil das Grundstück die perfekte Ausrichtung hat, so dass die Sonne jeden Abend direkt vor der eigenen Terrasse im Mittelmeer versinkt. Weil hier in zwei Jahren 19 Ferienimmobilien für insgesamt 140 Millionen Euro entstehen, die dafür sorgen werden, dass der englische Investor, die mallorquinischen Baufirmen und Makler wie Hans Lenz von Engel & Völkers dieses Jahr ein noch besseres Geschäft machen werden als im vergangenen. „Und 2015 war für uns das beste Jahr aller Zeiten“, sagt Lenz. Aber es polarisiert auch, weil es jetzt noch enger wird, als es ohnehin schon ist. Denn mit der Anlage „Cap Adriano“ wird nun auch noch das letzte große Grundstück in erster Meeresreihe bebaut.

          Ein Appartement von 150 Quadratmetern gibt es zum Einstiegspreis für 2,25 Millionen Euro, die größte Villa kostet mehr als 14 Millionen. Dafür bekommt der Käufer eine Immobilie, so bequem wie ein Leihwagen: Geld gegen Schlüssel, eintreten, loswohnen: Rasen und Rabatten sind angelegt und werden gepflegt, der Pool ist beheizt, das Haus geputzt und bewacht, ein Concierge reserviert bei Bedarf den Tisch im Restaurant. Wer will, kann die Inneneinrichtung aus der Musterwohnung gleich miterwerben: heller Naturstein, graues Sofa, großformatige Schwarzweißbilder an der Wand. Das passt perfekt nach Mallorca. Oder auch nach Dubai. Oder Singapur. „Die meisten unserer Kunden kaufen es mit Einrichtung“, sagt Lenz.

          Deutsche, Briten und Skandinavier kaufen besonders gern

          Es ist noch nicht lange her, da schwang in Gesprächen über Immobilien in Spanien das Wort „Krise“ mit. Im Zuge der Finanzkrise 2008 war die Blase auf dem spanischen Häusermarkt geplatzt. Die Preise brachen ein, spanische Hausbesitzer konnten ihre Schulden nicht mehr bedienen, Immobilienfirmen gingen pleite, Banken mussten gerettet werden. Doch wenn man Lenz darauf anspricht, schaut er, als habe man sich nach einem exotischen Insekt erkundigt: Im Südwesten der Insel, in Santa Ponça, Camp del Mar und natürlich Port d’Andratx besteht die Krise höchstens darin, dass die Anfahrt vom Flughafen in Palma immer länger dauert, weil von Jahr zu Jahr mehr Menschen nach Mallorca kommen. Oder dass attraktive Grundstücke direkt am Wasser kaum noch zu ergattern sind, weil alles schon bebaut ist. Wer in die erste Reihe will, muss abreißen, nicht selten Häuser, die kaum ein Jahrzehnt dort gestanden haben.

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